Międzyrzec Podlaski

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Międzyrzec Podlaski
Wappen von Międzyrzec Podlaski
Międzyrzec Podlaski (Polen)
Międzyrzec Podlaski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lublin
Powiat: Biała Podlaska
Fläche: 19,75 km²
Geographische Lage: 51° 59′ N, 22° 47′ OKoordinaten: 51° 59′ 7″ N, 22° 47′ 5″ O
Höhe: 148 m n.p.m.
Einwohner: 17.046
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 21-560
Telefonvorwahl: (+48) 83
Kfz-Kennzeichen: LBI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WarschauBrest
BiałystokLublin
Schienenweg: Warschau – Brest
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 17.046
(30. Jun. 2015)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0601011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Artur Grzyb
Adresse: ul. Pocztowa 8
21-560 Międzyrzec Podlaski
Webpräsenz: www.miedzyrzec.pl



Międzyrzec Podlaski ist eine polnische Stadt im Powiat Bialski in der Woiwodschaft Lublin. Sie hat etwa 17.000 Einwohner und eine Fläche von 19,75 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Międzyrzec Podlaski als Stadt entstammt dem Jahr 1477. Seit dem 16. Jahrhundert gab es in Międzyrzec Podlaski eine jüdische Bevölkerung. 1795 wurde die Stadt von Österreich besetzt, seit dem Jahr 1809 gehörte sie zum Herzogtum Warschau und ging 1815 an Kongresspolen über. Im Jahr 1867 wurde die Stadt an das Bahnnetz angeschlossen.

Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts umfasste die jüdische Gemeinde mit etwa 12.000 Mitgliedern etwa drei Viertel der Bevölkerung. Ende September 1939 besetzte die Rote Armee die Stadt, räumte sie aber aufgrund des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages Anfang Oktober wieder; etwa 2.000 junge Juden folgten ihnen in die sowjetisch okkupierte Zone.

Ab August 1942 errichtete das Hamburger Reservepolizeibataillon 101 dort das größte Durchgangsghetto im damaligen Distrikt Lublin. Der Holocaust-Überlebende Moshe Brezniak (1917–2003) berichtet in seinem Buch „Birkenland“ darüber.[2] Es wurde bis 1943 als Transfer-Ghetto genutzt und war mit bis zu 20.000 Eingesperrten völlig überfüllt. Im Sommer 1943 wurde das Ghetto geräumt; am 17. Juli 1943 wurden die letzten 160 bis 200 Bewohner erschossen und Międzyrzec Podlaski für „judenfrei“ erklärt. Das Ende der Naziherrschaft erlebten weniger als ein Prozent der jüdischen Bewohner.

Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eigenständige Landgemeinde (gmina wiejska) Międzyrzec Podlaski hat eine Fläche von 261,58 km² und 10.527 Einwohner (Stand 30. Juni 2015). Zu ihr gehören 33 Ortschaften mit einem Schulzenamt (sołectwo).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören der Marktplatz aus dem 15. Jahrhundert und die Nikolauskirche (kościół św. Mikołaja) aus dem Jahr 1477. Das städtische Krankenhaus wurde in den Jahren 1846 bis 1850 errichtet, der Bahnhof entstammt dem Jahr 1867.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den insgesamt ca. 4.900 Beschäftigten der Stadt arbeiten ca. 36 % in der Industrie, ca. 19 % im Handel und ca. 11 % im Bildungssektor. Die Arbeitslosigkeitsquote betrug im Oktober 2005 über 22 %.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt kreuzen sich die Straßen Biała Podlaska–Międzyrzec Podlaski–Warschau und Białystok–Międzyrzec Podlaski–LublinRzeszów.

Durch die Stadt verläuft die Bahnstrecke Warschau–Moskau.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Międzyrzec Podlaski – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. siehe Literatur Moshe Brezniak: Birkenland