Mount Washington Cog Railway

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Mount Washington Cog Railway
Mount Washington Cog Railway
Mount Washington Cog Railway
Streckenlänge:gesamt: 4,8 km
Spurweite:1422 mm
Stationen und Kunstbauwerke
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Mount Washington Summit (Bergstation)
Strecke – geradeaus
Jakobsleiter
Bahnhof ohne Personenverkehr
Skyline Siding 1890 m Höhe
Bahnhof ohne Personenverkehr
Waumbek Siding 1200 m Höhe
   
Marshfield Station (Talstation)
   
frühere Strecke nach Bretton Woods

Die Mount Washington Cog Railway war die weltweit erste Zahnradbahn, die – überwiegend aus touristischen Gründen – auf einen Berg geführt wurde. Noch heute ist sie in Betrieb.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahn führt auf den im US-Bundesstaat New Hampshire gelegenen Mount Washington. Der Talbahnhof, Marshfield Base Station[Anm. 1], liegt 10 km östlich der Route 302 in der Nähe von Bretton Woods auf 823 m Höhe. Die Strecke verläuft an der Westflanke des höchsten Berges von Nordost-Amerika.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Old Peppersass“

Die Bahn wurde seit 1866 nach Plänen von Sylvester Marsh gebaut und am 3. Juli 1869 eröffnet.

Die erste Dampflok der Bahn hieß „Hero“ (Held), wurde aber als „Old Peppersass“ (Pfefferhintern) bekannt und schon beim Streckenbau seit 1866 eingesetzt. Sie hatte noch einen vertikalen Kessel. 1878 wurde sie ausgemustert und nach mehreren Ausstellungen und mehrjähriger Abstellung restauriert. Bei einem Einsatz am 20. Juli 1929 brach bei der Talfahrt ein Zahn aus dem Antriebsrad, die Maschine geriet außer Kontrolle und bewegte sich ungebremst talwärts. Bis auf einen mitreisenden Fotografen konnten alle Passagiere abspringen und so ihr Leben retten. Die herumliegenden Trümmerteile wurden später zusammengesucht und nahe der Base Station wieder zusammengesetzt, wo „Old Peppersass“ noch heute als technisches Denkmal erhalten ist.

Technische Parameter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahnradmechanismus
Hölzerner Oberbau

Die eingleisige Strecke ist 4,8 km lang und wurde in einer Spurweite von 4' 8'' (1422 mm) errichtet.[1] Die Angaben zur Spurweite der Strecke widersprechen sich allerdings in den Primärquellen.[Anm. 2]

Die Zahnradtechnik ist dem 1863 von Niklaus Riggenbach patentierten und nach ihm benannten System sehr ähnlich.

Vom Talbahnhof überwindet die Strecke den knapp fünf Kilometer langen Aufstieg mit einem Höhenunterschied von ca. 1200 Metern mit einer mittleren Steigung von 25 %. Der Oberbau besteht aus einer aus Baumstämmen gezimmerten Fachwerkkonstruktion (Trestle).

Ursprünglich gab es keine Kreuzungsstellen auf der Strecke. Der bergauf fahrende Zug traf sich mit dem bergabfahrenden Zug etwa in Höhe der heutigen Ausweichstelle am Wasserturm. Die Fahrgäste stiegen in den jeweils anderen Zug um und setzen darin die Fahrt fort. Heute gibt es zwei Kreuzungsstellen, in denen die Züge aneinander vorbei fahren können. Die dafür erforderlichen Weichen wurden 1941 eingebaut und mussten von Hand umgestellt werden. Sie wurden 2003 und 2005 durch automatische Hydraulikweichen auf einer Stahlträger-Plattform ersetzt.

Die erste Ausweiche befindet sich auf 1200 m Höhe, die zweite in 1890 m Höhe. Weiter oben folgt die rund 100 Meter lange Jakobsleiter, die mit 37,41 % Steigung weltweit von Zahnradbahnen mit Personenbeförderung nur noch von der Pilatusbahn in der Schweiz mit 48 % an Steilheit übertroffen.[Anm. 3]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampflokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassernahme für „Ammonoosuc“

Ursprünglich gab es sieben Dampflokomotiven mit geneigt montiertem Kessel, mit denen die Bahn betrieben wurde. Diese benötigen pro Fahrt etwa eine Tonne Kohle und 3800 Liter Wasser. Die Lokomotive ist im Zug immer talseitig eingestellt, Wagen und Lok sind nicht miteinander gekuppelt. Der Vortrieb wird bei der Bergfahrt nur durch den Zahnstangeneingriff bewerkstelligt, der über die Antriebsachsen erfolgt. Sie sind dann durch einen Sperrhebel gegen Zurückdrehen gesichert. Die übrigen Räder werden nicht angetrieben. Bei der Talfahrt bremst sich die Lokomotive alleine, hauptsächlich über die Dampfkolben (Gegendruckbremse).

Heute sind noch zwei Dampflokomotiven regelmäßig im Einsatz: Nr. 2, „Ammonoosuc“ (Baujahr 1875), und Nr. 9, „Waumbek“ (Baujahr 1908).[2]

Diesellokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug mit Diesellokomotive

Am 31. Mai 2008 nahm die Bahngesellschaft eine erste Diesellokomotive in Betrieb, die in der eigenen Werkstatt gebaut worden war[3], fünf weitere sind ihr bisher gefolgt, eine siebte ist im Bau und soll im Sommer 2018 in Betrieb gehen, eine achte soll folgen.[4] Die Diesellokomotiven fahren mit Biodiesel. Die Betriebskosten liegen dabei deutlich niedriger als beim Betrieb einer Dampflok.

Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Personenwagen fassen 56 bis 70 Passagiere. Bei der Talfahrt wird der Wagen von einem mitfahrenden Bremser händisch gebremst – unabhängig von der voranfahrenden Lokomotive.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahn verkehrt zwischen Mai und Oktober. Eine Lokomotive verkehrt immer zusammen mit einem Wagen. Die Fahrzeit beträgt rund 60 Minuten.[5] In der Ausweiche auf 1200 m Höhe wird bei Dampfbetrieb nochmals Wasser genommen.

Die meisten Züge werden inzwischen mit Diesellokomotiven betrieben, die Dampflokomotiven dienen als Reserve. Nur der erste Zug des Tages um 9:00 Uhr wird planmäßig mit Dampfloks gefahren. Ab 2019 sollen planmäßig täglich zwei Dampfzüge verkehren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benannt nach Sylvester Marsh sowie Darby Field, dem vermutlich ersten Weißen, der den Mount Washington bestieg.
  2. • Das Kursbuch von 1893 gibt eine Spurweite von 5 Fuß und 3 Zoll (1600 mm) an (Travelers' Official Guide of the Railway and Steam Navigation Lines in the United States and Canada. Ausgabe Juni 1893. New York: National Railway Publication Company. S. VIII).
    • Spätere Kursbücher listen die Strecke als normalspurig mit 1435 mm (Official Guide of the Railways and Steam Navigation Lines of the United States, Porto Rico, Canada, Mexico and Cuba. Ausgabe Juni 1916. New York: National Railway Publication Company. S. XII).
    • Das Poors Manual of Railroads von 1911 führt eine Spurweite von 5 Fuß 7½ Zoll (1715 mm) auf (New York, S. 23).
    • Die Ausgabe des gleichen Handbuchs von 1931 gibt eine Spurweite von 4 Fuß 7½ Zoll, 1410 mm, an (New York, S. 1145.)
    • Der Weltfahrplan von 2009 führt 1397 mm an (Thomas Cook Publishing (Hg.): Overseas Timetable. Sommer 2009, S. 74).
    • Die Angabe der Bahngesellschaft lautet 4 Fuß 8 Zoll, 1422 mm.
  3. Die nicht für den Personenverkehr bestimmten Treidelloks am Panamakanal befahren Streckenabschnitte mit 50 % Steigung.

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. deg: Neue Lokomotive.
  2. deg: Neue Lokomotive.
  3. Technology Articles – The Cog Railway’s first biodiesel engine was featured in the John Deere Power Systems Publication, “Power Source” in 2008.
  4. deg: Neue Lokomotive.
  5. Website der Betreibergesellschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mount Washington Cog Railway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 44° 16′ 26″ N, 71° 19′ 53″ W