Meteor (Schiff, 1986)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Meteor
MET03.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Forschungsschiff
Rufzeichen DBBH
Heimathafen Hamburg
Eigner Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bauwerft Schlichting-Werft, Lübeck-Travemünde
Stapellauf 3. September 1985
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
97,5 m (Lüa)
90,4 m (Lpp)
Breite 16,5 m
Tiefgang max. 5,1 m
Verdrängung 4.780 t
Vermessung 4.280 BRZ / 1.284 NRZ
 
Besatzung 32
Maschinenanlage
Maschine Dieselelektrisch
2 × Elektromotor (Typ: GC 3127/76/8)
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
2.300 kW (3.127 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
12 kn (22 km/h)
Generator-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
4.000 kW (5.438 PS)
Propeller 1 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 1.013 tdw
Zugelassene Passagierzahl 30 Wissenschaftler
Ausstattung
Labore

20

Sonstiges
Klassifizierungen

Germanischer Lloyd

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 8411279

Die Meteor ist ein multi-disziplinäres Forschungsschiff, das der deutschen Hochseeforschung auch in Zusammenarbeit mit anderen Ländern auf diesem Gebiet dient. Als Betreiber fungiert die Universität Hamburg.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meteor ist das dritte deutsche Forschungsschiff dieses Namens. Sie wurde 1985/86 auf der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 2030 gebaut. Die Kiellegung fand am 13. März 1985, der Stapellauf am 3. September 1985 statt. Das Schiff wurde im Februar 1986 fertiggestellt und am 15. März 1986 in Dienst gestellt. Es ermöglicht Wissenschaftlern aus Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen der deutschen Länder und des Bundes grundlagenbezogene Forschung und wird ständig modernisiert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigner des Schiffes ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das auch für die Baukosten aufkam. Die Betriebskosten (einschließlich Ausrüstung, Reparatur, Stammpersonal) werden entsprechend der Nutzung zu 70 Prozent von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als sogenannte Hilfseinrichtung der Forschung und zu 30 Prozent vom BMBF getragen.[2] Die Koordination der wissenschaftlichen Fahrtplanung liegt bei der Senatskommission für Ozeanographie als Planungs- und Betreuungsstelle der Aktivitäten des DFG in der Meeresforschung.[3] Die wissenschaftlich-technische, logistische und finanzielle Vorbereitung, Abwicklung und Betreuung des Schiffsbetriebes erfolgt durch die Leitstelle Meteor/Merian am Institut für Meereskunde der Universität Hamburg.[2][4] Die Bereederung erfolgt bis Ende 2012 durch die Reederei F. Laeisz (Bremerhaven). Die Ausschreibung für die Bereederung des Schiffes ab 2013 hat das in Leer ansässige Unternehmen Briese Schiffahrt gewonnen.[5]

Zum weltweiten Einsatz kommt die Meteor auf den Gebieten der Meeresgeologie, Ozeanographie, maritimen Biologie, Meereschemie und Ökologie.

Technische Daten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Antrieb des Schiffes erfolgt dieselelektrisch. Als Fahrmotoren stehen zwei Elektromotoren des Herstellers LDW Abwicklungs GmbH in Bremen mit jeweils 1.150 kW Leistung zur Verfügung, die direkt auf den Festpropeller wirken.

Für die Stromversorgung stehen vier Generatorsätze zur Verfügung. Vier Dieselmotoren mit jeweils 1.000 kW Leistung treiben vier Drehstromgeneratoren mit jeweils 1.350 kVA Scheinleistung an. Für den Hafenbetrieb steht ein Dieselaggregat mit 342 kW (390 kVA Scheinleistung) zur Verfügung. Der Notdiesel leistet 81,9 kW (Scheinleistung 93 kVA).

Für die Wissenschaft stehen an Bord 20 Labore zur Verfügung. Weiterhin verfügt das Schiff für die Forschung über mehrere Winden sowie verschiedene Kräne, darunter ein Heckgalgen. Auch Unterwassergleiter werden von Bord der Meteor aus eingesetzt.[6] sowie Lander. Darüber hinaus ist das Schiff für wissenschaftliche Zwecke u. a. mit Echolotanlagen ausgerüstet.

An Bord sind mehrere Stellplätze für 10- und 20-Fuß-Container vorhanden. Auf dem Hauptdeck kann auch ein 40-Fuß-Container geladen werden.

Die Meteor bietet Unterkunft für 32 Besatzungsmitglieder sowie 28 Wissenschaftler und bis zu zwei Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes, die verantwortlich für die Bordwetterwarte sind. Ein Wetterfunktechniker befindet sich dabei ständig an Bord, bei Bedarf darüber hinaus auch ein Meteorologe.[7] Für die Wissenschaftler stehen 13 Doppelkabinen sowie zwei Einzelkabinen zur Verfügung, für die Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes zwei weitere Einzelkabinen.

Das Schiff kann 45 bis 50 Tage ununterbrochen auf See bleiben und dabei 10.000 Seemeilen zurücklegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Expeditionsberichte herausgegeben von der Leitstelle METEOR am Institut für Meereskunde, Universität Hamburg
  • N. Jakobi, H. von Neuhoff, B. Springer (Hrsg.): 25 Jahre FS Meteor: Ein Forschungsschiff und seine Geschichte(n). Hauschild, Bremen 2011. ISBN 3-89757-507-8
  • Gregor Rehder, Holger von Neuhoff, Stephanie von Neuhoff: Expedition Tiefsee: Forschungsschiff METEOR auf den Spuren der letzten Geheimnisse unserer Erde. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2006. ISBN 3-440-10708-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Meteor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Reeder für Forschungsschiff. In: Schiff & Hafen, Heft 10/2012, S. 65, Seehafen-Verlag, Hamburg 2012, ISSN 0938-1643
  2. a b Forschungsschiff Meteor, DFG
  3. Ständige Senatskommission für Ozeanographie, DFG.
  4. FS Meteor, Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe, IfM Hamburg.
  5. Neuer Reeder für das Forschungsschiff „Meteor“, Pressemitteilung 099/2012 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 9. August 2012.
  6. Andreas Villwock: Ein Schwarm für die Forschung – IFM-GEOMAR setzt neue High-Tech-Messroboter erstmals im Verband ein. Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel, 14. Januar 2010; abgerufen am 11. Februar 2013.
  7. Bordwetterwarte FS Meteor, DWD, (PDF, Stand: 20. Juli 2010)