NSB El 15

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NSB El 15
MTAS 91–96
Hector Rail 161
El 15 2191
El 15 2191
Nummerierung: NSB:
2191–2196
MTAS:
91–96
Hector Rail:
101–106
Anzahl: 6
Hersteller: ASEA und Thune
Baujahr(e): 1967
Achsformel: Co'Co'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 19.800 mm
Dienstmasse: 132 t
Radsatzfahrmasse: 22,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Dauerleistung: 5.406 kW
Dauerzugkraft: 420 kN
Treibraddurchmesser: 1.250 mm
Motorentyp: 6 × ASEA LJE108-1
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz AC
Anzahl der Fahrmotoren: 6
Lokbremse: Widerstandsbremse
Erzzugbremse
Zugheizung: elektrisch, 590 kW
UIC-Nr.: 91 74 6161 10X-Y
XX = laufende Nr.
Y = Kontrollziffer

Die norwegische Baureihe El 15 ist eine Elektrolokomotiv-Baureihe der Norges Statsbaner (NSB).

Sie wurde beschafft, um die älteren El 3 und El 4 auf der Bahnstrecke Luleå–Narvik, der Erzbahn, zwischen Luleå und Narvik zu ersetzen. Ihre Hauptaufgabe war die Beförderung von Eisenerzzügen. Mit ihren 420 kN Zugkraft sind die El 15 die stärksten Lokomotiven, welche die NSB in ihrem Bestand hatten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Luleå–Narvik wurde ab Beginn von den beiden Staatsbahngesellschaften Norges Statsbaner (Norwegen) und Statens Järnvägar (Schweden) betrieben. Beide Gesellschaften stellten Lokomotiven zum Betrieb zur Verfügung.

Die ersten elektrischen Züge verkehrten ab 1915 auf der Strecke KirunaRiksgränsen und ab 1922 auf der ganzen Erzbahn.[2]

Die ersten Elektrolokomotiven waren die mit Kuppelstangen ausgestatteten SJ O. Das maximale Zuggewicht war 1900 t. Mit den Lokomotiven der Type Dm konnte das Zuggewicht in den 1950er Jahren auf 3000 t erhöht werden. In den 1960er Jahren wurde die Erzbahn für 25 Tonnen Achslast ausgebaut und die Strecke zur neuen Grube in Svappavaara gebaut, die 1968 in Betrieb genommen wurde. Auf der Strecke wurden vierachsige statt dreiachsige Erzwagen eingesetzt und SJ beschaffte die Dm3, die 5000 t befördern konnten.[2]

Die NSB hatte keine geeigneten Lokomotiven, um die 5000 t schweren Eisenerzzüge zu befördern. Das Vorhaben, die acht zwischen 1954 und 1957 beschafften El 12, paarweise gekuppelte eigenständige 1’D-Lokomotiven, so umzubauen, dass diese die Züge befördern konnten, wurde zugunsten einer Neukonstruktion verworfen.

Die El 15 wurden ab 1967 auf der Strecke Luleå–Narvik eingesetzt. Für diesen Einsatz wurden sie mit einer automatischen Kupplung (Typ SA3[3]) ausgerüstet.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Basis für den Neubau diente die Konstruktion der rumänischen 060 EA, die bei der Căile Ferate Române (CFR) im Einsatz ist. Diese sechsachsige Lokomotive wurden von ASEA entwickelt und von Electroputere gebaut.

Der elektrische Teil wurde von der Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget (ASEA) gefertigt (Gleichstrommotoren), der mechanische von Thunes mekaniske verksted.

Sie besitzen eine Einrichtung für Mehrfachsteuerung, mit der zwei Lokomotiven zusammen von einem Führerstand gefahren werden können. Zudem sind sie mit einer Widerstandsbremse und einer besonderen Erzzugbremse ausgestattet. Für die Zugheizung standen 590 kW zur Verfügung.

MTAS 91–96[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Umstrukturierung der NSB zum 1. Juli 1996 wurde der Güterverkehr auf der Erzbahn an die LKAB (Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag) übertragen, die mit ihrer norwegischen Eisenbahngesellschaft Malmtrafik AS die sechs Lokomotiven übernahm[2].

Die Lokomotiven erhielten zunächst einen dunkelgrünen, später einen hellblauen Anstrich. Nr. 96 behielt bis weit in die 1990er Jahre den rotbraunen NSB-Lack.[4]

Ende 2003 wurden die Loks in Narvik abgestellt. Sie wurden durch die seit 2000 ausgelieferten IORE-Lokomotiven ersetzt. Diese besitzen mit 5400 kW die gleiche Leistung wie die El 15, haben jedoch eine höhere Anfahrzugkraft von 600 kN.

Hector Rail 161[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hector Rail 161 106 in Hallsberg, Schweden

2004 wurden die sechs El 15 weiter an Hector Rail in Schweden verkauft. Sie werden dort als Baureihe 161 geführt[5]. Die Loks wurden in Luleå-Notviken hauptuntersucht und neu lackiert, Lok 105 behielt jedoch die alte hellblaue Farbe, Lok 102 verblieb dort als Ersatzteilspender. Hector Rail setzt die Lokomotiven vor Güterzügen in Schweden und auf Verbindungen nach Südnorwegen ein.[5] 2013 wurde Lok 103 in Notviken abgestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Pischek: Dm3 Die Königin der Erzbahn. 2010, S. 29.
  2. a b c Luleå–Boden–Gällivare–Kiruna–Narvik. Malmbanan. Abgerufen am 17. Januar 2016 (schwedisch).
  3. Hellerud u. a.: Norske lok og motorvogner 1.1.2001. Hrsg.: Norsk Jernbaneklubb.
  4. Die norwegische El 15 / MTAS 91–96. In: scanditrain.de. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  5. a b Hector Rail CLASS 161. (PDF) Abgerufen am 4. Mai 2019 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: NSB El 15 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien