Rzeszów

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Rzeszów
Wappen von Rzeszów
Rzeszów (Polen)
Rzeszów
Rzeszów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 115,80 km²
Geographische Lage: 50° 3′ N, 22° 0′ OKoordinaten: 50° 3′ 0″ N, 22° 0′ 0″ O
Höhe: 221 m n.p.m.
Einwohner: 185.706
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 35-001 bis 35-959
Telefonvorwahl: (+48) 17
Kfz-Kennzeichen: RZ
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Rzeszów-Jasionka
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 115,80 km²
Einwohner: 185.706
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1604 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1863011
Verwaltung (Stand: 2012)
Stadtpräsident: Tadeusz Ferenc
Adresse: Rynek 1
35-064 Rzeszów
Webpräsenz: www.erzeszow.pl



Lubomirski-Schloss in Rzeszów
Altstadt
Marktplatz

Audio-Datei / Hörbeispiel Rzeszów?/i [ˈʒɛʃuf] ist eine Stadt im Südosten Polens, Hauptstadt und wichtiges Zentrum der Woiwodschaft Karpatenvorland mit 185.706 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2015). Zwischen 1941 und 1945 trug der Ort unter deutscher Besetzung den Namen Reichshof.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rzeszów liegt in der Flussebene der Wisłok am Rande des Talkessels von Sandomierz unweit der Karpaten. Die Grenznähe zur Ukraine (Entfernung 90 km) und zur Slowakei (100 km) hat die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt werden lassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1354 findet der Name Resovia erstmals seine Erwähnung, wurde es nach Magdeburger Recht zur Stadt erhoben. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde der Name des Ortes in einer Quelle unter dem deutschen Namen Resche angegeben.[2] Seit der Eroberung Galiziens durch Władysław II. Jagiełło im Jahr 1387 gehörte die Stadt bis zur Ersten Teilung Polens im Jahr 1772 zum Königreich Polen und fiel durch die Teilung an die Habsburgermonarchie, bis es mit dem Ende des Ersten Weltkriegs zum neugegründeten Polen kam.

Zeit des Zweiten Weltkrieges und Holocaust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Zeitpunkt des deutschen Überfalls auf Polen lebten rund 14.000 Juden in Rzeszów; die Stadt wurde am 10. September 1939 von der Wehrmacht eingenommen. Unter der deutschen Besetzung gehörte die Stadt zum Generalgouvernement. Im Dezember 1941 wurde ein Ghetto errichtet. Im Juli 1942 wurden die ersten Massendeportationen durchgeführt: Die jüdische Bevölkerung der Umgebung wurde im Ghetto zusammengeführt und etwa 22.000 Juden in das Vernichtungslager Belzec verschleppt. Zuvor kam es bereits zu Erschießungen bei passivem Widerstand. Eine Gruppe von etwa 1.000 Menschen wurde in einem nahegelegenen Waldstück ermordet. Im November 1942 lebten noch 3.000 Juden im Ghetto, das nun in ein Zwangsarbeitslager umgewandelt wurde. Lagerteil A war für die Zwangsarbeiter bestimmt, während ihre Familien im Lagerteil B untergebracht wurden. Im September 1943 wurden die Zwangsarbeiter in das Arbeitslager Szebnia verbracht, wo die meisten umkamen. Ihre Angehörigen wurden im November 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nur 600 Menschen überlebten bis Juli 1944 in einem örtlichen Arbeitslager, einigen gelang die Flucht in die umliegenden Wälder.[3]

Nachdem Gerüchte über die Ermordung eines christlichen Mädchens in der Stadt aufgetaucht waren, verhaftete die polnische Polizei am 1. Juni 1945 sämtliche Juden Rzeszóws und führte sie inmitten einer wütenden Menge durch die Stadt, während gleichzeitig die Wohnungen der verhafteten Juden geplündert wurden. Nach ihrer Freilassung noch am selben Tag flohen mehr als 200 Juden aus Rzeszów.[4] Damit blieb eine Wiederherstellung jüdischen Lebens in der Stadt nach 1945 aus.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rzeszów ist Bischofssitz. In der Stadt befindet sich eine staatliche Universität, das Politechnikum Rzeszów sowie mehrere private Hochschulen, unter anderem die Hochschule für Informatik und Management.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rzeszów haben viele internationale Konzerne ihren Sitz, die mit der Luftfahrtindustrie verbunden sind. Zu diesen gehört u. a. United Technologies Corporation. Luftfahrtunternehmen, wissenschaftliche Forschungszentren und Einrichtungen der Pilotenausbildung bilden das „Aviation Valley“, das Luftfahrtcluster rund um Rzeszów, wo 90 % des Produktionsvolumens der polnischen Luftfahrtindustrie erwirtschaftet wird.[5] Neben der Luftfahrtindustrie sind hier u. a. der Pharmakonzern Valeant anwesend, sowie Cefarm Rzeszów und das IT-Unternehmen Asseco Poland.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit der Stadt befindet sich der kürzlich modernisierte internationale Flughafen Rzeszów-Jasionka. Durch Rzeszów verlaufen die Autobahn A4 und die Schnellstraße S19.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rzeszów ist mit CWKS Resovia einer der ältesten polnischen Fußballvereine ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rzeszów – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. "niemieckie zapiski ksiąg miejskich lwowskich i przemyskich z pierwszej połowy XV wieku, gdy mówią o Rzeszowie, pisząc Resche, Resze lub Rezsche" in: Pięć wieków miasta Rzeszowa, XIV-XVIII.: Praca zbiorowa, 1958, S. 18; "znane są XV-wieczne zapisy Rzeszowa w innej postaci niemieckiej Resche (por. von Resche 1410, von Rezsche, kegen Resze 1438)." in: Władysław Makarski. Roczniki humanistyczne, Towarzystwa Naukowego Katolickiego Uniwersytetu Lubelskiego, 1983. T. 33, S. 70
  3. Jewish Virtual Library, Artikel Rzeszow abgerufen am 14. Mai 2014
  4. Jan T. Gross: Kielce. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur. Band 3. Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, S. 345.
  5. Luftfahrtindustrie. poland.gov.pl. Abgerufen am 24. Februar 2012.
  6. nach der Darstellung auf der ukrainischen Seite von Cherson