Michael Gnant

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Michael Franz Xaver Gnant (* 7. Juni 1964 in Wien) ist ein österreichischer Chirurg mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie und Brustkrebsspezialist, ehemaliger Leiter des Brustgesundheitszentrums Wien und Professor für Chirurgie und chirurgisch-experimentelle Onkologie an der Medizinischen Universität Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Gnant ist gebürtiger Wiener und maturierte am Kollegium Kollegium Kalksburg 1982. Gnant studierte hernach in Wien und München Medizin, promovierte 1988, wurde 2000 an der Universität Wien für das Fach Chirurgie habilitiert[1] und außerordentlicher Universitätsprofessor und erhielt 2004 die Berufung zum Professor für chirurgisch experimentelle Onkologie der Medizinischen Universität Wien.[2] 2005 wurde Gnant zum Präsidenten der Austrian Breast and Colorectal Study Group (ABCSG) gewählt.

Er war von 2014 bis 2018 Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien. Er folgte in dieser Funktion Ferdinand Mühlbacher nach. Ab 2015 war er Vorsitzender des Senats der Medizinischen Universität Wien.[3] 2017 wurde Gnant in die Österreichische Akademie der Wissenschaften gewählt.

Im November 2018 wurde Gnant von der MedUni aufgrund des Vorwurfs, seine Anwesenheit als Operateur an der Universitätsklinik in OP-Protokollen gefälscht zu haben[4], entlassen. Er bestreitet diesen Vorwurf vehement.[5] Im Mai 2019 kam es zu einer außergerichtlichen Einigung: Die Entlassung wurde zurückgezogen, dafür verzichtete Gnant auf seine Stellung als Vorsitzender des Senats und als Vorstand / Primar der Universitätsklinik für Chirurgie sowie auf seine klinische Tätigkeit am AKH. Er ist somit weiterhin Professor an der Medizinischen Universität Wien und widmet sich dort als Mitarbeiter des Comprehensive Cancer Centers[6] wissenschaftlicher Tätigkeit.[7][8] In der PatientInnenbetreuung ist er in der Ordination tätig und operiert derzeit privat.[9]

Michael Gnant ist verheiratet und hat 2 Töchter[10].

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gnant verfasste mehr als 400 wissenschaftliche Publikationen und gilt als ein international führender Brustkrebsspezialist.[11] Im Jahr 2018 war er einer der 40 meistzitierten Wissenschaftler in Österreich.[12]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chirurgische Onkologie: Strategien und Standards für die Praxis
  • Prevention of Bone Metastases (Recent Results in Cancer Research, Band 192) (Englisch) Taschenbuch – 22. Februar 2014, Verlag Springer ISBN 978-3642446146
  • Standards der OP-Patientenlagerung: Korrekte Lagerung und technische Ausstattung im modernen OP-Saal, Verlag Springer ISBN 9783662574829

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verleihung einer Lehrbefugnis, Mitteilungsblatt der Universität Wien, abgerufen am 21. Februar 2015
  2. Lebenslauf (Memento des Originals vom 12. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brustambulanz.info von Michael F.X. Gnant auf der Webseite der Brustambulanz AKH Wien der Medizinischen Universität Wien, abgerufen am 11. September 2014.
  3. Michael Gnant zum neuen Vorsitzenden des Senats der MedUni Wien gewählt. Abgerufen am 2. September 2019.
  4. AKH Wien: So wurden krebskranke Frauen getäuscht. 14. November 2018, abgerufen am 23. April 2021.
  5. AKH-Chirurg zu gefälschten OP-Protokollen: „Bin nicht zum Operieren da“. In: Die Presse. 13. November 2018 (diepresse.com [abgerufen am 29. November 2018]).
  6. Med.Campus - Medizinische Universität Wien. Abgerufen am 23. April 2021.
  7. OP-Protokolle AKH: Gnant und Med-Uni einigen sich außergerichtlich. Abgerufen am 2. September 2019.
  8. Entlassung wird zurückgezogen: Vergleich im Prozess um gefälschte OP-Protokolle im AKH. Abgerufen am 2. September 2019.
  9. [1]
  10. Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant | ACO ASSO. Abgerufen am 23. April 2021 (deutsch).
  11. [2], abgerufen am 10. Dezember 2020.
  12. Österreichs meistzitierte Forscher - science.ORF.at. In: science.ORF.at. 27. November 2018 (orf.at [abgerufen am 29. November 2018]).