Ministerium für den ökologischen Übergang (Italien)

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ItalienItalien Ministero della transizione ecologica
— MiTE —
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Stellung der Behörde Ministerium
Bestehen seit 1986
Hauptsitz Via Cristoforo Colombo, Rom
Minister für den ökologischen Übergang Roberto Cingolani
Website minambiente.it

Das Ministerium für den ökologischen Übergang (italienisch Ministero della transizione ecologica, kurz MiTE) ist das Umwelt- und Energieministerium Italiens und Teil der Regierung Italiens. Das an der Via Cristoforo Colombo in Rom ansässige Ministerium wurde am 1. August 1986 gegründet.

Sitz des Ministeriums in der Via Cristoforo Colombo

Minister für den ökologischen Übergang ist seit dem 13. Februar 2021 Roberto Cingolani.[1]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ministerium ist zuständig für Grundsatzfragen der Umweltpolitik, für Naturschutz und Landschaftspflege, Bodenschutz, Hochwasserschutz, Meeresschutz und Klimaschutz sowie für Umweltverträglichkeitsprüfungen. Seit 2021 ist es auch für die Rohstoff- und Energiepolitik zuständig, unter anderem in folgenden Bereichen: Erneuerbare Energien (Kraftwerksbaugenehmigungen im staatlichen Zuständigkeitsbereich), Liberalisierung der Energieversorgung und deren Sicherheit, Richtlinien für die nationalen Energieversorgungsnetze (Strom und Gas) und deren Weiterentwicklung, Verwaltung der strategischen Reserven und Notfallplanung, Schutz vor radioaktiver Kontamination und Entsorgung von radioaktivem Abfall, Grundsatzangelegenheiten der Abfallwirtschaft und der Kreislaufwirtschaft. Beim Amt des Ministerpräsidenten tagt periodisch das „Interministerielle Komitee für den ökologischen Übergang“, das unter Vorsitz des Ministerpräsidenten die umwelt- und energiepolitischen Richtlinien festlegt und diesbezüglich die Arbeit der Ministerien koordiniert.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Führung besteht aus dem Minister und zwei oder drei Staatssekretären. Letztere sind in Italien keine Beamte, sondern Politiker. Seit 2021 gliedert sich das Ministerium im Wesentlichen in drei Hauptabteilungen (dipartimenti) mit insgesamt zehn Abteilungen (Generaldirektionen):

  • Hauptabteilung für Personal, Natur, Boden und Mittelmeer
  • Abteilung für Naturschutz
  • Abteilung für Meer und Küsten
  • Abteilung für Boden- und Gewässerschutz
  • Abteilung für Innovation und Personal
  • Hauptabteilung für den ökologischen Übergang und grüne Investitionen
  • Abteilung für Kreislaufwirtschaft
  • Abteilung für nachhaltiges Wachstum
  • Abteilung für Umweltsanierung
  • Hauptabteilung für Energie und Klima
  • Abteilung für Energieversorgung, Energieeffizienz und Wettbewerb
  • Abteilung für Infrastruktur und Sicherheit im Energie- und Minenwesen
  • Abteilung für Klima, Energie und Luft

Zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehört unter anderem das Forschungsinstitut Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA) sowie Verwaltungseinrichtungen von Nationalparks in Italien und anderen Naturschutzgebieten soweit diese in nationaler Zuständigkeit sind. Zugeordnet sind dem Ministerium besondere Dienststellen oder Einheiten nationaler Polizeibehörden, insbesondere der Carabinieri, der Guardia Costiera und der Guardia di Finanza.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ministero dell’Ambiente wurde 1986 vom Kabinett Craxi II gegründet; davor hatte das Ministerium für Kulturgüter und seit 1983 ein Minister ohne Geschäftsbereich Umweltangelegenheiten bearbeitet. Im Zuge einer Reform der Ministerialbürokratie (Riforma Bassanini) wurde es 1999 in Ministero dell’Ambiente e della Tutela del Territorio umbenannt. 2001 übernahm es Teile der Aufgaben des ehemaligen Ministeriums für öffentliche Arbeiten. 2006 erfolgte die Umbenennung in „Ministerium für Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz“, italienisch Ministero dell’ambiente e della tutela del territorio e del mare. Im Jahr 2021 erhielt das Ministerium seine aktuelle Bezeichnung und auch erweiterte Zuständigkeiten hinsichtlich einer ökologischen Neuausrichtung der italienischen Wirtschafts- und Energiepolitik.

Bisherige Minister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minister Amtszeit Kabinett
Alfredo Biondi 1983–1984 Kabinett Craxi I
Valerio Zanone 1984–1986 Kabinett Craxi I
Francesco De Lorenzo 1986–1987 Kabinett Craxi II
Mario Pavan 1987 Kabinett Fanfani VI
Giorgio Ruffolo 1987–1992 Goria, De Mita, Andreotti VI, Andreotti VII
Carlo Ripa di Meana 1992–1993 Kabinett Amato I
Francesco Rutelli 1993 Kabinett Ciampi
Valdo Spini 1993–1994 Kabinett Ciampi
Altero Matteoli 1994–1995 Kabinett Berlusconi I
Paolo Baratta 1995–1996 Kabinett Dini
Edoardo Ronchi 1996–2000 Prodi I, D’Alema I, D’Alema II
Willer Bordon 2000–2001 Kabinett Amato II
Altero Matteoli 2001–2006 Berlusconi II, Berlusconi III
Alfonso Pecoraro Scanio 2006–2008 Kabinett Prodi II
Stefania Prestigiacomo 2008–2011 Kabinett Berlusconi IV
Corrado Clini 2011–2013 Kabinett Monti
Andrea Orlando 2013–2014 Kabinett Letta
Gian Luca Galletti 2014–2018 Kabinett Renzi, Gentiloni
Sergio Costa 2018–2021 Kabinett Conte I, Conte II
Roberto Cingolani seit dem 13. Februar 2021 Kabinett Draghi

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Il ministro. In: minambiente.it. Abgerufen am 4. Februar 2021 (italienisch).

Koordinaten: 41° 52′ 6,9″ N, 12° 29′ 43,4″ O