Michael Ley

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Michael Ley (* 1955 in Konstanz) ist ein österreichischer Politikwissenschaftler.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ley studierte Soziologie in Berlin und Bremen und habilitierte sich an der Universität Innsbruck.[2] Bis 2005 war er Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Politik, Religion und Anthropologie.[3]

Laut dem globalen Bibliothekskatalog OCLC (frei zugängliche Version Classify)[4] zählen zu seinen global verbreitetsten Büchern mit einem Verbreitungsgrad von mehr als 50 globalen Bibliotheken die Arbeiten: Genozid und Heilserwartung : zum nationalsozialistischen Mord am europäischen Judentum, 1995; Kleine Geschichte des Antisemitismus, 2003; Holokaust als Menschenopfer: vom Christentum zur politischen Religion des Nationalsozialismus, 2002; Mythos und Moderne: über das Verhältnis von Nationalismus und politischen Religionen, 2005; "Zum Schutze des deutschen Blutes--": "Rassenschandegesetze" im Nationalsozialismus, 1997; Das Ende des Nationalismus: neue Fremdenfeindlichkeit und neonationalistische Aufbrüche in Ost- und Westeuropa, 1996; Abschied von Kakanien: Antisemitismus und Nationalismus im Wiener Fin de siècle, 2001; Ist jetzt hier die "wahre Heimat"?: ostjüdische Einwanderung nach Wien, 1993; und Die Zeit heilt keine Wunden : Gespräche mit jüdischen KZ-Überlebenden, 1995.

Kritik am Islamismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ley publizierte 2012 bei Wilhelm Fink, München: „Die kommende Revolte“. Juli 2015 kam im Hintergrund Verlag, Osnabrück, sein Buch „Der Selbstmord des Abendlandes. Die Islamisierung Europas“ heraus. In der Wiener Tageszeitung "Die Presse" hat Ley einige wichtige Thesen aus seinem Buch dargelegt.[5]

Im "Selbstmord des Abendlandes" skizziert Ley seine an der Religionskritik der Aufklärung orientierte Vision der Entwicklung des Islam aus seinen christlichen Wurzeln heraus zur Religion von heute. Als Lösung für die Entwicklungskrise der islamisch geprägten Gesellschaften nennt Ley das Reformbeispiel des Reformjudentums ab dem 19. Jahrhundert, das den Weg zeige, wie eine Gesetzesreligion mit der Aufklärung kompatibel werden könne.

Für Ley, einen bedingungslosen Verfechter der Aufklärung, sei der orthodoxe und der radikale Islam eine Geißel der Menschheit. Mit dem Historiker Egon Flaig bezeichnet Ley den Scharia-Islam als „die schlimmste Gefahr für Demokratie und Menschenrechte im 21. Jahrhundert“. Nur ein Islam ohne Scharia sei mit den Menschenrechten vereinbar. Doch diese Vision bleibt Zukunftsmusik, die Realität sehe anders aus. Die Islamisierung Europas sei die sichtbarste Veränderung der meisten europäischen Gesellschaften. An dieser Entwicklung scheiden sich die Geister: Während liberale und gebildete Bürger den zunehmenden Einfluss des konservativen und radikalen Islams mit großen Bedenken betrachten und die Zukunft des Kontinents eher düster sehen würden, interpretieren ihre sogenannten progressiven Gegner die Islamisierung als kulturelle Bereicherung und Überwindung eines obsolet gewordenen Nationalstaates. Der Kampf der Vordenker eines radikalen postnationalen Europas gelte jeder nationalen Identität: Die autochthonen Europäer sollen offensichtlich auf jegliche nationale, kulturelle, religiöse sowie letztlich auch auf eine traditionelle sexuelle Identität verzichten. Selbst die radikalsten kommunistischen Intellektuellen gingen seinerzeit in ihren Forderungen nicht so weit. Die Diskussionen nehmen geradezu groteske Formen an. Die Eliten der Gesellschaft werden nicht müde, große Teile der eigenen Bevölkerung des Rassismus und der Xenophobie zu bezichtigen, während große Teile der Bevölkerung längst das Vertrauen in die vermeintlichen politischen und medialen Vordenker verloren hätten.

Wohlmeinende Zeitgenossen versuchten eine vermittelnde Position einzunehmen, indem sie die Argumente der widerstreitenden Kulturkämpfer vorsichtig abwägen und die bestehende Desintegration vieler muslimischer Migranten mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, aber gleichzeitig auf vermeintliche historische Traditionen eines weltoffenen Islams verweisen, die in Europa eine postmoderne Renaissance erfahren sollen. Christen bieten einen Dialog der Religionen an, um bestehende Vorurteile zu beseitigen, und schämen sich reumütig der Kreuzzüge eines imperialen Christentums. "Grünbewegte preisen ihren muslimischen Gemüsehändler als Ikone einer gelungenen Integration an. Feministinnen schweigen sich lieber über den Machismus von jungen Männern mit arabischem Migrationshintergrund aus". Gekaufte Bräute und Ehrenmorde gehören auch nicht zu den Lieblingsthemen ihrer Gesellschaftskritik. Bildungsforscher rühmen sich, dass aufgrund vermehrter Integrationsangebote die Quote muslimischer Maturanten zunähme, während ihre Kritiker auf die steigende Zahl krimineller Delikte islamischer Migranten verweisen.

Den exorbitanten Judenhass vieler Muslime und die Verachtung des Christentums relativieren die „Islam-Verteidiger“ mit dem, so Ley, Vorwurf eines anti-islamischen Rassismus der einheimischen Bevölkerung. Die politischen und intellektuellen Eliten stünden den Integrationsproblemen hilflos gegenüber und würden den Scherbenhaufen, den sie da angerichtet haben, am liebsten verschweigen. Eine öffentliche Debatte über die Zukunft der europäischen Einwanderungsländer werde von ihnen deshalb so weit wie möglich vermieden. Die Antwort auf den Zivilisationscrash könne deshalb nur in der Rückbesinnung auf die Grundlagen der europäischen Kulturen liegen: der nationalen, ethnischen, religiösen und kulturellen Vielfalt und der europäischen Werte des Humanismus und der Aufklärung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/4758713/Islamisierung-Europas_Nein-ich-habe-keine-Visionen
  2. Mitteilungsblatt der Universität Innsbruck, 16. Juni 1999
  3. http://www.lbg.ac.at/de/themen/lbi-fuer-politik-religion-anthropologie
  4. http://classify.oclc.org/classify2/ClassifyDemo?search-author-txt=%22Ley%2C+Michael%2C+1955-%22
  5. http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/4758713/Islamisierung-Europas_Nein-ich-habe-keine-Visionen