Mountain Pass

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Ansicht der Mine vom Highway

Mountain Pass ist eine Siedlung im San Bernardino County im US-Bundesstaat Kalifornien, nahe der Grenze zum Bundesstaat Nevada. Sie liegt am Clark Mountain im Süden der Mescal Range auf einer Höhe von 1443 Meter[1] am Interstate Highway 15, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Baker und 80 Kilometer südwestlich von Las Vegas.[2]

Mine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mountain Pass befindet sich ein bedeutendes, aber lange Zeit inaktives Bergwerk zum Abbau von Seltenenerdmetallen, das der Molycorp, Inc. gehört. Es umfasst rund 22 Hektar im Tagebau. Die Mine wurde 2002 stillgelegt, nachdem sich Umweltauflagen nach einem schweren Unfall im Jahr 1998 nicht rentabel umsetzen ließen. Damals war rund eine Milliarde Liter an radioaktiv und chemisch belasteten Abwässern aus undichten Auffangbecken in einen ausgetrockneten Salzsee am Rand der Mojave National Preserve östlich der Mine abgelaufen.[3] Seit 2010 ist sie wieder in Betrieb[4] und wurde bis Ende 2013 nach modernen Standards, auch in der Behandlung von Abwässern ausgebaut.[5]

Der Karbonatit-Komplex wurde im April 1949[6] fast durch Zufall entdeckt, als zwei Schürfer mit einem geliehenen Geigerzähler eine Stätte fanden, an der sie radioaktives Uran vermuteten.[7] Erzproben ergaben jedoch Bastnäsit. Einer der beiden Entdecker machte die Molybdenum Corporation of America auf den Fund aufmerksam und arbeitete später als Metallurge für das Unternehmen. Im Februar 1950 erwarb MCA die Schürfrechte. Im angrenzenden Gebiet wurde durch die United States Geological Survey eine viel größere Lagerstätte von nicht-radioaktivem Bastnäsit gefunden. Diese Lagerstätte befand sich im Gebiet einer kleinen Goldmine, die MCA zusammen mit den Rechten und der Betriebsstätte aufkaufte. Das Unternehmen erwarb in der Folge noch weitere angrenzende Grundstücke.[6] MCA änderte den Namen 1974 in Molycorp, wurde 1977 von Unocal gekauft und ging 2005 in der Chevron Corporation auf.[4]

Molycorp beherrschte während der nächsten zwanzig Jahre den Markt für Elemente der seltenen Erden, so wurde jahrzehntelang die gesamte Weltproduktion von Europium in Mountain Pass gewonnen.[8]

Das Erz der Mine, welches hauptsächlich aus Bastnäsit und teilweise auch aus Monazit besteht, enthält Cer (49 Prozent), Lanthan (33 Prozent), Neodym (12,5 Prozent), Praseodym (4 Prozent), Samarium (1 Prozent) und andere höhere Seltenerdmetalle.[9] Dieses wurde früher unter Einsatz von Schwefelsäure, Salpetersäure, Salzsäure, Ammoniak, Natronlauge und anderen Chemikalien aufgeschlossen, was zu einem großen Abwasseranfall führte.

Wegen gestiegener Weltmarktpreise und um die Abhängigkeit von China zu reduzieren,[10] kaufte 2008 ein dazu neu gegründetes Unternehmen wieder unter dem Namen Molycorp die Mine von Chevron. 2010 wurde die Produktion auf niedrigem Niveau wieder aufgenommen und mit dem Ausbau begonnen.[4] Die geplante Jahreskapazität beträgt 19.050 t SE-Oxide.[11] Molycorp verwendet neue chemische Technologien, alleine auf der Basis von Salzsäure und Natronlauge, und kann so den Abwasseranfall deutlich reduzieren. Die anfallenden Salze sollen dabei durch Chloralkali-Elektrolyse zurückgespalten und teilweise wieder eingesetzt werden.[4] Die optimistischen Pläne großer Investitionen in eine weitere Produktionserhöhung wurden 2013 reduziert, weil die Weltmarktpreise der seltenen Erden nach einem Preisschock 2010 wieder gesunken waren.[11] Gleichzeitig sank auch die Nachfrage nach Seltenen Erden. Deshalb war die Mine seit der Wiedereröffnung 2010 bis Anfang 2015 nie in den schwarzen Zahlen.[12]

Am 25. Juni 2015 meldete Molycorp Insolvenz nach dem Gläubigerschutzverfahren an.[13] Der Betrieb der Mountain Pass Mine wird für die Dauer des Verfahrens weiter gehen.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mountain Pass im Geographic Names Information System des United States Geological Survey
  2. Margret S. Woyski: Petrology of the Mountain Pass Carbonite Complex – A Review. In: Donald L. Fife, Arthur R. Brown (Hrsg.): Geology and Mineral Wealth of the California Desert. South Coast Geological Society, 1980, Seiten 367–378
  3. Lisa Margonelli: Clean Energy's Dirty Little Secret. In: The Atlantic, Mai 2009
  4. a b c d Molycorp: Mountain Pass
  5. Molycorp: Molycorp Announces Mechanical Completions of Mountain Pass Units, Pressemitteilung vom 2. Oktober 2013
  6. a b Warren N. Warhol: Molycorp's Mountain Pass Operations. In: Donald L. Fife, Arthur R. Brown (Hrsg.): Geology and Mineral Wealth of the California Desert. South Coast Geological Society, 1980, Seiten 359–366
  7. David Jessey: Mountain Pass Rare Earth Mine (Memento vom 13. März 2014 im Internet Archive), California State Polytechnic University, Pomona, abgerufen am 1. November 2010
  8. Popular Mechanics: One American Mine Versus China's Rare Earths Dominance, 14. Januar 2013
  9. C&EN, Vol. 88, Nr. 35, 30. August 2010, S. 9–12
  10. China stoppt Lieferung seltener Erden, derstandard.at, 24. September 2010, 14:06
  11. a b Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Aktuelle BGR-Recherche: Anteil Chinas an weltweiter Seltene Erden-Produktion sinkt nur langsam, 12. März 2014
  12. Forbes: What 60 Minutes Got Wrong About Rare Earths And China, 23. März 2015
  13. Prime Clerk: Molycorp, Inc. (15-11357)
  14. Molycorp, Inc. Receives Court Approval for Interim Financing; Company Has $22 Million in New Funds to Support Operations, 2. Juli 2015

Koordinaten: 35° 28′ 39,1″ N, 115° 32′ 29,1″ W