Michael Praetorius senior

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Michael Praetorius, latinisiert aus Michael Schultheiß, (* um 1515 in Bunzlau; † nach 1583 in Treuenbrietzen) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der als Sohn eines Tuchmachers und Kürschners in Bunzlau geborene Praetorius studierte in Wittenberg Theologie bis zum Erwerb des Bakkalaureustitels. Danach nahm er Anfang 1534 eine Stelle als Lehrer an der Lateinschule Torgau an. In Torgau war er auf musikalischem Gebiet ein Schüler von Johann Walter. 1537 ging Praetorius in Torgau eine Ehe ein; in dieser wurden zumindest drei Söhne geboren. Um bessere Arbeitsmöglichkeiten zu erhalten, setzte er 1538–39 in Wittenberg sein Theologiestudium fort, das er mit dem Erwerb des Magistertitels beendete. In der Folge erhielt er die Stelle eines Predigers an der Marienkirche Torgau. Im Zusammenhang mit den Konflikten um das Leipziger Interim verfasste Praetorius die Schrift Summa und wurde darum, wie sein Vorgesetzter Gabriel Zwilling, 1549 des Amtes enthoben. Praetorius übernahm eine Pfarrstelle in Creuzburg. Aufgrund der herrschenden religiösen Konflikte verlor Praetorius 1563 jedoch erneut das Pfarramt. Durch ein „Enturlaubungsschreiben“ des Creuzburger Rates 1569 rehabilitiert, konnte er dort wieder die Pfarrstelle übernehmen. 1571 wurde sein Sohn Michael geboren, später ein berühmter Komponist, Organist und Hofkapellmeister. 1573 verlor Praetorius wiederum sein Amt in Creuzburg. Daraufhin ging er nach Torgau zurück, wo ihn jedoch 1583 als strengen Lutheraner die Kryptocalvinisten vertrieben. Er flüchtete daraufhin nach Treuenbrietzen im Kurfürstentum Brandenburg, wo er wenige Jahre später als Exul Christi („um Christi willen Vertriebener“) starb.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert von Hintzenstern: Michael Praetorius Chreuzburgensis (1571–1621), in: Laudate Dominum, Thüringer kirchliche Studien, Bd. 3, Berlin 1976, S. 111–114.
  • Hans-Joachim Böttcher: Schult(h)eiß (Praetorius), Michael, in: Bedeutende historische Persönlichkeiten der Dübener Heide, AMF - Nr. 237, 2012, S. 93–94.