Treidellokomotive

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Elektrische Treidellok (1898) am Finowkanal (System Siemens Halske) im Berliner Technikmuseum ausgestellt

Als Treidellokomotive bezeichnet man längs von Gewässern fahrende Lokomotiven, die zum Treideln (Ziehen) von Wasserfahrzeugen dienen. In der Binnenschifffahrt ist man vom Treideln weitgehend abgekommen; als bekannteste Treidelstrecke der Welt gilt heute die Zahnradbahn am Ufer der Schleusen des Panamakanals.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Treidellokomotiven kamen 1873 am Kanal de Bourgogne zum Einsatz. Sie waren mit einer Dampfmaschine ausgerüstet und liefen nur mit einer Achse auf einer Schiene, die andere war in der Art der Lokomobile für den Fahrweg ausgebildet. Diese Bauart bewährte sich nicht.

1880 wurde zwischen den Schleusen Douai und Fontinettes insgesamt 77 km Meterspurgleise verlegt. Die Treidelgeschwindigkeit betrug in der Bergfahrt 1,5 km/h. Wegen anhaltender technischer Schwierigkeiten wurde der Betrieb bereits zum 1. Februar 1886 wieder eingestellt. Zum Einsatz kam eine 14 t schwere vierachsige Dampflokomotive

1890 wurde am Oder-Spree-Kanal auf 900 mm breiten Gleisen eine zweiachsige Dampflok eingesetzt, die mit bis zu sieben Kähnen eine Treidelgeschwindigkeit von 7 km/h erreichte. Auch hier konnte kein wirtschaftlicher Betrieb erreicht werden.

Sichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Siemens gebaute Treidellokomotiven können unter anderem am Teltowkanal in Berlin und am Schiffshebewerk Niederfinow besichtigt werden. In Saverne stehen Treidelloks des Canal de la Marne au Rhin als Denkmäler an der Schleuse und am Grand bassin.

Die Treidelbahn am Teltowkanal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brückenkopf der ehemaligen Teltow-Werft-Brücke mit Schienen der Treidelbahn

Am 2. Juni 1906, kurz nach der Fertigstellung des Teltowkanals, wurde die dazugehörende Treidelbahn in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. feierlich eröffnet. Sie umfasste mehr als 20 Elektrolokomotiven, größtenteils mit nur einem Führerstand. Auf der Höhe des Machnower Sees war die Weiterführung der Eisenbahntrasse aufgrund des unwegsamen Geländes nicht möglich. Die Schiffe wurden dort vom elektrisch betriebenen Schleppschiff Teltow weitergezogen.

Von den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb auch die Treidelbahn nicht verschont. Sowjetische Besatzungstruppen wurden mit der Demontage und dem Abtransport der Überreste betraut. Nur die Fahrzeuge mit den Nummern 2 und 26 blieben erhalten. Nr. 2 ist heute an der Emil-Schulz-Brücke als Denkmal aufgestellt, Nr. 26 ist im Deutschen Technikmuseum Berlin ausgestellt.

Eisernes Tor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe dazu Treidelbahn am Eisernen Tor

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. und H. Säuberlich: Achterbahn in Panama. Treidelloks an der Zahnstange. In: LOK MAGAZIN. Nr. 252/Jahrgang 41/2002. GeraNova Zeitschriftenverlag GmbH München, ISSN 0458-1822, S. 64–65.
  • Rolf Löttgers Treidelbahnen in Europa und Übersee. In: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte. Nr. 5 / Ausgabe 1972. Seite 33 bis 64. Verlag Rösler + Zimmer, Augsburg, Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V, Karlsruhe, ISBN 3-87987-126-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Treidellokomotive – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Treidellokomotive – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen