Museum Autovision

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
NSU-Oldtimer des Museums Autovision
Elektroauto der Detroit Electric; Typisch für das Museum ist die gedrängte Aufstellung, vgl. Nähe des Nachbarautos, Nachbau der Jamais Contente
BMW-Wasserstoffmotor

Das Museum Autovision – Tradition & Forum ist das Privatmuseum des Elektronikunternehmers Horst Schultz in Altlußheim, das sich mit der Geschichte und Zukunft der modernen individuellen Mobilität, insbesondere alternativen Antrieben beschäftigt.

Das Museum richtet sich vor allem an junge Technikinteressierte sowie Liebhaber von seltenen Automobilen, die Meilensteine der Mobilität darstellen. Das Museum bietet Raum für zahlreiche Sonderausstellungen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde 2002 von dem Unternehmer Horst Schultz gegründet, der seine Firma ELBA Electric GmbH für 52 Mio. DM an die Computer Products Inc. in Boca Raton verkauft hatte. Millionenschwer investierte er in ein 2001 errichtetes Gebäude in Altlußheim und in die dort ausgestellten Fahrzeug-Raritäten aus aller Welt und gründete mit seiner Frau dann die gemeinnützige Stiftung Museum Autovision Horst und Brigitte Schultz.[2] Am 25. November 2010 wurde die Museumsstiftung vom Regierungspräsidium Karlsruhe offiziell anerkannt.

Seit 2012 zeigt das Museum als erstes Museum europaweit Technologien für eine automobile Zukunft ohne erdölbasierendem Antrieb.[3]

Im Jahr 2016 wurde die Erweiterung des Museum um einen modernen Konzeptbau (X-Cube) erweitert.[1]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der individuellen Mobilität, größte NSU-Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Entwicklung der individuellen Mobilität in den letzten 125 Jahren wird erzählt anhand von einigen originalgetreuen Nachbauten wie dem ersten Laufrad des Freiherrn von Drais oder dem Rekordelektroauto La Jamais Contente von Camille Jenatzy von 1899 und exemplarisch mittels der größten privaten Sammlung von Fahrrädern, Motorrädern, Oldtimern und Nachkriegskleinwagen der Firma NSU. Zu den Ausstellungsstücken gehört auch eine Originalausstattung einer NSU-Werkstatt der 1920er-Jahre.

Wankelmotor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum beherbergt die weltweit größte Ausstellung von Wankelmotoren, Wankelautos – Serienfahrzeuge und Prototypen – sowie drei Wankelmotorräder. Unter anderem ist das NSU-Schnittmodell des Ro 80 zu sehen, mit dem NSU das Fahrzeug damals auf der IAA präsentierte.

Modelle und Experimente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gezeigt werden Metallmodelle, mit denen Autobestandteile wie Motor, Differential und Automatikschaltung nachvollzogen werden können, sowie Metallmodelle zum Thema Kraftübertragung. Schließlich stehen Kästen mit vorbereiteten Experimenten zu naturwissenschaftlichen Themen bereit.

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der großen Wankelausstellung präsentiert das Museum weitere alternative Antriebe, also Elektroautos, ein Brennstoffzellen-Fahrzeug, ein Flüssigasfahrzeug, ein Wasserstoffauto und Hybridfahrzeuge sowie die nötige Infrastruktur. Auch das Einliterauto von VW ist ausgestellt. Ergänzend werden verschiedene Batteriesysteme und auf Schautafeln eine Vielzahl von alternativen Motorkonzepten und Treibstoffen vorgestellt.

Für Inhaber von Elektroautos wird eine Solartankstelle vorgehalten.

Solartankstelle mit 10 und 16-Ampere-Anschluss

Alternative Motorkonzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum bietet auf Schautafeln Erläuterungen meist mit Zeichnungen, im Einzelfall mit Metallmodellen, zu alternativen Motorkonzepten. Zu den vorgestellten Rotationsmotoren zählen Sabet-Motor, Hüttlin-Kugelmotor, Schneeberger-Motor, Druckzellenmotor, Wolfhart-Kugelmotor, Impulsmotor, Starrotor-Motor, Quasiturbine und Ballpiston-Motor (reine Studie). Hubkolbenmotoren der Ausstellung sind Gollemotor (ein Gegenkolbenmotor), Strahm-Motor sowie eine Sammeltafel mit 5-Taktmotor (Millermotor), Stelzer-Motor, Erickson-Motor und Druckluft-Motor (Gasexpansionsmotor).

Nachbau des Elektrodreirads von W. E. Ayrton und J. Perry[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Sammlung des Museums zählen Exponate von originalen Elektrofahrzeuge, die bis 1899 zurückreichen. Das 1882 gebaute Ayrton & Perry Electric Tricycle war nicht im Original verfügbar; daher rekonstruierten Horst Schultz und sein Team es in originalgetreuer Form.[4] Recherchen und Konstruktion dauerten ein Jahr.[5] Geschätzt wurden 1000 Arbeitsstunden für den Nachbau des Ayrton & Perry Electric Tricycle investiert.[6] Das Fahrzeug wurde unter anderem als „Oldtimer der Woche“ in der Rubrik „Motor“ der Zeitung Die Welt im Dezember 2011 vorgestellt.[7]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museum Autovision – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stefan Kern: Altlußheim: Acht Traum-Bugattis stehen nun im „X-Cube“. Rhein-Neckar-Zeitung, 9. Juni 2015.
  2. Hermann Motsch-Klein: Wirtschaftswandern. Seltene Autos – selten schöner Pfalzblick. Die Rheinpfalz, 15. Juli 2014.
  3. Manfred Neuhöfer (Autor); Andreas Henn (Fotogr.): Geschichte auf Rädern. Der lange Weg zu einer der bedeutendsten Bugatti-Sammlungen der Welt. Commerzbank, 26. November 2015, S. 2.
  4. Sariana Kunze: Elektromobilität: Erstes Elektroauto von 1881 fährt wieder. Elektrotechnik, 28. November 2011.
  5. Elektroauto von anno dazumal. In: Deutsches Handwerksblatt, Januar 2012.
  6. Sebastian Viehmann: Das vergessene erste Auto – ein Elektromobil. Zeit online, 21. November 2011.
  7. Björn Engel: Oldtimer der Woche. Die Welt, 3. Dezember 2011.

Koordinaten: 49° 17′ 53″ N, 8° 30′ 22,5″ O