Staatsphilharmonie Nürnberg

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Die Staatsphilharmonie Nürnberg ist nach dem Bayerischen Staatsorchester das größte bayerische Opernorchester. Ihm gehörten 91 Musiker an, es ist das Orchester des Staatstheaters Nürnberg.

Geschichte der Staatsphilharmonie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Staatsphilharmonie Nürnberg reicht zurück bis zu der alten, seit 1377 nachweisbaren Reichsstädtischen Ratsmusik Nürnbergs. Nachdem Nürnberg schon in der Barockzeit ein Zentrum der neuen Kunstform Oper gebildet hatte, wurden die Nürnberger Ratsmusiker ab 1801 kontinuierlich zu den Aufführungen des neugegründeten „Nürnberger Nationaltheaters“ herangezogen. 1833 zog das Orchester in das neu errichtete Stadttheater am Lorenzer Platz ein. Nach der Eröffnung des Opernhauses am Ring (1905) legte man dann 1922 das Stadttheaterorchester mit dem um 1880 von Hans Winderstein gegründeten, privat getragenen Philharmonischen Orchester zusammen und übernahm das Orchester in den städtischen Dienst. Damit entstanden die Nürnberger Philharmoniker, zunächst mit einer Stärke von 110 Musikern, die dann in den Wirtschaftskrisen der Weimarer Republik verringert wurde. 1944 wurde das Nürnberger Theater geschlossen und das Orchester zum Kriegsdienst eingezogen.

Schon 1946/47 begann der Spielbetrieb wieder unter der Leitung des Intendanten Karl Pschigode und des Generalmusikdirektors Alfons Dressel. In der Direktionszeit von Hans Gierster (1965–1988) fanden vielbeachtete Aufführungen moderner Opern wie Moses und Aron (Arnold Schönberg), Die Soldaten (Bernd Alois Zimmermann), Träume (Isang Yung) oder Intolleranza 70 (Luigi Nono) statt. 1988–1992 prägte Christian Thielemann als GMD das Programm vor allem mit Werken der deutschen Romantik. Ihm folgte Eberhard Kloke, der besondere Akzente auf die Wiener Schule und die zeitgenössische Musik setzte. Unter seinem Nachfolger Philippe Auguin, GMD von 1998 bis 2005, spielten die Nürnberger Philharmoniker erstmals nach fast 50 Jahren wieder den kompletten Ring des Nibelungen von Richard Wagner; damit gab das Staatstheater Nürnberg im Herbst 2005 auch ein weltweit beachtetes Gastspiel in Peking. Von 2006 bis 2011 war Christof Prick Chefdirigent des Orchesters; Schwerpunkte seiner Arbeit lagen bei einem Mozart-Zyklus sowie auf Werken von Wagner und Strauss. Seit der Spielzeit 2011/12 ist Marcus Bosch GMD des Orchesters, das Ende 2011 in „Staatsphilharmonie Nürnberg“ umbenannt wurde.

Die Staatsphilharmonie Nürnberg hat im Opernbereich zahlreiche Werke uraufgeführt, z. B. von Boris Blacher, Werner Heider, Hans Werner Henze, Wilfried Hiller, Paul Hindemith, Wilhelm Killmayer, György Ligeti, Krzysztof Penderecki, Aribert Reimann, Isang Yun, Hans Zender oder Bernd Alois Zimmermann. Durch die Internationalen Gluck-Festspiele hat sich seit 2005 ein weiterer Akzent aufs Musiktheater des späten 18. Jahrhunderts ergeben. Mit dem Klassik Open Air im Luitpoldhain bespielt die Staatsphilharmonie Nürnberg seit 1999, gemeinsam mit den Nürnberger Symphonikern, die größte Freiluftveranstaltung mit klassischer Musik im europäischen Raum. Gastspielreisen führten die Staatsphilharmonie Nürnberg u. a. nach Salzburg, Nizza, Peking, Shen Zhen und zum Hongkong Arts Festival.

Die Staatsphilharmonie Nürnberg, die seit 1981 zur Spitzengruppe A der deutschen Kulturorchester zählt, gestaltet neben ihrer Tätigkeit als Orchester des Staatstheaters Nürnberg auch eine eigene Symphoniekonzertreihe: die Philharmonischen Konzerte in der Nürnberger Meistersingerhalle. Daneben treten sie auch anderweitig als Konzertorchester auf und sind im Bereich von Kinder-, Schul- und Jugendkonzerten aktiv. Zudem veranstalten sie seit 1994 in eigener Organisation eine erfolgreiche Kammerkonzertreihe (als Philharmonie e.V.) im Jugendstilfoyer des Opernhauses.

Dirigenten und Generalmusikdirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Name
1923–1925 Ferdinand Wagner
1925–1938 Bertil Wetzelsberger
1938–1945 Alfons Dressel
1946–1948 Rolf Agop
1948–1955 Alfons Dressel
1956–1964 Erich Riede
1965–1988 Hans Gierster
1988–1992 Christian Thielemann
1993–1998 Eberhard Kloke
1998–2005 Philippe Auguin
2006–2011 Christof Prick
2011– Marcus Bosch

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Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]