Lublin

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Lublin
Wappen von Lublin
Lublin (Polen)
Lublin
Lublin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lublin
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 147,50 km²
Geographische Lage: 51° 14′ N, 22° 34′ OKoordinaten: 51° 14′ 0″ N, 22° 34′ 0″ O
Höhe: 168 m n.p.m.
Einwohner: 340.466
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 20-001 bis 20-900
Telefonvorwahl: (+48) 81F
Kfz-Kennzeichen: LU
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Lublin
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 147,50 km²
Einwohner: 340.466
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 2308 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0663011
Verwaltung (Stand: 2015)
Stadtpräsident: Krzysztof Żuk[2]
Adresse: pl. Łokietka 1
20-950 Lublin
Webpräsenz: www.um.lublin.pl



Lublin ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Osten Polens und liegt rund 160 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Warschau. Die größte polnische Stadt östlich der Weichsel ist mit über 340.000 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2014) die neuntgrößte Stadt des Landes. Lublin ist Sitz von fünf Universitäten.

Lublin gehörte zu den wichtigen Zentren in der polnischen Geschichte. 1569 wurde hier die Lubliner Union geschlossen. 1809 und 1944/45 war Lublin kurzzeitig Hauptstadt eines neuen polnischen Staates.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Lublin umfasst ein Territorium von 147,5 km². Lublin besteht aus den Stadtteilen: Altstadt (Stare Miasto), Abramowice, Bronowice, Bursaki, Choiny, Czechów, Czuby, Dziesiąta, Felin, Głusk, Hajdów, Kalinowszczyzna, Konstantynów, Kośminek, LSM, Majdan Tatarski, Majdanek, Piaski, Ponikwoda, Rudnik, Rury, Węglin, Wrotków, Sławin, Sławinek, Śródmieście, Tatary, Zadębie, Zemborzyce.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde belegen, dass hier schon vor 5000 Jahren Menschen siedelten. Die Vorgeschichte begann im 6. Jahrhundert mit einer Ansiedlung auf dem Hügel Czwartek, die Stadtgeschichte mit der Errichtung einer Burganlage vor über 700 Jahren.

1198 wurde Lublin erstmals erwähnt. 1205 belagerte Fürst Roman von Wolhynien erfolglos die Burg. 1241 wurde Lublin von den Tataren zerstört. 1244 wurde es von Litauern mit Prußen und Jatwingern erobert. Im gleichen Jahr eroberte Fürst Daniel Romanowitsch von Galizien den Ort und befestigte ihn.

Im Schutz der Burg entwickelte sich die Siedlung zu einem wichtigen Handelszentrum. Ihr wurde am 15. August 1317 durch Władysław I. Ellenlang das Magdeburger Stadtrecht verliehen. Die Stadtanlage wuchs durch den Zuzug von Handwerkern und Händlern.

Aufschwung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Lublin an der Via Regia von Breslau nach Kiew zwischen Krakau und Wilna liegt, gab es zur Zeit der polnisch-litauischen Union einen großen Aufschwung. Im Jahr 1474 gründete Kasimir IV. Jagiełło hier die Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Lublin. Durch italienische Baumeister und Künstler wurden die mittelalterlichen Burg- und Festungsbauwerke zu einer befestigten königlichen Residenz im Baustil der italienischen Renaissance umgebaut. In der heutigen Altstadt entstanden zahlreiche Kirchen und Klöster sowie prächtige Handelshäuser und adelige Stadtpaläste.

Im 16. Jahrhundert war Lublin eines der Zentren der vom Adel getragenen Reformation.

Lubliner Union 1569[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obelisk zur Erinnerung an die Union von Lublin aus dem Jahre 1828 auf dem Litauischen Platz in Lublin (Entwurf: Stanisław Staszic, Ausführung: Feliks Bentkowski, hier Paul Malinski)
Hauptartikel: Lubliner Union

1569 wurde in Lublin die Realunion zwischen Polen und Litauen vollzogen. Damit wuchs die regionale Bedeutung der Stadt. Lublin war in dieser Zeit eines der wichtigsten Zentren Polens.

Für die politische Bedeutung und die wirtschaftliche Prosperität Lublins war die Verlegung der Hauptstadt von Krakau nach Warschau 1596 ein schwerer Schlag, weil die Stadt nun abseits der wichtigsten Verkehrs- und Handelsrouten lag. Bedingt durch die Kriegswirren des 17. Jahrhunderts folgte der wirtschaftliche und kulturelle Abstieg.

Im Zuge der Gegenreformation wurden 1631 die Protestanten gewaltsam aus der Stadt vertrieben. Wenig später emigrierten viele Händler. 1655 plünderten Kosaken die Stadt und im Jahre darauf schwedische Soldaten. Nach dem Nordischen Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt. Stanislaus II. August Poniatowski gestattete den Protestanten, sich wieder in der Stadt anzusiedeln. So wurde 1784 die Dreifaltigkeitskirche errichtet.

Österreich-Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1792 wurde die Stadt auf Befehl von Katharina II. von russischen Truppen besetzt. Mit der Dritten Teilung Polens (1795) kam Lublin zu Österreich.

1807, nach einem verheerenden Brand vier Jahre zuvor, zählte Lublin nur noch knapp 7.000 Einwohner und war damit an einem historischen Tiefpunkt angelangt.

Polnischer Aufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominik Dziewanowski versuchte im Jahre 1809 mit einem Aufstand die Fremdherrschaft zu beenden. Lublin war kurzzeitig Hauptstadt des freien Polens. Die polnischen Behörden verbündeten sich mit Napoleon, doch nach dem Frieden von Schönbrunn kam Lublin zum Herzogtum Warschau und 1815 zu Kongresspolen, einem vom Russischen Reich abhängigen Staat.[3] Der Adel verließ die Stadt und zog aufs Land.

Kaiserreich Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1837 wurde Lublin russische Provinzhauptstadt. Nach weiterer ökonomischer und demographischer Auszehrung durch die napoleonischen Kriege hatte wieder ein allmählicher Bevölkerungsanstieg eingesetzt, der stärkere Impulse von der Industrialisierung erhielt, die hier allerdings nicht vor den 1880er Jahren einsetzte. Dieses Wachstum erreichte jedoch nie die Ausmaße anderer Industriestädte, sodass Lublin bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs erst rund 83.000 Einwohner hatte.

Zweite Polnische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1918 ist die Stadt wieder Bestandteil eines unabhängigen polnischen Staates. Kurz vor der Wiedererlangung der Unabhängigkeit wurde in Lublin am 27. Juli 1918 die Katholische Universität als Nachfolgeeinrichtung der von den Bolschewiki geschlossenen Höheren Theologischen Akademie in St. Petersburg gegründet.[4]

Unter deutscher Besatzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der deutschen Besetzung Polens war die Stadt Teil des „Generalgouvernements“. Im Vorfeld hatte die polnische Regierung beschlossen, dass im Falle eines Krieges Lublin vorübergehender Sitz des Präsidenten wird. Der erste Luftangriff auf die Stadt erfolgte am 2. September 1939. Wenig später wurde die Stadt besetzt und Teile der polnischen Intelligenz erschossen. Auf der Burg wurde ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet. Die Stadt wurde Hauptquartier für die Aktion Reinhardt, deren Ziel die Ermordung aller Juden und Roma im Generalgouvernement war. Die jüdische Bevölkerung der Stadt Lublin wurde in ein Ghetto gezwungen, in dem zeitweise 26.000 Menschen lebten. Ein Großteil der Bevölkerung wurde deportiert und ermordet.

Volksrepublik Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 23. Juli 1944 bis zum 17. Januar 1945 war Lublin Sitz einer nur von der Sowjetunion unter Josef Stalin anerkannten polnischen Regierung. Dieses Polnische Komitee der Nationalen Befreiung schuf unter der Regie der Sowjetregierung und besonders des NKWD die Voraussetzung für ein totalitär geführtes Nachkriegspolen. Das Gefängnis auf der Burg wurde bis 1954 weitergenutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein rascher Wiederaufbau der historischen Altstadt, an der Peripherie wurden mehrere Trabantenstädte gebaut.

Im Juli 1980 begann in und um Lublin eine Streikbewegung, die nach zwei Wochen durch Konzessionen der kommunistischen Regierung eingestellt wurde. Wenig später führten die Streiks in Danzig und anderen Teilen Polens zu Gründung der Solidarność.

Seit den 1960er Jahren wurden mehrere Großwohnsiedlungen in Plattenbauweise errichtet. Beispielhaft hierfür ist das nördlich gelegene Viertel Czechów, das ab den 1970er Jahren erschlossen und nachfolgend mit Wohnblöcken bebaut wurde. Viele dieser Gebäude wurden in den letzten Jahren saniert. Die Fassaden der Plattenbauten wurden teils aufwändig umgestaltet.

Ungeachtet des einstigen Großsiedlungsbaus, prägen gegenwärtig zumeist Mehrfamilienhäuser das "neue" Stadtbild, z.B. das südwestlich gelegene Viertel Węglinek seit 2009.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Stadtteilansichten Lublins

Lublin steht mit 353.000 Einwohnern auf Platz 9 der Einwohnerstatistik polnischer Städte. In der Stadt leben auch etwa 100.000 Studenten. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,9 % (nach GUS). Am Ende des 20. Jahrhunderts gab es eine deutliche Bevölkerungszunahme.

  • 1807 – 07.082[6]
  • 1814 – ca. 12.500
  • 1829 – ca. 15.800
  • 1870 – 021.346 (davon ca. 51 % Juden)
  • 1900 – 057.237
  • 1914 – 083.126
  • 1939 – 122.000
  • 1946 – 099.400
  • 1970 – 238.500
  • 1980 – 304.400
  • 1990 – 351.400
  • 2000 – 355.800
  • 2004 – 355.998
  • 2006 – 354.967 (nach GUS)
  • 2007 – 353.483 (nach GUS-Jahresbericht)
  • 2009 – 349.440 (nach GUS)

Lublin als jüdisches Zentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 14. Jahrhundert gab es eine jüdische Kaufmannssiedlung am Fuße der Burg. Im 16. und 17. Jahrhundert war Lublin das wichtigste Zentrum jüdischer Kultur in Polen. 1517 wurde hier die erste Jeschiwa in Polen gegründet. 1547 die zweite hebräische Druckerei Ostmitteleuropas. Lublin wurde wichtigster Versammlungsort des jüdischen Rates der vier Länder für Polen. An den Jeschiwot von Salomo Luria und Meir Lublin lernten Schüler aus vielen Teilen Polen-Litauens.

Mit der Übersiedlung Jaakow Jizchak Horowitz’, des Sehers von Lublin, in die Stadt um 1792 wurde Lublin ein Zentrum des Chassidismus. Für Ostjuden wurde Lublin Shtot von toyre, rabbones und khsides[7] und polnisches Jerusalem. Unter der Burg lebten die meisten Juden der Stadt in äußerst kargen Verhältnissen.

Seit 1862 konnten sich Juden in der ganzen Stadt niederlassen. 1865 waren 59 % der Einwohner Lublins Juden, 1900 47%. [8] Im Jahr 1930 wurde unter Jehuda Meir Shapiro und in Anwesenheit von 20.000 Menschen die Chachmei Lublin Jeschiwa (hebräisch ישיבת חכמי לובלין) geweiht. Diese Hochschule des orthodoxen Judentums war die größte Talmudschule der damaligen Welt.

1939 besetzten deutsche Truppen die Stadt. Die Hochschule musste schließen. Es wurde ein Ghetto eingerichtet. Die Ghettobewohner wurden in Konzentrationslager deportiert. Über 14.000 jüdische Einwohner der Stadt wurden getötet. 1942 wurden die Reste der ehemaligen jüdischen Stadt gesprengt und abgetragen.

In einem südlichen Stadtteil Lublins befand sich während des Zweiten Weltkriegs das Vernichtungslager Majdanek. Lediglich 230 Lubliner Juden überlebten die deutsche Besatzung in der Stadt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lublin unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften (in Klammern das Jahr der Etablierung):

Münster, Deutschland (1991)
Delmenhorst, Deutschland (1992)
Nancy, Frankreich (1988)
Rischon LeZion, Israel (1992)
Nykøbing Falster, Dänemark (1992)
Lancaster, England (1994)
Debrecen, Ungarn (1995)
Tilburg, Niederlande (1996)
Luzk, Ukraine (1996)
Luhansk, Ukraine (1996)
Starobilsk, Ukraine (1996)
Erie, Pennsylvania / USA (1998)
Viseu, Portugal (1998)
Panevėžys, Litauen (1999)
Windsor, Ontario / Kanada (2000)
Pernik, Bulgarien (2001)
Alcalá de Henares, Spanien (2001)
Lemberg, Ukraine (2004)

Konsulate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lublin befinden sich vier Konsulate[9]:

  • Britisches Konsulat
  • Generalkonsulat der Ukraine
  • Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland
  • Honorarkonsulat von Brasilien

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg von Lublin
Rathaus von Lublin
Sicht über Teile von Lublin
Der Trinitarische Turm und der Lubliner Dom
Im ethnographischen Museum

In der Innenstadt befinden sich viele historische Gebäude aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, vor allem in der Altstadt. Von der historischen Stadtbefestigung sind zwei Tore zur Altstadt erhalten, das Krakauer Tor und das Grodzka-Tor. Zwischen dem Grodzka-Tor und dem Schloss befand sich bis 1942 ein jüdisches Viertel, das während der deutschen Besatzung Polens völlig zerstört wurde. Das Lubliner Schloss wurde erstmals im 14. Jahrhundert errichtet und später oft umgebaut. Von großer kunsthistorischer Bedeutung ist die königliche Kapelle auf dem Schloss, in der alte byzantinische und altrussische Malereien aus der Zeit der Jagiellonen erhalten sind. Die als Jesuitenkirche erbaute Johanneskathedrale gilt als eine der ersten Barockbauten in Polen. Die staatliche Gedenkstätte und das Museum Majdanek befinden sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers[10] südlich der Stadt an der Straße nach Zamość.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lublin sind gegenwärtig neun Theater beheimatet: das Teatr im. Juliusza Osterwy, das Teatr Lalki i Aktora im. Hansa Christiana Andersena, das Teatr Muzyczny, das Ośrodek Praktyk Teatralnych Gardzienice, das Teatr Provisorium und das Kompania Teatr. Unter dem Dach der Katholischen Universität Lublin (KUL) entstanden als studentische Bühnen: das Theater Scena Plastyczna KUL, das Teatr Enigmatic, (zuvor Teatr ITP ) und das Prevue Stage Invitro - hierbei handelt es sich um Live- und Experimentaltheater.

Kinos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekanntesten Kinos gehören das CINEMA CITY, das BAJKA CINEMA, das KOSMOS, das WYZWOLENIE und das Chatka Żaka.[10]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mahnmal und zugleich die nationale Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek bei Lublin ist über die Landesgrenzen bekannt. Die Burganlage von Lublin ist ein nationales Kulturdenkmal und beherbergt mehrere Museen und Sammlungen. Das Muzeum Lubelskie informiert über Burg- und Stadtgeschichte, mit den Ausstellungsorten: Muzeum Zakładu Historii Farmacji, das Muzeum Literackie im. Józefa Czechowicza, das Muzeum Martyrologii „Pod Zegarem“, das Dworek Wincentego Pola sowie das Diözesan-Museum der Katholischen Kirchenprovinz Lublin. Innerhalb der Altstadt befinden sich zahlreiche private Ausstellungen und Sammlungen, die individuell oder bei Stadtführungen besichtigt werden können, zu ihnen gehört auch eine spezielle Führung durch die mittelalterlichen Gänge und Kellergewölbe unter dem Marktplatz. Lublin war viele Jahrhunderte das Zentrum einer blühenden jüdischen Gemeinschaft. An diese Zeit erinnert die Yeshiva Chachmej – Thorah-Schule. Über die Entwicklung der Region Lublin informiert das in Stadtnähe befindliche ethnographische Museum Muzeum Wsi Lubelskiej. In einer 27 Hektar großen Dorfanlage werden die Haustypen der Region, traditionelle Kultur und Brauchtumspflege sowie alte Handwerkstechniken präsentiert. Der 25 Hektar große Botanische Garten in Lublin befindet sich am Ufer der Czechowka, Besucher können im Jahresverlauf 6500 unterschiedliche Pflanzen kennenlernen. Der Park ist auch beliebte Kulisse für Open-Air-Konzerte und Sommerfeste.[10]

Galerien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kunstszene Lublins pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen. Studenten und Absolventen können beispielsweise in der art galery of scena plastyczna ihre ersten Erfahrungen im Kunstbetrieb machen. Weitere Galerien sind die Andzelm Galery, die Galery PO SCHODACH, die PRZY BRAMIE GALERY und die Galeria Biała im Kulturzentrum.[10]

= Musik und Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Haus für Klassische Musik ist die Henryk Wieniawski Philharmonie berühmt. Im Stadtzentrum befindet sich das Opernhaus.

Kulturvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum kulturellen Angebot der Großstadt Lublin tragen zahlreiche Vereine, Chöre, Orchester und Projektgruppen bei. Die professionelle Betreuung und Trägerschaft liegt beim Lublin Cultur Centre oder (bei Studenten-Projekten) dem Akademickie Centrum Kultury „Chatka Żaka“.[10]

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürogebäude im Grey Office Park, Tomasza-Zana-Straße

Der 104 Meter hohe Sendeturm in der ul. Raabego fällt durch seine ungewöhnliche Bauweise auf, denn er besteht aus einem freistehenden Betonturm, der in einer offenen kastenförmigen Konstruktion steht.[11] Generell prägen vielseitige Wohn-und Bürotürme das Stadtbild der Nachkriegszeit. Exemplarisch illustriert der Büro-Komplex Grey Office Park im LSM-Quartier eine glasbetonte Büroarchitektur. In der Nachbarschaft wurde ein weiterer 19-stöckiger, zugleich 58,5-hoher Wohnturm konzipiert und realisiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport und Congress-Zentrum GLOBUS

Die Wirtschaftskraft der ostpolnischen Großstadt bildet eine Basis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Nachbarstaaten Weißrussland und der Ukraine. Gegenwärtig (2010) besitzt die Stadt 38.000 Gewerbebetriebe und Unternehmen, dazu gehören auch 645 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung. Die Wirtschaftsstruktur der Stadt bietet 111.600 Arbeitsplätze – davon entfallen etwa 23.100 auf Industrie und Bauwesen, 86.500 auf den Dienstleistungssektor (mit Bildung- und Forschung) und 1.800 auf die Land- und Forstwirtschaft. In der Metropolregion Lublin leben über 715.000 Menschen, dazu gehören etwa 100.000 Studenten. Lublin ist in demographischer Sicht eine Stadt der Jugend. Für die Trinkwasserversorgung der Großstadt wurde der Stausee Zemborzyce angelegt.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Mittelalter ist Lublin ein wichtiger Verkehrsknoten. Durch die Stadt führen:

Lublin soll in Zukunft an den Schnellstraßen S12, S17 und S19 liegen, über die die Stadt an die Autobahnen A1, A2 und A4 angebunden wird.

Der Großflughafen Lublin–Świdnik (Port Lotniczy Lublin – IATA-Flughafencode LUZ) sollte bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten dieser Investition sollen 200 Mio PLN (ca. 56 Mio Euro) betragen. Geplant ist eine 2.200 m lange Startbahn, welche nach schriftlicher Bestätigung der Billigairlines Wizz Air und Ryanair für ihren Flugverkehr ausreiche. Am 17. Dez. 2012 landete um 12:20 UTC als erstes Linienflugzeug eine Boeing 737 der Ryanair (EI-DLK) von London-Stansted kommend mit Flugnummer FR9524 auf dem Flughafen von Lublin.[13] Der Rückflug nach London-Stansted mit der Flugnummer FR9525 erfolgte um 13:05 UTC. Der Verkehrslandeplatz Lublin–Radawiec.[12] ist schon verfügbar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg wurde in Lublin die Autofabrik Fabryka Samochodów Ciężarowych (FSC) gegründet, in der unter anderem der Transporter Żuk (1958–1998) und der Daewoo Nexia (1995–1998) gefertigt wurden.

  • Die Międzynarodowe Targi Lubelskie (Internationale Messe Lublin) ist Veranstalter der größten Fachmessen und Ausstellungsevents in Ostpolen. An den alljährlich veranstalteten Fachmessen nehmen Vertreter aus dem polnischen Bauwesen, Automobilindustrie, Tourismus, Landwirtschaft, Energetik, Gesundheitswesen und Bildungswesen teil.
  • Der Lubliner Großhandelsmarkt AG – der Großhandelsmarkt ist der umsatzstärkste Betrieb für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel im Südosten Polens.[12]

Wirtschaftliche Verbände und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lublin ist der Hauptsitz oder größere Filiale folgender Einrichtungen [12]:

  • Polnischer Arbeitgeberverband – Filiale Lublin
  • Business Centre Club
  • Stiftung für die Entwicklung der Lubliner Region
  • Kammer für Handwerk und Unternehmertum in Lublin
  • Lubliner Stiftung für Entwicklung
  • Polnische Handwerkskammer – Filiale Lublin
  • Lubliner Sejmik für Wirtschaft
  • Lubliner Arbeitgeberforum
  • Polnische Stiftung der Zentren zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung „OIC Poland“
  • Rat für Unternehmertum der Lubliner Region
  • Regionale Wirtschaftskammer Lublin

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung und Forschung wurden zu einem wichtigen Wirtschaftszweig, über 100.000 Studenten leben in der Stadt. Es entstanden fünf staatliche Universitäten und zwölf private Hoch- und Fachschulen, die älteste Universität ist die 1918 gegründete Katholische Universität (KUL).

Universitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Studium in Lublin
Katholische Universität Lublin

Lublin ist Sitz von fünf Universitäten und mehr als zehn privaten Hochschulen[12]

Außerdem befindet sich in Lublin das Kollegium Polnischer und Ukrainischer Universitäten (www.ekpu.lublin.pl).

Private Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hochschule für Wirtschaft und Innovation (www.wsei.lublin.pl)
  • Hochschule für Unternehmertum und Verwaltung (www.wspa.pl)
  • Hochschule für Sozialwissenschaften (www.wsns.lublin.pl)
  • Hochschule für Sozial- und Naturwissenschaften (www.wssp.edu.pl)
  • König-Władysław-Jagiełło-Hochschule Lublin (www.lsw.edu.pl)
  • Businessschule Lublin (www.lbs.pl)
  • Pädagogische Hochschule Warschau, Außenstelle in Lublin (www.wsptwp.eu/n/lublin)
  • Hochschulübergreifendes Melchior-Wańkowicz-Institut für Journalistik und Sozialwissenschaften in Lublin (www.lublin.euczelnia.com)[12]

Institute und Forschungszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch mit Unterstützung der EU entstanden am Forschungsstandort Lublin [12]

  • Zentrum für Biotechnologie der Maria-Curie-Skłodowska-Universität
  • Zentrum für Elektronik, Optoelektronik und Teleinformatik (Technische Universität Lublin)
  • Zentrum für Umweltschutz (Technische Universität Lublin)
  • Zentrum für Nanotechnologie (Maria-Curie-Skłodowska-Universität)

Im Aufbau befinden sich noch:

  • Zentrum für Arzneimittel und Impfstoffe
  • Zentrum für Lebensmitteltechnologie
  • Zentrum für Technologietransfer und Projektmanagement


Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Gebhard: Lublin. Eine polnische Stadt im Hinterhof der Moderne (1815–1914), Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2006, ISBN 978-3-412-07606-1 (Dissertation Universität Konstanz 2005, 394 Seiten).
  • Andrzej Rozwałka: Lubelskie wzgórze staromiejskie w procesie formowania średniowiecznego miasta. (The Lublin Old Town Hill in the Process of Formation of the Medieval City). Wydawnictwo Uniwersitetu Marii Curie-Skłodowskiej, Lublin 1997, ISBN 83-227-1017-8.
  • Andrzej Rozwałka, Rafał Niedźwiadek, Marek Stasiak: Lublin wczesnośredniowieczny. Studium rozwoju przestrzennego (= Origines Polonorum, Band 1). Fundacja na rzecz Nauki Polskie, Wydawnictwo Trio, Warszawa 2006, ISBN 978-83-7436-054-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lublin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Website der Stadt, Prezydent Miasta, abgerufen am 12. März 2015
  3. Martin Buber hat die Geschichte der chassidischen Juden Lublins in diesen Jahren in seinem Roman Gog und Magog erzählt (1943).
  4. [1] Polen erreichte seine Unabhängigkeit erst im November 1918 wieder; zur Nachfolge
  5. Stadtrat Lublin: Beschluss Uchwała nr 925/XXXVII/2009, 17. Dezember 2009
  6. Daten für das 19. Jahrhundert nach Archivrecherchen von Jörg Gebhard, in: derselbe, Lublin. Eine polnische Stadt im Hinterhof der Moderne (1815–1914), Böhlau 2006, S. 362
  7. Jiddisch: "Stadt der Thora, des Rabbinismus und der Frömmigkeit", s. Jörg Gebhard, Lublin. Eine polnische Stadt im Hinterhof der Moderne (1815–1914), Böhlau 2006, S. 54
  8. Magocsi, P. R. (2002): Historical Atlas of Central Europe. Seattle: University of Washington Press. S. 109
  9. Das Lubliner Metropolgebiet (Image-Broschüre der Stadtmarketing Abteilung Lublin). In: Lublin.eu Onlinemagazin der Stadtverwaltung. Abgerufen am 25. August 2010 (PDF; 3,9 MB).
  10. a b c d e Lublin - City of Inspiration. In: Lublin.eu. Onlinemagazin der Stadtverwaltung. 25. August 2010 (PDF; 3,2 MB; Image-Broschüre des Stadtmarketings).
  11. Przegląd obiektów z emisjami
  12. a b c d e f g Lublin - Businessfreundliche Umgebung (Image-Broschüre der Stadtmarketing Abteilung Lublin). In: Lublin.eu Onlinemagazin der Stadtverwaltung. Abgerufen am 25. August 2010 (PDF; 3,9 MB).
  13. Gesehen bei http://www.flightradar24.com/RYR9524