Michail Petrowitsch Kirponos

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Generaloberst M. P. Kirponos

Michail Petrowitsch Kirponos (russisch Михаил Петрович Кирпонос, wiss. Transliteration Michail Petrovič Kirponos; * 9. Januarjul./ 21. Januar 1892greg.[1] in Wertijewka bei Neschin, Gouvernement Kiew, Russisches Kaiserreich; heute Oblast Tschernihiw, Ukraine; † 20. September 1941 in Schumeikowo bei Lochwiza, Ukraine) war ein sowjetischer Generaloberst ukrainischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1915 Soldat im Ersten Weltkrieg, absolvierte Kirponos eine Ausbildung zum Feldscher. Im August 1917 wurde er an der rumänischen Front zum Vertreter eines revolutionären Regimentskomitees in der 5. Infanteriedivision gewählt und wurde im November zum Vorsitzenden des Komitees des 26. Schützenkorps. Nach der Oktoberrevolution trat er in die Rote Armee ein, mit der er am Russischen Bürgerkrieg in der Ukraine teilnahm. 1918 trat er außerdem in die Kommunistische Partei Russlands ein. Im Dezember 1919 wurde er zum Bataillonskommandeur befördert und wurde später Chef des Stabes, dann Stellvertretender Kommandeur und schließlich Kommandeur des 22. Ukrainischen Räte-Regiments. Nach dem Bürgerkrieg diente Kirponos als stellvertretender Leiter einer Militärschule und danach als Chef des Stabes der 5. Perekop Schützendivision. Er absolvierte 1927 die Militärakademie „M.W. Frunse“ und wurde daraufhin Leiter der Militärschule in Kasan. Für seine Leistungen als Kommandeur der 70. Schützen-Division im Finnischen Winterkrieg wurde er am 21. März 1940 als Held der Sowjetunion (Nr. 91) ausgezeichnet. Er erhielt im April 1940 das Kommando über das XXXXIX. Schützenkorps, im Juni 1940 wurde er Kommandeur des Leningrader Militärbezirks, bevor er im Februar 1941 zum Kommandeur des Besonderen Kiewer Militärbezirk ernannt wurde, aus dem beim deutschen Überfall auf die Sowjetunion die Südwestfront hervorging.

Im Gegensatz zu Armeegeneral Pawlow, dem Oberkommandierenden der Westfront, glaubte Kirponos den Berichten deutscher Überläufer über den bevorstehenden Angriff und hatte seine Truppen rechtzeitig in Alarmbereitschaft versetzt. Er setzte sich auch mit Stalin in Verbindung, als er von den Überläufern erfuhr, dass deutsche Truppen schon über den Bug übersetzten und eine Invasion vorbereiteten.

In Moskau wurde sein vom militärischen Standpunkt aus sinnvoller Vorschlag zur Evakuierung der Bevölkerung wie auch der Verstärkung von Grenzsicherungen als Provokation des Deutschen Reiches angesehen, die man nicht machen könne, weil man dann einen Vorwand für den Kriegsbeginn geben würde.[2] Für die Ablehnung waren somit politische Erwägungen, nicht sachlich militärische maßgebend.

Seine Einheiten hatte er zudem geschickt gestaffelt, und diese wurden von ihm beweglich geführt. Dem Durchbruch der Panzergruppe 1 (Kleist) schickte er sofort eigene Panzer entgegen. So gelang es ihm, den deutschen Vormarsch einige Zeit zumindest zu verlangsamen.

Stalins Befehl „stehen, halten und notfalls sterben“ führte schließlich zur Einkesselung seiner Truppen in der Schlacht um Kiew. Am 20. September 1941 wurde das Hauptquartier der Front selbst überraschend in ein Gefecht mit deutschen Truppen verwickelt. Kirponos leitete die Kämpfe von einem Waldrand aus, wo er bald verwundet wurde. Kurze Zeit später erlitt er eine tödliche Verletzung durch einen Granatsplitter, an der er zwei Minuten später starb.[3]

Vor seinem Tod traf er noch mit General Rokossowski zusammen, der unter ihm ein Korps im Kiewer Militärbezirk übernommen hatte, wie dessen Buch Soldatenpflicht zu entnehmen ist.[4]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kiew gibt es ein Kirponos-Monument.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach anderen Quellen lautet das Geburtsdatum 31. Dezember 1891jul./ 12. Januar 1892greg.
  2. ebbemunk.dk
  3. Aleksander A. Maslov: Fallen Soviet Generals – Soviet General Officers Killed in Battle, 1941–1945, London/ Portland 1998, S. 27.
  4. Konstantin Konstantinowitsch Rokossowski: Soldatenpflicht. Erinnerungen eines Frontoberbefehlshabers. Deutscher Militärverlag, Berlin 1971, S. 11.
  5. worldwalk.info