Monty Schädel

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Monty Schädel

Monty Schädel (* 1969 in Grevesmühlen [1]) ist ein deutscher Politiker.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schädel war u. a. 1998 bis 2002 Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern und 2007 bis 2017 Politischer Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK). Ebenso war er Sprecher des StudentInnenrates der Pädagogischen Hochschule Neubrandenburg (1990/91) und Vorstandsmitglied bzw. Vorsitzender mehrerer Vereine in Mecklenburg-Vorpommern (u. a. Flüchtlingsrat, Für Demokratie und Toleranz, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) sowie 1995–1996 und 2003–2018 Bundessprecher der DFG-VK [2]. Nach schwerer Erkrankung zog er sich 2015 weitestgehend aus der politischen Arbeit zurück und beschränkte sein politisches Engagement auf die Arbeit als Vorsitzender des Kita-Elternrates in der Mecklenburgischen Seenplatte (KitaErMSE).

Schädel trat 1988 in die SED ein und 1992 aus der PDS wieder aus.[3] Seitdem ist er parteilos. Von 1998 bis 2002 war er als einziges parteiloses Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern, Mitglied in der PDS-Fraktion. Er ist gelernter Koch (Abschluss 1988) und Erzieher (Abschluss 1994).

Nach seiner Ausbildung zum Koch im Kreis Grevesmühlen ging er 1988 nach Leipzig und kochte dort zunächst in der Kantine der Oper, später in einer Gaststätte. Parallel engagierte er sich in der FDJ des Leipziger Theater [4]. 1990 begann er eine Ausbildung zum Erzieher an der Pädagogischen Hochschule in Neubrandenburg. In Neubrandenburg gründete Schädel ein Beratungsbüro für Kriegsdienstverweigerung und schloss sich der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär an. Mehrfach beteiligte er sich an Aktionen gegen die Rekrutierung von Soldaten. 1993 gründete er den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der DFG-VK und war bis 2018 deren ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer. 1995 verweigerte Schädel den Kriegsdienst mit und ohne Waffe. Nach mehreren Wochen im Hungerstreik im Arrest bei der Bundeswehr entzog er sich dem militärischen Zugriff durch die Flucht aus einem Toilettenfester im Bundeswehrkrankenhaus Berlin [5]. Als Totalverweigerer wurde er 1998 wegen Fahnenflucht rechtskräftig zu sieben Monaten auf drei Jahre Bewährung verurteilt.

2006 organisierte er zusammen mit anderen Aktivisten den Protest der Friedensbewegung gegen George W. Bush in Stralsund. 2006/2007 war er Koordinator des Rostocker Bündnisses gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007. 2009 war er aktiv in der Vorbereitung der Protest gegen den NATO-Gipfel in Strasbourg, Kehl und Baden-Baden.

2012 gründete Schädel gemeinsam mit anderen Elternvertretern den ersten Kita-Elternrat nach der Kreisgebietsreform und der Schaffung der Großkreise in Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem ist er Vorsitzender des KitaErMSE. [6]

Seiner Website zufolge sind in den Jahren mehrfach Ermittlungsverfahren gegen ihn betrieben und teilweise zur Anklage gebracht worden. Darunter Verfahren wegen Eingriffs in den Schienenverkehr, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Verstoß gegen das Ausländerrecht, weil er eine Asylbewerberin und ihr Kind vor der Abschiebung versteckt hatte, sowie Beleidigung eines Polizisten durch Duzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vita Redner und Rednerinnen der Ostermärsche 2006
  2. Homepage Monty Schädel "Über mich"
  3. Das Gesicht der Globalisierungsgegner, FAZ 31. Mai 2007
  4. Ein Eulenspiegel aus Mecklenburg, Freitag 21.12.2007
  5. BerlinOnline/Berliner Zeitung, 30.11.1995
  6. Lauter Sprecher für 15 Kinder, Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte, 10.11.2014