Museum der bayerischen Könige

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Das Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau, im Hintergrund Schloss Neuschwanstein

Das Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau bei Füssen vermittelt Einblicke in die Geschichte des Königsgeschlechts der Wittelsbacher von ihren Anfängen bis zu der Gegenwart.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde im Herbst 2011 zum 125. Todestag von König Ludwig II. eröffnet. Es befindet sich im ehemaligen Grandhotel Alpenrose, das 1889 auf den Kellergewölben des älteren Gasthauses zur Alpenrose errichtet wurde. Bereits 1894 hatte das bayerische Königshaus das Hotel erworben, das bislang vor allem Sommerfrischler beherbergte und im Winter geschlossen war, um die königlichen Jagdgesellschaften unterzubringen, wenn auf Schloss Hohenschwangau zu herbstlichen und winterlichen Drückjagden geladen wurde.

1924 kam das Hotel in den Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds in München, der die Besitztümer des ehemaligen Königshauses verwaltet. Dieser ließ das Gebäude zu Beginn des 21. Jahrhunderts renovieren. Bauherr und Hausherr ist Herzog Franz von Bayern, der heutige Chef des Hauses Wittelsbach, der auch Schirmherr des Museums ist. Das museale Konzept erstellte das Haus der Bayerischen Geschichte, das auch für die alljährlichen Landesausstellungen verantwortlich ist.

Seit dem Frühjahr 2019 beherbergt das Gebäude außerdem das Alpenrose am See Restaurant & Café sowie 14 Hotelzimmer des AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa der Althoff Hotels.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neu überbaute Eingangsbereich

Die Ausstellung hat eine Fläche von fast 1200 Quadratmetern. Das Gebäude wurde vom Büro Staab Architekten, Berlin, saniert und mit einer dreischiffigen Stahlkuppelkonstruktion über dem vormaligen Speisesaal versehen. Die Kuppel überspannt den zentralen Ausstellungsbereich und zwei Seitengalerien mit großen Fenstern, die einen Panoramablick auf die beiden Königsschlösser, den Alpsee und einige Berge der Alpen ermöglichen. Der Landesverband Bayern des Bundes Deutscher Architekten zeichnete das Gebäude mit dem BDA Preis Bayern 2013 in der Kategorie Detailvollkommenheit aus.[1]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Bauherren der beiden benachbarten Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, Maximilian II. und sein Sohn Ludwig II. Doch wird auch die annähernd 1000-jährige Geschichte der Wittelsbacher thematisiert, einer der großen europäischen Herrscherdynastien. Auf knapp 1200 m² vermittelt das Museum mit rund 160 Original-Ausstellungsstücken ein Bild vom bayerischen Herrscherhaus vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Kern des Museums ist der Saal der Könige, in dem die Bauherren der beiden Königsschlösser das Thema sind. Doch auch die Fortsetzung der Geschichte nach dem Ende der Monarchie, einschließlich dem Exil bzw. der KZ-Gefangenschaft der Familie während der Zeit des Nationalsozialismus sind thematisiert.

Zu den hochkarätigen Exponaten aus dem Besitz der Wittelsbacher zählen etwa der Nibelungen-Tafelaufsatz, ein Werk von Ludwig von Schwanthaler, den der spätere König Maximilian II. und seine Braut Prinzessin Marie von Preußen zur Hochzeit geschenkt bekamen; das mehrteilige Prunkobjekt wird mit seinen fast 10 Metern Länge unter der futuristischen Stahlkuppel präsentiert. Auch das Bayerische Königsservice, ein Geschenk der Kinder zur Goldenen Hochzeit von König Ludwig III. und Königin Marie Therese, ist zu sehen. Ferner Ehrengaben wie Prunkteller und -kannen, Marmorbüsten, zahlreiche Gemälde und private Familienfotos, aber auch Gegenstände aus dem täglichen Gebrauch, wie Schreibgarnituren bis hin zu Zinnsoldaten, mit denen Ludwig II. und Otto als Kinder spielten. Ein besonderes Highlight ist der originale Königsmantel Ludwigs II. als Großmeister des Hausritterordens vom Heiligen Georg, der von zahlreichen Porträts bekannt ist: himmelblauer Seidensamt mit Silber bestickt und mit Hermelin gefüttert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BDA Preis Bayern 2013. (Nicht mehr online verfügbar.) BDA Bayern, archiviert vom Original am 5. September 2014; abgerufen am 23. September 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bda-preis-bayern.de

Koordinaten: 47° 33′ 12,8″ N, 10° 44′ 10,4″ O