Christ

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Christen ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere jeweilige Bedeutungen sind unter Christ (Begriffsklärung) und Christen (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Christ wird eine Person bezeichnet, die sich zu Jesus von Nazaret (auch Jesus Christus genannt) und zu dessen Lehren bekennt, welche im Neuen Testament der Bibel überliefert sind, und die getauft ist. Die Christen teilen sich auf verschiedene Konfessionen des Christentums auf. Der Begriff Namenschrist bezeichnet eine Person, die formal einer christlichen Glaubensgemeinschaft angehört, ohne sich an deren Lehren gebunden zu fühlen oder deren Versammlungen beizuwohnen.

Cornelis Bega, Christen beim Tischgebet

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung „Christ“ (altgriechisch Χριστιανός Christianós ‚Der Christliche‘) für einen Anhänger Jesu Christi soll erstmals in Antiochien in Syrien um 40 n. Chr. benutzt worden sein,[1] wobei das Wort zunächst von Außenstehenden – herabsetzend gemeint – gebraucht wurde (Apg 11,26 GNB).[2] Später wurde es als Selbstbenennung der betreffenden Personengruppe übernommen (ist also ein Geusenwort). Im Neuen Testament kommt diese Bezeichnung aber nur selten vor (neben der genannten Stelle in Apg 11 noch in Apg 26,28 EU und 1 Petr 4,16 EU). Andere Bezeichnungen sind häufiger, so werden in den Paulusbriefen die Briefempfänger oft als „Heilige“ angesprochen (z.B. 1 Kor 1,2 EU). Weitere Bezeichnungen waren „an Christus Jesus Gläubige“ (1 Thess 1,7 EU) oder „Jünger“ (Apg 6,1 EU).

Die Selbstbezeichnung als Christen erscheint auch im Namen vieler Gruppen, indem sie „Christengemeinde“ als Teil ihres Namens verwenden.[3]

In älteren deutschen Texten ist mit „Christ“ oft (Jesus) Christus gemeint, z. B. in dem Weihnachtslied O du fröhliche. Dort heißt es in der ersten Strophe: „Welt ging verloren, Christ ist geboren“.

Christliches Glaubensgut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Christ glaubt im Rahmen der Lehre der Bibel an die Gottessohnschaft Jesu Christi, die Sündenvergebung durch dessen Tod am Kreuz und seine Auferstehung persönlich für jeden bereuenden Menschen und die Auferstehung der Toten.

Nach dem Neuen Testament ist man Christ nicht für sich allein. Vielmehr ist jeder Christ von Christus in den Leib Christi eingegliedert, einen lebendigen Organismus, in dem jeder wie ein Glied eines menschlichen Körpers seine Aufgabe hat und von den anderen Gliedern getragen und versorgt wird (1 Kor 12,12–27 EU). Das wird umgesetzt, indem er sich einer konkreten Gemeinde verbindlich anschließt, ihre Versammlungen besucht und zur gegenseitigen Unterstützung Kontakt zu anderen Gemeindegliedern hält.

Abseits konfessioneller Unterschiede gibt es Versuche, das Wesentliche am Christsein herauszustellen, etwa von dem Anglikaner C.S. Lewis, der mere Christianity (1952) beschrieb,[4] nämlich das Christentum, wie es von den verschiedenen Konfessionen gemeinsam vertreten wird, und N.T. Wright, der Simply Christian (2006) erläuterte.[5] Und der Baptist Franz Graf-Stuhlhofer erklärte, Warum es gut ist, Christ zu werden (2013).[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz-Werner Neudorfer: Art. Christ, in: Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, Bd.1, 1992, S. 365f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Christ – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Christ – Zitate

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. * Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch. Herder, Freiburg im Breisgau 2000, ISBN 3-451-27340-3, S. 114–116, 319–325
  2. Eine ähnliche Bezeichnung gab es für die Anhänger des Herodes Antipas in Galiläa: Herodianoi (Mk 3,6 ELB).
  3. Etwa der Bund Freie Christengemeinde – Pfingstgemeinde in Österreich.
  4. Auf Deutsch: C. S. Lewis: Pardon, ich bin Christ. Meine Argumente für den Glauben. Brunnen, Basel 1977.
  5. Auf Deutsch: Tom Wright: Warum Christ sein Sinn macht. Johannis, Lahr/Schwarzwald 2009.
  6. Franz Graf-Stuhlhofer: Warum es gut ist, Christ zu werden: Was es bringt, und was es kostet. Verlag für Theologie und Religionswissenschaft, Nürnberg 2013.