Michael Brie

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Michael Brie (* 24. März 1954 in Schwerin) ist ein deutscher Philosoph. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Theorie und Geschichte des Sozialismus und Kommunismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Brie ist der Sohn des DDR-Diplomaten Horst Brie und dessen Frau Sonja. Michael Brie studierte Philosophie in Berlin und Leningrad und wurde 1974 Mitglied der SED. 1988 wurde er Dozent für Historischen Materialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im September 1990 wurde er dort trotz heftiger Proteste von Uni-Mitarbeitern Professor für Sozialphilosophie.[1] Als er seine Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR offenlegte, wurde er entlassen, 1994 wurde ein Aufhebungsvertrag geschlossen.

Anschließend war Brie als Gastwissenschaftler bei der Arbeitsgruppe Transformationsprozesse in den neuen Bundesländern der Max-Planck-Gesellschaft an der Humboldt-Universität und beim Präsidenten des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin tätig. Von 1997 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Forschung und Publizistik m.b.H. Berlin. Er ist seit 1999 Mitarbeiter in der Rosa-Luxemburg-Stiftung und war von 2008 bis 2013 Leiter des Bereichs Politikanalyse bzw. Direktor des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wissenschaftlich beschäftigt er sich u. a. mit der sozialökologischen Transformation der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaften[2] und strategischen Problemen der Linken.[3]

Von Dezember 1989 bis Januar 1990 war er Mitglied des Parteivorstands der SED-PDS. Er war Mitglied der verschiedenen Programmkommissionen der PDS/Die Linke.

Brie war Mitglied im Kuratorium des Instituts Solidarische Moderne. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac.[4] Brie wurde 2013 zum Mitglied der Gelehrtengesellschaft Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin gewählt.

André Brie ist sein Bruder.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lenin neu entdecken. Das hellblaue Bändchen zur Dialektik der Revolution & Metaphysik der Herrschaft, Hamburg 2017, ISBN 978-3-89965-734-0.
  • als Hrsg.: Mit Realutopien den Kapitalismus transformieren?, Hamburg 2015, ISBN 978-3-89965-648-0:
  • Polanyi neu entdecken. Das hellblaue Bändchen zu einem möglichen Dialog von Nancy Fraser und Karl Polanyi, Hamburg 2015.
  • Das ungelöste Jahrhundertproblem: die Demokratisierung der Wirtschaft, in: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft I/2015.
  • Vorwärts in die Vergangenheit? Wolfgang Streecks verfehlte Wiederentdeckung der marxistischen Kapitalismuskritik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 7/2013, S. 59–70
  • Die kommunistischen Fundamente und der menschenrechtliche Horizont in der kapitalistischen Moderne – Die Experimente des Robert Owen. In: Michael Brie und Mario Candeias: Transformation im Kapitalismus und über ihn hinaus. RLS Paper 2012, S. 101–118 (als PDF; 11600 kB)
  • Entgeltfreier Öffentlicher Personennahverkehr statt »Abwrackprämie«! Standpunkte der Rosa-Luxemburg-Stiftung 8/2009 (als PDF; 149 kB)
  • gemeinsam mit Christoph Spehr: Was ist Sozialismus. Reihe Kontrovers der RLS 1/2008 (als PDF; 955 kB)
  • Die Linke – was kann sie wollen. Politik unter den Bedingungen des Finanzmarkt-Kapitalismus. Supplement zur Zeitschrift Sozialismus, Heft 3/2006
  • Die witzige Dienstklasse. Der politische Witz im späten Staatssozialismus. Berlin: Karl Dietz Verlag 2004 (als PDF; 987 kB)
  • Ordnung aus Anarchie. Fallstudie zur Entstehung einer autoritären Demokratie in der russischen Provinzregion Saratov, Berlin 2004
  • gemeinsam mit Dieter Klein: Der Engel der Geschichte. Befreiende Erfahrungen einer Niederlage, Berlin: Karl Dietz Verlag 1993, ISBN 3-320-01820-5.
  • Wer ist Eigentümer im Sozialismus? Berlin: Dietz Verlag 1990

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Startrampe für Spione. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1991 (online).
  2. Mit Realutopien den Kapitalismus transformieren? - VSA Verlag
  3. Doppelte Transformation – strategische Herausforderungen der Linken
  4. Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates, Stand Juli 2018