Abū Dschaʿfar at-Tūsī

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Abū Dschaʿfar Muhammad ibn al-Hasan at-Tūsī (arabisch أبو جعفر محمد بن الحسن الطوسي, DMG Abū Ǧaʿfar Muḥammad b. al-Ḥasan aṭ-Ṭūsī; geb. 995 in Tūs; gest. 1067 in Nadschaf, Irak), bekannt als Scheich Tūsī, war ein zwölfer-schiitischer Gelehrter, Sammler von Überlieferungen, Jurist und Theologe. Er war ein Schüler von Scheich Mufīd.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1017 verließ Muhammad at-Tūsī seine Heimat Chorasan, das zu dieser Zeit von dem Ghaznawiden Mahmud von Ghaznī beherrscht wurde, in Richtung Bagdad, welches unter der Herrschaft der schiitischen Buyiden stand. Der abbasidische Kalif al-Qāʾim bi-amri 'llāh (1031-1075) war es, der ihn schließlich zum höchsten Theologe am Hofe in Bagdad ernannte. Muhammad at-Tūsī erhielt so auch seine eigene Bibliothek im Bagdader Viertel Karch, was das Zentrum der Zwölfer-Schiiten wurde. 1056 eroberte der Seldschuke Tughrul Beg Bagdad. Im Zuge der Eroberung wurden viele Viertel, insbesondere Karch, verwüstet. Muhammad at-Tūsī war deshalb gezwungen, nach Nadschaf zu fliehen, wo er einen kleinen Kreis seiner Studenten weiterhin unterrichtete.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist der Autor von zwei der Vier Bücher (kutub al-arbaʿa) von Überlieferungen der Zwölfer-Siiten:

  • "Die Revision der Entscheidungen" (تهذيب الأحكام, DMG Taḥḏīb al-ʾaḥkām). Auf dieses Buch wird in der zwölfer-schiitischen Literatur häufig auch mit dem Titel aṣ-Ṣaḥīḥ verwiesen.[3]
  • "Die Betrachtung der umstrittenen Überlieferungen" (arabisch الاستبصار فيما اختلف فيه من الأخبار, DMG al-Istibṣār fīmā ḫtulifa fihi min al-aḫbār)

In der zwölfer-schiitischen Literatur wird auf at-Tūsī häufig nur mit "der Scheich" (aš-šaiḫ) verwiesen, während bei Scheich Mufīd von al-Mufīd gesprochen wird.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amir-Moezzi, Mohammad Ali: al-Ṭūsī. In: P. Bearman, Th. Bianquis, C.E. Bosworth, E. van Donzel, W.P. Heinrichs (Hrsg.): Encyclopaedia of Islam ll.
  2. Ebd.
  3. Vgl. al-Hasan ibn Yūsuf al-Hilli: Muntahā al-maṭlab fī taḥqīq al-maḏhab. Mašhad 1412q. Bd. I, S. 23.
  4. Vgl. al-Hasan ibn Yūsuf al-Hilli: Muntahā al-maṭlab fī taḥqīq al-maḏhab. Mašhad 1412q. Bd. I, S. 9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abū Dschaʿfar at-Tūsī (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
Abū Ǧaʿfar Muḥammad b. Ḥasan aṭ-Ṭūsī; Scheich Tusi; Muhammad ibn al-Hasan at-Tusi; Muḥammad b. al-Ḥasan aṭ-Ṭūsī; Abu Dscha'far Muhammad ibn al-Hasan at-Tusi; Shaykh Muhammad at-Tusi; Scheich al-Tusi; Abu Dschafar Muhammad ibn al-Hasan at-Tusi