Marienkirche (Torgau)

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Stadtkirche St. Marien
Marienkirche im Zentrum der Altstadt

Die Stadtkirche Sankt Marien in Torgau ist eine spätgotische Hallenkirche.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchbau geht auf romanische Ursprünge zurück, die sich im Westwerk der Kirche erhalten haben. Die Hallenkirche ist gotisch aus dem 14. Jahrhundert. Die drei Kirchenschiffe werden im Osten polygonal abgeschlossen. Das Mittelschiff ist durch einen Chor verlängert. Die Kirche hat über dem romanischen Westwerk eine Doppelturmanlage. Der Südturm wurde im Zuge einer Erneuerung barock überformt. Das Westportal ist im gotischen Stil gehalten. Die Sakristei wurde in der Renaissance angefügt. Die Chorwölbung und die Sakristei gehen auf einen Entwurf von Hans von Torgau zurück.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanzel

Die Kanzel mit Evangelisten stammt aus dem Jahr 1582. An der Brüstung der Kanzel ist eine Kanzeluhr angebracht.[1] Die Taufe ist aus dem Jahr 1693. Der Altaraufsatz aus Marmor (1697) ist eine Arbeit nach einem Entwurf des Baumeisters und Stukateurs Giovanni Simonetti.

Die Marienkirche von Torgau ist berühmt für ihre Epitaphien und Grabmäler. Herausragend zunächst die Bronzeplatte für die 1503 in Torgau verstorbenen Sophie von Mecklenburg, die erste Ehefrau des späteren Kurfürsten Johann des Beständigen, aus der Werkstatt von Peter Vischer dem Älteren in Nürnberg, die auf das Jahr 1504 datiert ist. Berühmter ist jedoch das Epitaph der 1552 in Torgau verstorbenen Katharina von Bora, der Witwe Martin Luthers, die auf der Flucht vor der Pest hierher mit der Kutsche verunglückte und ihren erlittenen Verletzungen erlag. Unter den weiteren Epitaphien an der Außenwand befindet sich noch das des 1540 verstorbenen Baumeisters des Schlosses Hartenfels Konrad Krebs.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel der Marienkirche wurde 1984 von dem Orgelbaumeister Siegfried Schuster (Zittau) erbaut. Das Instrument hat 41 Register (Schleifladen) auf 3 Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[2]

I Hauptwerk C–g3
1. Pommer 16’
2. Prinzipal 8’
3. Koppelflöte 8’
4. Oktave 4’
5. Spitzflöte 4’
6. Nasat 22/3
7. Gemshorn 2’
8. Mixtur V 2’
9. Scharfcymbel III 1/2
10. Trompete 8’
11. Chamade 8’
II Oberwerk C–g3
12. Spitzprinzipal 8’
13. Rohrgedackt 8’
14. Oktave 4’
15. Spillflöte 4’
16. Oktave 2’
17. Quinte 11/3
18. Terz 13/5
19. Scharf IV 1’
20. Hautbois 8’
21. Clarion 4’
Tremulant
III Brustwerk C–g3
22. Gedackt 8’
23. Rohrflöte 4’
24. Sesquialter II 22/3
25. Prinzipal 2’
26. Oktave 1’
27. Cymbel II 11/3
28. Singend Regal 8’
29. Chamade 8’
Tremulant
Pedal C–f1
30. Prinzipal 16’
31. Subbaß 16’
32. Großquinte 102/3
33. Oktave 8’
34. Gedacktbaß 8’
35. Oktave 4’
36. Pommer 4’
37. Mixtur VI 22/3
38. Posaune 16’
39. Trompete 8’
40. Clarine 4’
41. Chamade 8’

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio (Begr.), Barbara Bechter (Bearb.): Sachsen, Bd. 2 (Dehio-Handbuch). Deutscher Kunstverlag, München 1998, ISBN 3-422-03048-4.
  • Heinrich Magirius: Die Marienkirche. In: Peter Findeisen, Heinrich Magirius (Bearb.): Die Denkmale der Stadt Torgau. Seemann, Leipzig 1976
  • Heinrich Magirius: Marienkirche Torgau. (= Kleine Kunstführer; 1995). 3. Auflage. Schnell & Steiner, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7954-5722-8 (36 S.)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dorothee Reimann: Die Sanduhr in St. Marien zu Torgau. In: Monumente, Jg. 2005, Heft 11/12, S. 22–23.
  2. Informationen zur Orgel der Marienkirche

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marienkirche (Torgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 33′ 36″ N, 13° 0′ 23″ O