Michael Graeter

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Michael Graeter (* 29. Juli 1941[1] in München) ist ein deutscher Boulevard-Journalist, Autor und Gastronom.

Graeter erregte Aufsehen mit der Veröffentlichung von Klatschgeschichten und Gesellschaftskolumnen, die eine Mischung aus persönlichen Erlebnissen, Lebensschicksalen und anonymen Informationen waren. Er diente als Vorlage für die von Franz Xaver Kroetz verkörperte Figur Baby Schimmerlos aus der Fernsehserie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graeters Vater war Kriegsheimkehrer und arbeitete in einem Telegraphenamt.[2] Graeter absolvierte ein Volontariat bei der Schwäbischen Landeszeitung (heute Augsburger Allgemeine) Anfang der 1960er Jahre. Er war nach eigenen Angaben[3] Deutschlands jüngster Ressortleiter bei der Münchener Abendzeitung, für die er ab 1965 als Redaktionsmitglied schrieb. Von 1970 bis 1983 gab er als Verleger die Augsburger Neue Presse heraus. Später arbeitete er als Korrespondent in Paris für diverse Zeitungen und die ZDF-Sendung Die Drehscheibe. 1984 bis 1988 schrieb er bei Bild und von 1989 bis 1997 für die Zeitschrift Bunte als Gesellschafts-Kolumnist, danach für die Neue Revue. 1975 spielte er in der Folge Ein Playboy segnet das Zeitliche der Krimiserie Der Kommissar sich selbst. Von 1979 bis 1998 betrieb er in der Schwabinger Leopoldstraße das Café Extrablatt[4] und eröffnete weitere Filialen in Los Angeles und am Berliner Kurfürstendamm,[5] die allerdings scheiterten. 1986 gründete er die Münchener Kinos „Cadillac“ und „Veranda“, 1998 das Filmtheater „Aeroport FJS Schwabing“.

Am 13. März 2002 wurde er vom Landgericht München wegen Insolvenzverschleppung, Bankrott und Veruntreuung von Arbeitsentgelt zu 14 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Graeter setzte sich deshalb in die Schweiz ab und arbeitete dort für einen Schweizer Privatsender. Er wurde jedoch ausgeliefert und musste aufgrund des Bruches seiner Bewährungsauflagen die restliche Zeit von acht Monaten in der Justizvollzugsanstalt Landsberg absitzen.

Graeter schrieb bis zur Übernahme durch Martin Balle 2014 einige Jahre wieder für die Abendzeitung.[6]

Graeter ist verheiratet mit Monika Graeter und hat einen Sohn (* 1991), er lebt mit seiner Familie am Münchener Stadtrand.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Großen, Berühmten und Reichen. Ein indiskreter Report. Herbig, München 1986, ISBN 3-7766-1447-1
  • Wer ist was in München. In Wort und Bild. Schulz, Percha am Starnberger See 1987, ISBN 3-7962-0119-9
  • Eitelkeit. Geheimnis des Erfolgs. Herbig, München 1990, ISBN 3-7766-1599-0
  • Lexikon des Klatsches. Liebe, Laster und Skandale – von Boris bis Verona. Eichborn, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-8218-3946-5
  • Extrablatt. Langen/Müller, September 2009, ISBN 3-7844-3207-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Timo Frasch, Der Pétrus in dem Alter schmeckt noch, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Juli 2021
  2. Hannes Hintermeier: Michael Graeter: Extrablatt: Wer reinkommt, ist drin. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. März 2021]).
  3. Archivierte Kopie (Memento vom 24. Dezember 2008 im Internet Archive)
  4. DER SPIEGEL: Frühstück bei Michi. Abgerufen am 26. März 2021.
  5. Marion Müller: Café Extrablatt in der Dämmerung verschwunden. In: DIE WELT. 8. Juni 2000 (welt.de [abgerufen am 26. März 2021]).
  6. Tina Stockausen: Michael Graeter – ein Leben für den Klatsch. Hrsg.: Rheinische Post. Jahrgang 64, Nummer 210, 10. September 2009, S. D8.