Michael Ley

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Michael Ley (* 1955 in Konstanz) ist ein österreichischer Politikwissenschaftler.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ley studierte Soziologie in Berlin und Bremen und habilitierte sich an der Universität Innsbruck.[2] Bis zur Auflösung des Instituts im Jahr 2005 war er Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Politik, Religion und Anthropologie der Ludwig Boltzmann Gesellschaft in Innsbruck.[3]

Kritik am Islamismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ley publizierte 2012 „Die kommende Revolte“ bei Wilhelm Fink, München. Juli 2015 kam im Hintergrund Verlag, Osnabrück, sein Buch „Der Selbstmord des Abendlandes. Die Islamisierung Europas“ heraus. In der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ hat Ley einige Thesen aus seinem Buch dargelegt.[4] 2018 war Ley Mitherausgeber des Bandes Nationalmasochismus im Verlag Antaios des neurechten Publizisten Götz Kubitschek.

Im „Selbstmord des Abendlandes“ skizziert Ley seine an der Aufklärung orientierte Vision der Entwicklung des Islam aus seinen christlichen Wurzeln heraus zur Religion von heute. Als Lösung für die Entwicklungskrise der islamisch geprägten Gesellschaften nennt Ley das Reformbeispiel des Reformjudentums ab dem 19. Jahrhundert, das den Weg zeige, wie eine Gesetzesreligion mit der Aufklärung kompatibel werden könne.

Für Ley ist der orthodoxe und der radikale Islam eine Geißel der Menschheit. Mit dem Historiker Egon Flaig bezeichnet Ley den Scharia-Islam als „die schlimmste Gefahr für Demokratie und Menschenrechte im 21. Jahrhundert“. Nur ein Islam ohne Scharia sei mit den Menschenrechten vereinbar. Doch diese Vision bleibe Zukunftsmusik, die Realität sehe anders aus. Die – so Ley – „Islamisierung Europas“ sei die sichtbarste Veränderung der meisten europäischen Gesellschaften. An dieser Entwicklung schieden sich die Geister: Während liberale und gebildete Bürger den aus Sicht Leys zunehmenden Einfluss des konservativen und radikalen Islams mit großen Bedenken betrachten und die Zukunft des Kontinents eher düster sehen würden, interpretierten ihre sogenannten progressiven Gegner diesen Prozess als kulturelle Bereicherung und Überwindung eines obsolet gewordenen Nationalstaates. Der Kampf der Vordenker eines radikalen postnationalen Europas gelte jeder nationalen Identität: Die autochthonen Europäer sollen offensichtlich auf jegliche nationale, kulturelle, religiöse sowie letztlich auch auf eine traditionelle sexuelle Identität verzichten. Selbst die radikalsten kommunistischen Intellektuellen wären seinerzeit in ihren Forderungen nicht so weit gegangen. Die Diskussionen nähmen geradezu groteske Formen an. Die Eliten der Gesellschaft würden nicht müde, große Teile der eigenen Bevölkerung des Rassismus und der Xenophobie zu bezichtigen, während große Teile der Bevölkerung längst das Vertrauen in die vermeintlichen politischen und medialen Vordenker verloren hätten.

Wohlmeinende Zeitgenossen versuchten eine vermittelnde Position einzunehmen, indem sie die Argumente der widerstreitenden Kulturkämpfer vorsichtig abwägen und die bestehende Desintegration vieler muslimischer Migranten mit Bedauern zur Kenntnis nehmen würden, aber gleichzeitig auf vermeintliche historische Traditionen eines weltoffenen Islams verwiesen, die in Europa eine postmoderne Renaissance erfahren sollten. Christen böten einen Dialog der Religionen an, um bestehende Vorurteile zu beseitigen, und schämten sich reumütig der Kreuzzüge eines imperialen Christentums. „Grünbewegte preisen ihren muslimischen Gemüsehändler als Ikone einer gelungenen Integration an. Feministinnen schweigen sich lieber über den Machismus von jungen Männern mit arabischem Migrationshintergrund aus“. Gekaufte Bräute und Ehrenmorde gehörten auch nicht zu den Lieblingsthemen ihrer Gesellschaftskritik. Bildungsforscher rühmten sich, dass aufgrund vermehrter Integrationsangebote die Quote muslimischer Maturanten zunähme, während ihre Kritiker auf die steigende Zahl krimineller Delikte islamischer Migranten verwiesen.

Den laut Ley exorbitanten Judenhass vieler Muslime und die Verachtung des Christentums relativierten die „Islam-Verteidiger“ mit dem, so Ley, Vorwurf eines anti-islamischen Rassismus der einheimischen Bevölkerung. Die politischen und intellektuellen Eliten stünden den Integrationsproblemen hilflos gegenüber und würden den Scherbenhaufen, den sie da angerichtet haben, am liebsten verschweigen. Eine öffentliche Debatte über die Zukunft der europäischen Einwanderungsländer werde von ihnen deshalb so weit wie möglich vermieden. Die Antwort auf den Zivilisationscrash könne deshalb nur in der Rückbesinnung auf die Grundlagen der europäischen Kulturen liegen: der nationalen, ethnischen, religiösen und kulturellen Vielfalt und der europäischen Werte des Humanismus und der Aufklärung.

Laut Peter Münch von der SZ will Ley nicht zwischen einem radikalen und einem moderaten Islam differenzieren. Bei einer Podiumsdiskussion habe sich Ley mit der Äußerung, Europa stehe „eine Islamisierung und eine Endlösung des Judentums bevor“, auch vor historischen Parallelen nicht gescheut.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/4758713/Islamisierung-Europas_Nein-ich-habe-keine-Visionen
  2. Mitteilungsblatt der Universität Innsbruck, 16. Juni 1999
  3. Ludwig Boltzmann Gesellschaft: LBI für Politik, Religion und Anthropologie
  4. http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/4758713/Islamisierung-Europas_Nein-ich-habe-keine-Visionen
  5. Peter Münch: Umarmung in Wien. www.sueddeutsche.de, 14. Februar 2019