Michael Adolf Siebenhaar

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Michael Adolf Siebenhaar (auch: Michael Adolph Siebenhaar; * 18. März 1691 in Staßfurt; † 15. Juni 1751 in Wittenberg) war ein deutscher Zeichner und Maler des Barock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Adolf Siebenhaar wurde 1691 in Staßfurt als fünftes Kind des Chirurgen und Barbiers David Samuel Siebenhaar und seiner Frau Magarethe geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wurde er von seinem Großvater, dem Prediger an der St. Ulrichkirche in Magdeburg, Malachias Siebenhaar aufgezogen. Am 18. April 1715 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg und wurde am 21. März 1716 als Kunstmaler der Universität angestellt. Neben seiner Tätigkeit an der Universität führte er auch Werke im kirchlichen bzw. privaten Auftrag aus, um seine finanzielle Lage zu verbessern.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In über dreißig Jahren seines Schaffens entstanden zahlreiche barocke Arbeiten, die weit über das provinzielle herausragen, aber dennoch weitgehend unbeachtet blieben. Neben seinen Gemäldeporträts der Hochschullehrer von Wittenberg wie Gottfried Suevus, Georg Wilhelm Kirchmaier und Gottlieb Wernsdorf der Ältere hat er auch angesehene Bürger der Stadt Wittenberg gemalt. So hat sich unter anderem durch seine Deckenmalereien einen Namen gemacht. Diese befinden sich in Privathäusern von Wittenberg[1], aber auch in den Kirchen der Wittenberger Umgebung sind viele Arbeiten von ihm anzutreffen. Bekannt sind hier unter anderem Arbeiten in Seegrehna, Bergwitz, Kemberg und Rackith.

Zudem hat er verschiedene Zeichnung angefertigt, von denen jedoch die meisten den siebenjährigen Krieg nicht überstanden. So sind heute noch vier Zeichnungen bekannt, die ihm zugeordnet werden können. So eine Medaillonzeichnung von Venus und Amor aus dem Jahre 1718, eine Zeichnung der festlich verkleideten Thesentür 1728, anlässlich des Besuches August des Starken in Wittenberg, eine Zeichnung die die Innenansicht der Schlosskirche aus dem Jahre 1730 zeigt und eine Zeichnung, die das anatomische Theater der Wittenberger Hochschule abbildet. Seine Zeichnungen waren Vorlage für andere Kupferstecher. Dennoch ist sein Werkschaffen nicht vollständig erschlossen. So werden ihm Werke in den Kirchen von Globig, Klitzschena, Herzberg und Seyda zugeordnet.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siebenhaar heiratete am 15. Februar 1724 in Wittenberg Christina Elisabeth († 15. Februar 1724), die Tochter des Oberakziseeinnehmers und Ratsherrn Christian Fincelius.[2] Sie hatte ein Haus in der Wittenberger Mittelstraße Nr. 162[3] mit in die Ehe gebracht. Aus dieser Ehe sind vier Söhne hervorgegangen. Sein ältester Sohn Johann Adolph Siebenhaar (* 16. Februar 1725 in Wittenberg) wurde am 18. Oktober 1738 kostenlos an der Wittenberger Hochschule immatrikuliert, besuchte das Gymnasium in Grimma von 1739 bis 1744, studierte in der Folge an der Universität Wittenberg, wo er am 17. Oktober 1750 den philosophischen Magistergrad erhielt und 1758 eine Stelle als Rektor in Schlieben antrat.1762 wurde er Pfarrer in Hohenbucko.[4] Des Weiteren sind noch die Kinder Gottlieb Samuel Siebenhaar (* 16. Januar 1727), Polycarp Samuel (* 20. Juni 1729) und Martin Wilhelm (* 19. Dezember 1733) bekannt.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Verlag E. A. Fleischmann, München, 1846, Band 16, S. 354 (Online)
  • Arbeiten aus der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle A.d. Saale. Halle (Saale) 1960, Seite 161
  • Jutta Strehle: Der Grafiker Michael Adolf Siebenhaar (1691–1751). sowie: Auf den Spuren Michael Adolf Siebenhaars. In: Beiträgen der Mitteldeutschen Zeitung. 1991

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Dehio (Begr.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Der Bezirk Halle. Akademieverlag, Berlin 1976, S. 512.
  2. Christian Fincelus (* Wittenberg), verh. 21. Oktober 1682, in den Wittenberger Rat gewählt 1690, 1694 wird er Kirchenmitvorsteher, 1703 Acciseeinnehmer († 7. September 1707) vgl. Kirchenbücher Wittenberg und Paul Gottlieb Kettner: Raths-Collegio – der Chur-Stadt Wittenberg. Verlag Johann Christoph Meißner, Wolfenbüttel 1734
  3. heute Grundstück am Holzmarkt heute Risorante Toscana, Ecke Kirchhof und Töpfermarkt
  4. Christian Gottlob Lorenz: Grimmenser-Album… Verlag Compptoirs, Grimma 1850, S. 256 (Online) und Fritz Juntke: Album Academiae Vitebergensis – Jüngere Reihe Teil 3. Halle (Saale) 1966, S. 443
  5. vgl. Wittenberger Kirchenbücher