Mount Rushmore National Memorial

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Mount Rushmore National Memorial
Die vier Präsidenten (von links nach rechts): George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln.
Die vier Präsidenten (von links nach rechts): George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln.
Mount Rushmore National Memorial (USA)
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Koordinaten: 43° 52′ 44″ N, 103° 27′ 35″ W
Lage: South Dakota, Vereinigte Staaten
Nächste Stadt: Keystone
Fläche: 5,17 km²
Gründung: 3. März, 1925
Besucher: 2.162.998[1] (2013)
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Der Mount Rushmore ist ein Berg in den Black Hills, South Dakota in den USA. Die Bergkette verdankt ihren Namen dem New Yorker Anwalt Charles Rushmore, der ursprünglich die Goldschürfrechte für das Gebiet erworben hatte.

Das Mount Rushmore National Memorial ist ein Denkmal, das aus monumentalen Porträtköpfen der vier bis zur Zeit seiner Erstellung als am bedeutendsten und symbolträchtigsten geltenden US-Präsidenten besteht. Jedes Porträt ist 18 m hoch. Dargestellt sind von links nach rechts die Präsidenten George Washington (1. US-Präsident), Thomas Jefferson (3.), Theodore Roosevelt (26.) und Abraham Lincoln (16.). Vor dem Denkmal sind Ausschnitte aus berühmten Reden der vier Präsidenten auf Schrifttafeln zu lesen. Das Mount-Rushmore-Nationaldenkmal wird auch als Shrine of Democracy (Heiligenschrein der Demokratie) bezeichnet. Die Lakota-Indianer sehen das Monument hingegen als Entweihung ihres heiligen Berges an.

Das Monument befindet sich in der Nähe von Keystone, South Dakota und wird mit dem dazugehörigen Museum vom National Park Service verwaltet. Fertiggestellt wurde es 1941.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mount Rushmore vor den Arbeiten, um 1905.
Abbildung des ursprünglich geplanten Entwurfs des Denkmals

Die Idee, ein Monument für berühmte Persönlichkeiten in den Bergen von South Dakota zu erstellen, kam von dem Historiker Doane Robinson (1856–1946). Er wollte damit den Tourismus in der Region ankurbeln. Ursprünglich dachte er nicht an Präsidenten, sondern an bekannte Gestalten aus der Geschichte des Westens, wie Lewis and Clark, Red Cloud und Buffalo Bill Cody.

Auch war das Monument ursprünglich an einem anderen Platz geplant, nämlich an den Needles, einer bizarren Felsformation in den Black Hills. Aufgrund der schlechten Qualität des Granits und zu wenig Platz für die Skulpturen wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Auch stieß der Vorschlag auf entschiedenen Widerstand bei den Ureinwohnern. Aussicht auf Verwirklichung hatte das Projekt erst, als sich Senator Peter Norbeck (1870–1936) aus South Dakota für das Projekt stark machte und eine Finanzierung durch den Bundeshaushalt sicherte. Die Idee von den vier Präsidenten-Köpfen kam von John Gutzon de la Mothe Borglum (1867–1941)

Das Monument wurde durch John Gutzon de la Mothe Borglum in 14 Sommern zwischen 1927 und 1941 in den Granit des Mount Rushmore gesprengt, gehauen und gemeißelt. Für das Bildnis George Washingtons war 1930 Baubeginn. Mit Thomas Jeffersons Porträt wurde 1936 rechts daneben begonnen. 1937 begann man mit dem Kopf Abraham Lincolns und ab 1939 nahm man in der Felsnische das Bildnis Theodore Roosevelts in Angriff.

Bei den gesamten Arbeiten wurde Gutzon von fast 400 Arbeitern und Helfern unterstützt. Er selbst verstarb vor Vollendung des Kunstwerkes. Sein Sohn Lincoln Borglum setzte die Arbeiten noch einige Monate fort, bis sie im Oktober 1941 aus Geldmangel eingestellt wurden und das Monument am 31. Oktober 1941 für vollendet erklärt wurde.[2] Eine geplante Erweiterung der Figuren bis auf Taillenhöhe wurde nie ausgeführt.

Ansprüche der Lakota-Indianer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich hieß der Berg in der Lakota-Sprache „Sechs Großväter“. Der Berg war Teil der Strecke, die Lakota-Führer Black Elk in einer spirituellen Reise nahm, die ihn zum Harney Peak führte. Das Gebiet der Black Hills war Bestandteil des 1868 abgeschlossenen Vertrags von Fort Laramie. Dieser Vertrag legte das Gebiet des gesamten heutigen US-Bundesstaates South Dakota westlich des Missouri, einschließlich der Black Hills von der Nordgrenze in Nebraska bis zum 46. Breitengrad und vom Missouri im Osten bis zum 104. Meridian im Westen als Indianer-Land zur uneingeschränkten und unbehelligten Nutzung und Besiedlung durch die Great Sioux Nation fest. 1877 wurde der Vertrag von den Vereinigten Staaten gebrochen, nachdem in den Black Hills Gold gefunden wurde, und das Gebiet aus der Great Sioux Reservation herausgenommen wurde. Bis heute erkennen die Sioux Indianer diesen Gebietsverlust nicht an. Sie sehen das Gebiet als Bestandteil von Pine Ridge, 1979 bekamen sie wegen der Missachtung des Vertrags von Fort Laramie und anderer Vereinbarungen eine finanzielle Entschädigung von damals 101 Millionen Dollar zugesprochen. Bis heute verweigern die Sioux jedoch die Annahme des Geldes. Sie wollen das ihnen angestammte Land zurück, vor allem auch die ihnen heiligen Black Hills (Paha Sapa). Sie sehen in dem Monument eine Provokation, insbesondere wegen des abgebildeten Präsidenten Abraham Lincoln, der im Kontext des Sioux Aufstand 1862, auch bekannt als der „Dakota-Konflikt“, 1862 303 Sioux zum Tode verurteilen und am 16. Dezember 1862 38 Lakota Indianer in Mankato, Minnesota, in der größten Massenhinrichtung in der Geschichte der Vereinigten Staaten hängen ließ. Siehe auch. 1971 besetzten Mitglieder der American Indian Movement das Monument und benannten den Berg in „Mount Crazy Horse“ um. Auch errichteten sie eine Gebetsstätte auf dem Gipfel des Berges. An einem eigenen Monument, dem Crazy Horse Memorial, wird seit 1948 gearbeitet. Auch dieses Monument ist nicht unumstritten.

Karte mit der ursprünglichen Grenze der Great Sioux Indianer Reservation nach dem Vertrag von Fort Laramie und der jetzigen Grenze

Verwendung in Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mount-Rushmore-Monument ist Kulisse verschiedener Spielfilme. Zu den bekanntesten Filmszenen gehört der dramatische Showdown des Films Der unsichtbare Dritte von Alfred Hitchcock, bei dem Eva Marie Saint und Cary Grant zwischen den Präsidentenköpfen um ihr Leben kämpfen – wenngleich diese Filmszenen nur im Studio gedreht werden konnten, da man laut François Truffaut keine Drehgenehmigung vor Ort erhalten hatte.

Im Film Mars Attacks! wird das Mount Rushmore Memorial durch die Außerirdischen mit dem Laser ihres Raumschiffes bearbeitet. Nachdem sich der Rauch gelichtet hat, sieht man anstatt der vier Präsidentenköpfe vier Alienköpfe. Auch in vielen anderen Science-Fiction-Produktionen wird das Motiv verwendet, Mount Rushmore um einen weiteren Kopf zu ergänzen, meist handelt es sich dabei um einen für die Verhältnisse der Zeit der Produktion unvorstellbaren Präsidenten, zum Beispiel eine Frau, einen Schwarzen oder einen Außerirdischen. Darstellungen mit einer solchen Ergänzung eines fünften Kopfes gibt es zum Beispiel in den Serien ALF (Episode Der Traumkandidat), Doctor Who und Futurama.

Das Cover des Albums Deep Purple in Rock, dt. auch als „Deep Purple im Fels“ interpretierbar, zeigt die Gesichter der Mitglieder der Band, an Stelle der US-amerikanischen Präsidenten in den Fels von Mount Rushmore gehauen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.nps.gov/moru/learn/management/statistics.htm
  2. Mount Rushmore National Memorial South Dakota

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mount Rushmore National Memorial – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien