Multikulturhaus

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Das Multikulturhaus in Neu-Ulm war eine vom Multikulturhaus Ulm e.V getragene Einrichtung. Der Verein wurde am 28. Dezember 2005 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern verboten und das Multikulturhaus geschlossen. Die Stadt Neu-Ulm plant, das Gebäude zu einem Obdachlosenasyl umzubauen.

Islamistischer Knotenpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Multikulturhaus erlangte internationale Aufmerksamkeit als Knotenpunkt islamistischer Aktivitäten und Drehscheibe hochrangiger Terroristen in Deutschland. Im Multikulturhaus verkehrten unter anderem Reda Seyam und Yehia Yousif.

„Bei den Durchsuchungs- und Beschlagnahmeaktionen hat sich das Multikulturhaus in Neu-Ulm als wahrer Hort des islamistischen Extremismus herausgestellt. Aus den Vereinsräumen ist lastwagenweise belastendes Material abtransportiert worden, das belegt, dass Aktivisten im Multikulturhaus systematisch gegen unsere verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung agitiert haben. Die Tätigkeit des Multikulturhauses hat sich in ganz extremer Weise gegen das friedliche Zusammenleben von Deutschen und Ausländern und von verschiedenen Ausländergruppen in der Bundesrepublik Deutschland sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung gerichtet“

Bayerisches Staatsministerium des Innern: Pressemitteilung vom 6. April 2006[1]

In der Bibliothek des Multikulturhauses lagen Schriften aus, die Christen und Juden als Feinde präsentieren, „die hingerichtet werden müssen, wenn sie nicht bereuen und zum Islam konvertieren“.[1] In dem Material wird offen für den Dschihad geworben und die Bedeutung des Dschihad erläutert: „Die spezielle Bedeutung von Djihad bedeutet: Die Ungläubigen töten, nachdem sie den Aufruf zum Übertritt zum Islam empfangen haben und mit seiner wahren Bedeutung bekannt gemacht worden sind“.[1] An anderer Stelle heißt es: „… sollten sich die Nicht-Muslime weigern dem Beispiel der Gläubigen zu folgen, bestehe die Pflicht, sie zu töten“.[1]

Im Multikulturhaus wurde intensiv für den radikalen Islam geworben und Jugendliche zum Islam bekehrt. In dem Buch Die Kinder des Dschihad ist dem Multikulturhaus ein ganzes Kapitel gewidmet.

Über dem vor dem Haus angebrachten Schriftzug „Multikulturhaus“ stand der Schriftzug „Mekka“ in arabischer Schrift, die für ungeschulte Augen wie ein Dekorationselement aussah.

Vereinsverbot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Dezember 2005 wurde der Verein vom Bayerischen Staatsministerium des Innern verboten und das Multikulturhaus geschlossen.[2] Seitdem steht das Gebäude leer.[3] In den angrenzenden Gebäudeanlagen ist ein Bordell untergebracht.[4]

Das Islamische Informationszentrum Ulm bot Ersatzstrukturen für das verbotene Multikulturhaus.

Anfang 2017 berichteten die Medien über Pläne der Stadt Neu-Ulm, das Gebäude des ehemaligen Multikulturhauses zu einem Obdachlosenasyl umzubauen.[5]

Besucher des Multikulturhauses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer wieder gab es Berichte über Terroristen bzw. terrorverdächtige Besucher des Multi-Kultur-Hauses:

Auch das CIA-Opfer Khaled al-Masri[7][2] hat das Haus wohl besucht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 6. April 2006
  2. a b Beckstein schließt Islamisten-Treffpunkt in Neu-Ulm“, in: FAZ.net, 28. Dezember 2005.
  3. Früherer Islamisten-Treff in Neu-Ulm steht leer. In: swp.de (Südwest Presse). 21. August 2013.
  4. „Rache für Bordelle als Motiv für El Masris Angriff?“ Augsburger Allgemeine vom 20. Oktober 2009
  5. Ronald Hinzpeter: Multikulturhaus wird zum Obdachlosenasyl. In: Augsburger Allgemeine. 19. Februar 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  6. El-Masri enttäuscht von der Bundesregierung“, auf: Spiegel Online 9. Dezember 2005 und „BKA-Eskorte für Terrorverdächtigen“, ebd., 20. Dezember 2005.
  7. a b c d Ulrich Neumann und Fritz Schmaldienst: „Neues zum Fall El-Masri: Gab es Kontakte in die Islamistenszene?“, in: Report Mainz, 16. Oktober 2006.
  8. Kölner Stadtanzeiger: Sauerland Prozess – Angeklagter bleibt sitzen und scherzt 23. April 2009
  9. Matthias Gebauer und Sebastian Fischer: „Die Heimat als Todfeind“, auf: Spiegel Online, 7. September 2007.
  10. Philipp Wittrock: „Bombenbauer aus der Provinz: Fritz G., 28 – der Rädelsführer aus Ulm“, auf: Spiegel Online, 7. September 2007.

Koordinaten: 48° 23′ 18″ N, 10° 1′ 23″ O