Treuenbrietzen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Treuenbrietzen
Treuenbrietzen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Treuenbrietzen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 6′ N, 12° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 59 m ü. NHN
Fläche: 212,46 km2
Einwohner: 7405 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14929
Vorwahl: 033748
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 632
Stadtgliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Großstr. 105
14929 Treuenbrietzen
Website: www.treuenbrietzen.de
Bürgermeister: Michael Knape (TBV)
Lage der Stadt Treuenbrietzen im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad BelzigBeelitzBeetzseeBeetzseeheideBensdorfBorkheideBorkwaldeBrückBuckautalGolzowGörzkeGräbenHavelseeKleinmachnowKloster LehninLintheLintheMichendorfMühlenfließNiemegkNuthetalPäwesinPlanebruchPlanetalRabenstein/FlämingRosenau (Brandenburg)RoskowSchwielowseeSeddiner SeeStahnsdorfTeltowTreuenbrietzenWenzlowWerder (Havel)Wiesenburg/MarkWollinWusterwitzZiesarGroß KreutzBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Treuenbrietzen ist eine Kleinstadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Südwesten des Landes Brandenburg im Fläming. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treuenbrietzen (bis ins 14. Jahrhundert nur Britzen beziehungsweise Vritzen, dann erhielt die Stadt den Beinamen Treuen, da die Bürger den falschen Woldemar nicht in die Stadt ließen + vermutlich slaw. „brez-“ „Birk(en)-“ oder aber siehe unter „Geschichte“) liegt an der Nieplitz zwischen dem Fläming im Südwesten und dem Glogau-Baruther Urstromtal im Norden. In der Stadt kreuzten sich der alte Handelsweg von Berlin nach Leipzig und der möglicherweise noch bedeutendere von Magdeburg über Jüterbog nach Osten und Südosten. Es liegt 17 km südwestlich von Beelitz, 23 km westlich von Luckenwalde, 21 km nordwestlich von Jüterbog, 32 km nordöstlich von Wittenberg und 20 km östlich von Bad Belzig.

Nach der Gebietsreform 2003 in Brandenburg umfasst Treuenbrietzen ein Gebiet von 211 km². Damit zählt es zu den 100 flächenmäßig größten Gemeinden in Deutschland.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Treuenbrietzen gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung[2] wie folgt:

  • Stadtgebiet Treuenbrietzen mit den Gemeindeteilen Lüdendorf und Tiefenbrunnen

Ortsteile:

Hinzu kommen die Wohnplätze Berliner Siedlung, Schwabeck Gasthof und Treuenbrietzen Süd.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Gründung bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Notgeldschein 1921: „Der falsche Waldemar sucht sich der Stadt Treuenbrietzen zu bemächtigen und wird vor den Toren abgewiesen.“
Historischer Stadtkern

Treuenbrietzen ist aus einer erstmals 1208 nachgewiesenen Burg der Askanier hervorgegangen, deren Vorgänger ein slawischer Burgwall war. 1290 wird es als civitas genannt, 1300 war der Marktflecken von einer Stadtmauer umgeben. Um 1301 erwarb der Rat der Stadt die Obergerichte. 1348 und 1349 blieb die Stadt in der Zeit des Auftretens des falschen Woldemars den Wittelsbachern treu. Hieraus wird auch der Name der Stadt erklärt. Der Name wird in einer Informationsbroschüre der Stadt aus der Anrede „die treuen Bürger von Britzen“ hergeleitet und soll an die Treue der Bürger zu ihrem Landesherrn erinnern.[4] Um die beiden Kirchen St. Marien und St. Nikolai entstanden Wohnhäuser, die Ende des 13. Jahrhunderts bis Anfang des 14. Jahrhunderts durch eine Stadtmauer mit drei Toren umschlossen wurden. Aus dieser Zeit stammt auch der ovale Grundriss mit einer gleichmäßigen Rasterung der Straßen sowie dem Ost-West-Verlauf der Hauptverkehrsstraße.

Notgeldschein 1921: „Vor der Marienkirche – Luther predigt unter der Lutherlinde“

Die Reformation ist für 1537 nachgewiesen. Martin Luther kam zur Verkündung seiner Thesen in die Stadt und wurde am Zugang zur Marienkirche gehindert. Daher wählte er eine Linde vor der Kirche, die noch heute steht und als Lutherlinde bekannt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde ein Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz zerstört. Die Bürger der Stadt bauten auf den Grundmauern der Ruinen größtenteils Dielenhäuser auf.

Einen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Stadt durch die Ansiedlung einer Garnison im 17. Jahrhundert, die 1877 nach Wittenberg verlegt wurde. Wirtschaftlich war Treuenbrietzen durch seine Brauerei, den Weinanbau, das Töpferhandwerk und die Landwirtschaft geprägt. Im 18. Jahrhundert kamen Tuchmacherei und Leineweberei hinzu, woraus 1832 mehrere Textilfabriken hervorgingen, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten.

Der heutige Gemeindeteil Pechüle wurde 1225 erstmals urkundlich als Pechule erwähnt. Der Name leitet sich von einem Personennamen oder vom nahegelegenen See ab.

Seit dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 wurde die Stadt an die Eisenbahnstrecke BelzigJüterbog angeschlossen, 1904 kam eine Bahnverbindung nach Beelitz hinzu. Bekannt wurde Treuenbrietzen auch als einer der ersten deutschen Orte, in denen Tuberkulosekrankenhäuser eingerichtet wurden; dies geschah 1927. Nach vielen Veränderungen, Umbauten und wechselnden Verwendungen (u. a. als Lazarett) entstand daraus das heutige Johanniter-Krankenhaus, zu dem auch eine Klinik für Pneumologie gehört.[5]

Treuenbrietzener Schützen (1924)
Kirche in Pechüle

Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Treuenbrietzen und Umgebung drei Rüstungsfabriken, in denen Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen und Kriegsgefangene zur Arbeit gezwungen wurden: das Werk Sebaldushof („Werk A“), die Munitionsfabrik Werk Selterhof („Werk S“) und das Werk Dr. Kroeber & Sohn. In einem zentralen Lager südlich des Selterhofs waren 1943 2443 Kriegsgefangene untergebracht. 1945 wurden kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee 127 italienische Kriegsgefangene von der Wehrmacht ermordet. Im Ortsteil Rietz wurden drei Zwangsarbeiter von einem Wehrmachtskommando erschossen, woran seit 1975 eine Gedenktafel an einer Scheune an der Rietzer Dorfstraße erinnert.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war das Gebiet um die Stadt stark umkämpft und erlangte durch die Massaker von Treuenbrietzen traurige Berühmtheit. Die Rote Armee erschoss in den letzten April- und ersten Maitagen im Wald zwischen 30 und 166 Zivilisten, vorrangig männlichen Geschlechts.[6] In den letzten Apriltagen 1945 besetzte die Rote Armee Treuenbrietzen, musste sich nach zwölf Stunden aber wieder zurückziehen und konnte bei einer zweiten Offensive die deutsche Wehrmacht endgültig vertreiben.

Nach 1945 waren wirtschaftlich ein Teilbetrieb des Geräte-Regler-Werkes (GRW) Teltow sowie das Fahrzeugwerk Treuenbrietzen mit der Produktion von Sattelaufliegern für W50-Zugmaschinen aus Ludwigsfelde von Bedeutung. Die Landwirtschaft war unter anderem durch spezialisierte Rinderzucht geprägt.

Treuenbrietzen ist eine von 31 Städten, die von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg präsentiert werden und deren alter Stadtkern mit Stadtmauer, Türmen und historischen Gebäuden weitgehend geschlossen erhalten ist. Seit 2008 führt der Bürgermeister Treuenbrietzens den Vorsitz dieser landesweiten Arbeitsgemeinschaft.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Feldheim
Feldsteinkirche in Lobbese
Kirche in Lühsdorf

Im Jahr 1972 wurde Lüdendorf eingemeindet.[7] Sieben Gemeinden kamen im Jahr 2002 hinzu.[8] Drei weitere Gemeinden gehören seit 2003 zu Treuenbrietzen.[9]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bardenitz 31. Dezember 2002
Brachwitz 1. Juni 2002
Dietersdorf 31. Dezember 2002
Feldheim 31. Dezember 2002
Klausdorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Bardenitz
Lobbese 31. März 2003
Lüdendorf 1. Januar 1972
Lühsdorf 26. Oktober 2003
Marzahna 31. März 2003
Niebel 31. Dezember 2002
Niebelhorst 31. Dezember 2002
Pechüle 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Bardenitz
Pflügkuff 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Lobbese
Rietz 31. Dezember 2002
Schmögelsdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Marzahna
Schwabeck 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Feldheim
Zeuden 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Lobbese

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treuenbrietzen lag bis 1952 im Landkreis Zauch-Belzig, wurde 1952 durch die Verwaltungsreform in der DDR Teil des Kreises Jüterbog und gehört seit 1993 zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.

  • 1993: Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 5 466
1890 4 909
1910 5 163
1925 5 793
1933 6 152
1939 8 373
1946 8 569
1950 8 418
Jahr Einwohner
1964 7 167
1971 7 159
1981 6 468
1985 6 393
1989 6 263
1990 6 205
1991 6 160
1992 6 162
1993 6 186
1994 6 324
Jahr Einwohner
1995 6 304
1996 6 237
1997 6 228
1998 6 157
1999 6 112
2000 6 037
2001 5 900
2002 7 780
2003 8 706
2004 8 590
Jahr Einwohner
2005 8 475
2006 8 207
2007 8 108
2008 8 001
2009 7 911
2010 7 776
2011 7 569
2012 7 487
2013 7 406
2014 7 430
Jahr Einwohner
2015 7 379
2016 7 460
2017 7 475
2018 7 405

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[10][11][12]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 61,6 %
 %
30
20
10
0
21,9 %
18,0 %
15,7 %
15,0 %
11,1 %
8,3 %
5,9 %
4,1 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Bürgerinteressenvereinigung Stadt und Dörfer
b Treuenbrietzener Bürgerverein

Die Stadtverordnetenversammlung von Treuenbrietzen besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

Partei / Wählergruppe Sitze 2008[13] Sitze 2014[14] Sitze 2019[15]
Bürgerinteressenvereinigung Stadt und Dörfer 4 5 4
Treuenbrietzener Bürgerverein 5 3
SPD 2 2 3
CDU 3 3 3
Bündnis 90/Die Grünen 2
Die Linke 2 2 1
FDP 6 1 1
Einzelbewerberin Nicole Burger 1
Stadtforum Treuenbrietzen 1
Insgesamt 18 18 18

Der Treuenbrietzener Bürgerverein (TBV) ging zu großen Teilen aus dem ehemaligen Ortsverband der FDP hervor, der sich unter bundesweiter Aufmerksamkeit aufgelöst hatte. Das ehemalige Stadtforum ging in der Bürgerinteressenvereinigung Stadt und Dörfer (BIV) auf.[16]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister Michael Knape
  • seit 2002: Michael Knape (TBV)[17]

Knape war bei den Bürgermeisterwahlen 2001 und 2009 für die FDP angetreten, aus der er mit einem großen Teil des Ortsverbandes 2012 ausgetreten ist. Am 24. September 2017 wurde er mit 58,7 % der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre[18] in seinem Amt bestätigt.[19]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. Januar 1993 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein zweitürmiges und gequadertes rotes Stadttor. Der Mittelbau zeigt ein geöffnetes Tor mit hochgezogenem schwarzen Fallgatter. Die spitzbedachten, goldbeknauften Türme sind mit je einem kleinen Tor und zwei Fenstern in Schwarz versehen. Über dem Stadttor schwebt ein roter, goldbewehrter mit goldenen Kleestengeln belegter Adler.“[20]

Eine historisch belegte Urkunde von 1311 trug das Siegel der Stadt und damit die älteste bekannte Darstellung des Stadtwappens, das sich seitdem nicht wesentlich verändert hat. Das Recht der Stadt Treuenbrietzen, dieses Wappen zu führen, hat das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg am 19. Januar 2004 bestätigt.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Treuenbrietzen ist zweistreifig blau-weiß. Das Recht der Stadt Treuenbrietzen, diese Flagge zu führen, hat das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg am 7. November 2005 bestätigt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Nordwalde im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen, seit 2010 eine weitere mit der Gemeinde Chiaravalle[21] (Provinz Ancona) in Italien.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Treuenbrietzen und in der Liste der Bodendenkmale in Treuenbrietzen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Marien
Backsteinkirche Sankt Nicolai
  • Die Hauptpfarrkirche Sankt Marien der Stadt wurde vor 1217 gegründet und vermutlich ab 1220 als kreuzförmige Pfeilerbasilika erbaut. Begonnen wurde der ursprünglich ungewölbt geplante Bau mit den Ostteilen in sorgfältiger Feldsteintechnik ähnlich dem nahegelegenen Kloster Zinna. Die Apsis mit zwei Reihen von je fünf schlanken Rundbogenfenstern und dem abschließenden Rundbogenfries ist wohl von der Klosterkirche Lehnin inspiriert. Das in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstandene Langhaus aus Backstein lehnt sich in seiner Gestaltung ebenfalls an dieses Vorbild an. Der massige Westturm entstand erst 1452 und erhielt Anfang des 16. Jahrhunderts seine vier Ziergiebel. Von besonderer Bedeutung ist die barocke Orgel auf der Westempore. Sie wurde 1740 von Joachim Wagner erbaut und besitzt 30 Register, die auf zwei Manuale und die Pedale verteilt sind.
  • Sankt-Nikolai-Kirche: Die von der katholischen Gemeinde genutzte kreuzförmige Gewölbebasilika aus Backstein entstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der stilistisch zwischen Romanik und Gotik stehende Bau besitzt einen mächtigen Vierungsturm mit barockem Aufsatz von 1756, welcher in Brandenburg ohne Vergleich dasteht.
Heilig-Geist-Kapelle
  • Die Heilig-Geist-Kapelle wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Kapelle. Im Jahr 1936 wurde die Ruine zum bis heute bestehenden Heimatmuseum ausgebaut.
  • Hakenbuden: Ehemalige Handels- und Lagerhäuser, deren Ursprung bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht.
  • Der Pulverturm diente bis 1877 als Pulver- und Munitionsmagazin für die Treuenbrietzener Garnison. Seit Jahren brüten hier auch Störche.
  • Das Rathaus ist eines der ältesten Gebäude von Treuenbrietzen. Erstmals erwähnt wurde es 1290 als Handels- und Lagerhaus.
  • Die Stadtmauer wurde 1296–1305 von Zinnaer Mönchen im Austausch gegen Wasser- und Mühlenrechte gebaut. Sie ist lediglich an einigen wenigen Stellen erhalten.
  • Das Sabinchen-Denkmal des Bildhauers Lothar Sell wurde 1984 als Hinweis auf die volkstümliche Moritat von Sabinchen errichtet.
Backsteinkirche Bardenitz
  • Die Dorfkirche Bardenitz stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es handelt sich um den einzigen Sakralbau in der Region, der aus Backstein errichtet wurde. Das Bauwerk wurde mehrfach umgebaut. Im 15. Jahrhundert wurden die Apsis sowie die Nord- und Ostseite des Chores abgerissen. Die Südwand blieb stehen und ist heute noch erhalten. Der Chor wurde mit einem geraden Abschluss neu errichtet, höher gezogen und überragt seither das Kirchenschiff. Im Innern befindet sich ein Altaraufsatz aus dem Jahr 1721, der die Kreuzigung Christi zeigt. In der Sakristei steht ein Flügelaltar aus den 1960er Jahren vom Kleinmachnower Bildhauer Hermann Lohrisch.
  • Die Dorfkirche Pechüle ist der älteste Backsteinbau des Flämings mit einem romanischen Kirchenschiff aus dem 13. Jahrhundert. Die Inneneinrichtung der Kirche ist sehr reichhaltig und wertvoll und stellt ebenfalls eine Seltenheit in der Region dar. Der Turm der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert.[22]
  • Die romanische Feldsteinkirche in Lobbese wurde um das Jahr 1200 errichtet. In der neogotischen Dorfkirche Lühsdorf aus dem Jahr 1901 befindet sich eine bauzeitliche Kirchenausstattung. Die Dorfkirche in Klausdorf entstand In den Jahren 1907 und 1908 als neubarocke Saalkirche. Die schlichte Ausstattung stammt aus der Bauzeit. Ein Förderverein engagiert sich seit 2010 für den Erhalt des Bauwerks.

Stadtpark und Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Treuenbrietzen gehört zu dem 1999 gebildeten Naturpark Nuthe-Nieplitz. Unmittelbar am Nordhang der Endmoräne Fläming gelegen, ist die Region um Treuenbrietzen ein reiches Quellgebiet verschiedener Fließe, die der Nieplitz Wasser zuführen. Auch die Nieplitz entspringt im tiefsten Fläminger Wald südlich des Dorfes Frohnsdorf, das heute als Ortsteil zu Treuenbrietzen zählt. Unweit der Nieplitz-Quelle haben die wandernden Gletscher riesige Findlinge hinterlassen wie den Bischofstein bei Rietz, den Bismarckstein, Schneiderstein und Schäferstein an der B 2 zwischen Treuenbrietzen und Dietersdorf oder den Landwehrmannstein, die auf dem ausgeschilderten Wanderweg Steintour besichtigt werden können, der auch an der Flussquelle vorbeiführt.

See im NSG Zarth

Östlich von Treuenbrietzen liegt das sumpfige und waldreiche Naturschutzgebiet Zarth, dessen Name aus dem Slawischen kommt und Teufelswald bedeutet. Anders als der überwiegende Teil des Naturparks und anders auch als sein naturgeschütztes Kerngebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung mit in der Regel offenen, weiten Landschaften und kleinräumigen Biotopwechseln ist das NSG Zarth ein fast urwaldähnliches feuchtes und dichtes Waldgebiet, das mit seinem weitgehend unzugänglichen Bruchwald an den Spreewald erinnert. An der Nordgrenze führt das Bardenitzer Fließ vorbei, und im NSG selbst, obwohl am Rande des Höhenzuges bereits in der Niederung Baruther Urstromtal gelegen, entspringen mehrere Fließe und bilden Tümpel und kleinere Seen. An den feuchtesten Stellen finden sich die biotop-typischen Schwarzerlen und Eschen und in etwas höheren Lagen ein heute in Brandenburg sehr seltener Stieleichen-Hainbuchen-Wald. Etwa 340 Pflanzenarten wurden gezählt, darunter allein fünf verschiedene Orchideenarten, ferner kommen die Prachtnelke und die Süße Wolfsmilch vor. Die Europäische Sumpfschildkröte findet die nötigen klaren Bäche vor und der sehr seltene Schwarzstorch die bevorzugten Verstecke im dichten Wald. Das besonders geschützte NSG Zarth kann und darf nur auf einem Weg durchquert werden, der Treuenbrietzen mit dem südöstlich gelegenen Dorf Bardenitz verbindet. Hier finden sich auch Seen als Reste ehemaliger Torfstiche.

Sabinchenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus mit Sabinchenbrunnen

Bekannt ist der Name der Stadt unter anderem durch das KüchenliedSabinchen war ein Frauenzimmer“, in dessen erster Strophe Treuenbrietzen erwähnt wird:

Da kam aus Treuenbrietzen
Ein junger Mann daher,
Der wollte so gerne Sabinchen besitzen
Und war ein Schuhmacher.
[24]

Vor dem Rathaus wurde 1984 für Sabinchen ein Denkmal errichtet. Im Juni finden alljährlich die Sabinchenfestspiele mit einem Festumzug und der Kür des neuen Sabinchenpaares statt.

Kammerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres, mittlerweile zur Sehenswürdigkeit der Stadt gewordenes Bauwerk sind die Kammerspiele Treuenbrietzen. Das Lichtspieltheater mit 500 Plätzen wurde 1938 errichtet. Das privat geführte Kino wurde nach Kriegsende an den VEB Lichtspiele verkauft. Nach 1989 wurde es von der Treuhandgesellschaft verwaltet und der Spielbetrieb bis 1992 aufrechterhalten. Da eine Vermarktung nicht möglich war, übernahm die Vermögensverwaltung des Bundes die weitere Betreuung. Seitdem stand das Haus ungenutzt und war dem Verfall preisgegeben.

Im Jahr 2002 fanden sich Bürger aus Treuenbrietzen und Umgebung mit dem Ziel zusammen, den Verfall zu beenden und das Kino als eingetragenes Einzeldenkmal wieder zu beleben. Die Kammerspiele sollten für die Bürger eine kulturelle Aufführungs-, Versammlungs- und Begegnungsstätte werden und Kino bleiben. Die Kammerspiele werden nun vom Kinoförderverein Treuenbrietzen betrieben und verwaltet.[25]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeindeteil Feldheim versorgt sich selbständig mit Energie und ist damit das erste Dorf in Brandenburg, das energieautark ist.[26]

Das Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen verfügt über 382 Betten in drei Fachkliniken (Rheumatologie, Psychiatrie, Pneumologie).[27] Es ist aus dem Kreiskrankenhaus Treuenbrietzen hervorgegangen, das seit 1969 bestand und 1994 vom Johanniterorden in seine Trägerschaft übernommen und ausgebaut wurde.

Das Johanniter-Krankenhaus betreibt im Ort eine Krankenpflegeschule mit 65 Ausbildungsplätzen.[28]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof

Die Bahnhöfe Treuenbrietzen und Treuenbrietzen Süd liegen an der Bahnstrecke Jüterbog–Nauen. Sie werden von der Regionalbahnlinie RB 33 zwischen Berlin-Wannsee und Jüterbog im Stundentakt (am Wochenende im Zweistundentakt) bedient.

Die Bahnlinie nach Neustadt (Dosse) über Belzig, Brandenburg an der Havel und Rathenow (Brandenburgische Städtebahn) wurde 1962 eingestellt.

Durch die Regiobus Potsdam-Mittelmark und Sabinchen Touristik ist Treuenbrietzen mit einer PlusBus- sowie weiteren Regionalbuslinien erreichbar.

Die Bundesstraßen B 2 zwischen Beelitz und Lutherstadt Wittenberg sowie B 102 zwischen Niemegk und Jüterbog kreuzen sich in der Stadt. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Brück (9 km) und Niemegk (14 km) an der A 9 Berlin–München.

Waldbrände 2018, Waldumbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende August 2018 kam es vor allem auf den Gebieten der Orte Frohnsdorf, Tiefenbrunn und Klausdorf südöstlich von Treuenbrietzen nach wochenlanger extremer Trockenheit zu tagelangen schweren Waldbränden; über sie wurde bundesweit berichtet.[29][30][31] Als Folge daraus, ebenso wie aus dem Orkan Kyrill von 2007, beabsichtigt das zuständige Forstamt, die bisherige Monokultur aus Kiefern allmählich aufzugeben und durch einen Waldumbau zu einem Mischwald vor allem mit Buchen, Birken und Eichen zu kommen.[32]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Stadt existieren zwei Tagespflegestätten für Kinder, zwei Kindertagesstätten, eine Kindertagesbetreuung, eine Naturkita sowie eine evangelische Kindertagesstätte.
  • Die Stadt betreibt weiterhin eine integrative Kindertagesbetreuung, die Grundschule „Albert Schweitzer“ sowie das Gymnasium „Am Burgwall“.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anlässlich des 112. Deutschen Wandertages stellte die Stadt ein neues Wegeleitsystem für Wanderer vor. Auf mehreren ausgewiesenen Wanderwegen kann die Stadt beispielsweise auf einer 20 Kilometer langen Landschaftstour, einer 34 Kilometer langen Steintour oder der 26 Kilometer langen Energietour erkundet werden.
  • In Treuenbrietzen und Dietersdorf gibt es Freibäder.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Heinrich Himmel, Martin Chemnitz und Johann Weinlob auf einem Notgeldschein, Treuenbrietzen 1921

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walter Nernst

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Nathanaël Pischon: Urkundliche Geschichte der kurmärkischen Stadt Treuenbrietzen und Umgegend. Treuenbrietzen 1871.
  • Heinz Göschel (Hg.), Manfred Bensing u. a. (Bearb.): Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik. 3. Aufl. Leipzig 1985.
  • Lutz Heydick/Günther Hoppe/Jürgen John (Hrsg.): Historischer Führer. Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt (Oder). Leipzig u. a. 1987, ISBN 3-332-00089-6.
  • Ludwig Merkle: Fromm bis an ihr seliges Ende. Spaziergang durch die ,Sabinchenstadt' Treuenbrietzen. In: Rheinischer Merkur, Nr. 7 vom 15. Februar 1991, S. 34.
  • Ulrich Gansert: Erinnerungen an Treuenbrietzen. Frankfurt am Main u. a. 2004, ISBN 3-631-51391-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Treuenbrietzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Treuenbrietzen
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Treuenbrietzen
  4. Stadt Treuenbrietzen (Hrsg.): Willkommen in der Sabinchenstadt Treuenbrietzen, 2013, S. 30
  5. Klaus von Heimendahl (Hrsg.): Das Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen. Vom Wanderarbeitsheim zur Fachklinik. Verlag be.bra wissenschaft, Berlin 2003, ISBN 978-3-937233-01-7.
  6. Petra Görlich: Die Toten von Treuenbrietzen. In: Portal – Das Potsdamer Universitätsmagazin (Heft 4). 2010.
  7. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  10. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 26–29
  11. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  12. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  13. Ergebnis der Kommunalwahl am 28. September 2008. Abgerufen am 25. Juli 2019.
  14. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014. Abgerufen am 25. Juli 2019.
  15. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019. Abgerufen am 25. Juli 2019.
  16. Muntere Wechsel vor der Wahl. In: Märkische Allgemeine, 14. Mai 2014
  17. Kommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31
  18. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  19. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 24. September 2017
  20. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  21. Webpräsenz von Chiaravalle
  22. Märkische Oderzeitung, 26./27. August 2006, S. 11
  23. Treuenbrietzen (Triftfriedhof), Information zur Gedenkstätte im Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, abgefragt am 24. April 2018.
  24. Zitiert nach: Volksliederarchiv, abgerufen am 7. Juni 2012
  25. Website des Kinofördervereins Treuenbrietzen
  26. Thomas Wachs: Feldheim versorgt sich ab sofort autark mit Wärme und Strom aus regenerativen Quellen. Ein Dorf trotzt den Energieriesen. In: Märkische Allgemeine. 7. April 2010 (online [abgerufen am 10. März 2013]).
  27. Website des Johanniter-Krankenhauses
  28. Website der Krankenpflegeschule
  29. https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2018/08/waldbrand-treuenbrietzen-grosseinsatz-evakuierung.html
  30. https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/grossbrand-bei-potsdam-wie-das-feuer-nach-brandenburg-kam/22951870.html
  31. http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Treuenbrietzen/Waldbrand-bei-Treuenbrietzen-wuetet-weiter
  32. Friederike Meier: Wie Orkan 'Kyrill' dem Förster half. Bei Treuenbrietzen versucht Dietrich Henke, den Wald an den Klimawandel anzupassen. In: Neues Deutschland vom 27. Mai 2019, S. 11.
  33. Vier Jahreszeiten: Bilder für das Johanniter-Krankenhaus im Fläming