Hohenbucko

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Wappen Deutschlandkarte
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Hohenbucko
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenbucko hervorgehoben

Koordinaten: 51° 46′ N, 13° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Amt: Schlieben
Höhe: 131 m ü. NHN
Fläche: 43,04 km2
Einwohner: 614 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04936
Vorwahl: 035364
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 237
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Herzberger Straße 7
04936 Schlieben
Bürgermeister: Dennis Lürding
Lage der Gemeinde Hohenbucko im Landkreis Elbe-Elster
Bad LiebenwerdaCrinitzDoberlug-KirchhainElsterwerdaFalkenbergFichtwaldFinsterwaldeGorden-StaupitzGroßthiemigGrödenHeidelandHerzbergHirschfeldHohenbuckoHohenleipischKremitzaueLebusaLichterfeld-SchacksdorfMassen-NiederlausitzMerzdorfMühlberg/ElbePlessaRöderlandRückersdorfSallgastSchildaSchliebenSchönbornSchönewaldeSchradenSonnewaldeTröbitzUebigau-WahrenbrückBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Hohenbucko (niedersorbisch Wusoki Bukow[2]) ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Sie gehört seit 1992 dem Amt Schlieben mit Sitz in der Stadt Schlieben an.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenbucko liegt am „Dreiländereck“ der Landkreise Elbe-Elster, Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind Hohenbucko und Proßmarke.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Der Ort wurde 1346 im Meißner Bistumsmatrikel als Hoenbockaw erstmals urkundlich erwähnt.[4] 1419 wird der Ort als Buckow bei Schlieben genannt. Der Name ist eine sorbisch-deutsche Mischung: Hohen- weil auf einer Anhöhe gelegen, -bucko (von Bukowina) bedeutet Rotbuche, Rotbuchenwald.[5]

Hohenbucko lag an einer alten Handelsstraße. Die Bewohner lebten von Ackerbau und Holzwirtschaft. Um 1512 führte der Schenk von Landsberg räuberische Überfälle gegen das Dorf und ließ es niederbrennen. Auch im Dreißigjährigen Krieg erlitten die Bewohner von Hohenbucko viele Grausamkeiten, abwechselnd von kaiserlichen (1631) und schwedischen Truppen (1637). Im Jahr 1634 wütete die Pest im Ort.[6]

Hohenbucko und Proßmarke gehörten seit 1816 zum Kreis Schweinitz in der preußischen Provinz Sachsen und ab 1952 zum Kreis Herzberg im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Zum 31. Dezember 2001 wurde aus den Gemeinden Hohenbucko und Proßmarke die neue Gemeinde Hohenbucko gebildet.[7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 500
1890 500
1910 520
1925 532
1933 538
1939 501
Jahr Einwohner
1946 756
1950 797
1964 720
1971 699
1981 687
1985 681
Jahr Einwohner
1990 628
1995 586
2000 530
2005 727
2010 686
2015 646
Jahr Einwohner
2016 640
2017 633
2018 638
2019 637
2020 626
2021 614

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[8][9][10], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Der Anstieg der Bevölkerungszahl 2005 ist auf die Fusion von Hohenbucko und Proßmarke im Jahr 2001 zurückzuführen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Hohenbucko besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[11]

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Wählergemeinschaft Bürger für die Gemeinde 64,6 % 5
Wählergemeinschaft Hohenbucko Proßmarke 24,4 % 2
Einzelbewerber Sebastian Angermann 11,0 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2014: Karl-Heinz Alexander[12]
  • 2014: Andreas Polz[13]
  • seit 2015: Dennis Lürding[14]

Lürding wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 63,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[15] gewählt.[16]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postmeilensäule in Hohenbucko

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Hohenbucko stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Dorfkirche, rechteckiger Findlingsbau aus dem 13. Jahrhundert
  • Kursächsische Postmeilensäule von 1750, die Poststraßen von Leipzig nach Frankfurt (Oder) und von Dahme nach Sonnewalde und Kirchhain verliefen durch Hohenbucko.
  • Proßmarker Kirche, ebenfalls ein Feldsteinbau

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Dachboden des einstigen Dorfkonsums befindet sich mit dem „Dachboden der Erinnerungen“ eine private Ausstellung, welche an die Zeit der Konsum-Läden in der DDR erinnert und viele Ausstellungsstücke aus dieser Zeit präsentiert.[17][18]

Anonyme Bestattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 schloss die Gemeinde eine Vereinbarung mit der DF Deutsche Feuerbestattungen GmbH, die dem Unternehmen ermöglicht, einen Teil des Friedhofs für anonyme Urnenbestattungen zu nutzen.[19] Seitdem werden dort, vor allem aus Kostengründen, in Kooperation mit örtlichen Bestattern Urnen aus ganz Deutschland beigesetzt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenbucko liegt an der Bundesstraße 87 zwischen Herzberg (Elster) und Luckau sowie an der Landesstraße L 70 zwischen Dahme/Mark und Doberlug-Kirchhain.

Der Haltepunkt Hohenbucko-Lebusa lag an der Bahnstrecke Falkenberg/Elster–Beeskow. Die Strecke wurde 1995 stillgelegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2021 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. Sorbischer Name: Wusoki Bukow (früher Amt Schlieben, Provinz Sachsen)
    Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928, Sorbisches Institut.
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Hohenbucko
  4. Märkische Oderzeitung. 13. Juli 2006, S. 9.
  5. A. Richter: Der Kreis Schweinitz. In: Eine kleine Heimatkunde für die Schulen des Kreises. 1912.
  6. Hans-Dieter Lehmann: Bilder aus dem Schliebener Amtsbereich, Hohenbucko. In: Schliebener Amtsnachrichten. 19. Mai 1995.
  7. Bildung einer neuen Gemeinde Hohenbucko Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 19. Oktober 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 47, Potsdam, den 21. November 2001, S. 786 PDF
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 18–21
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  10. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  12. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 24
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  14. Der Neue an der Gemeindespitze. In: Lausitzer Rundschau, 11. Dezember 2014
  15. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  16. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  17. Homepage des „Dachbodens der Erinnerung“
  18. Erinnerungen gibt es gratis. In: Lausitzer Rundschau. Region: Herzberg, 26. Mai 2009.
  19. Lausitzer Rundschau vom 19. April 2008, abgerufen am 7. Juli 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hohenbucko – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien