Nanortalik

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Nanortalik (Ort der Bären)
Nanortalik
Kirche von Nanortalik
Kirche von Nanortalik
Kommune Kommune Kujalleq
Distrikt Nanortalik
Geographische Lage 60° 8′ 30″ N, 45° 14′ 35″ WKoordinaten: 60° 8′ 30″ N, 45° 14′ 35″ W
Nanortalik (Grönland)
Nanortalik
Höhe m
Einwohner 1.244
(1. Januar 2017)
Gründung 1797/1830
Zeitzone UTC-3

Nanortalik (2005)

Nanortalik [naˈnɔtːalik] ist eine grönländische Stadt im Distrikt Nanortalik in der Kommune Kujalleq.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanortalik liegt auf einer gleichnamigen Insel vor einer Halbinsel, die durch den Tasermiut Kangerluat (Ketilsfjord) abgetrennt wird. Die Insel Nanortalik ist an dieser Stelle teilweise sehr schmal und zieht sich mit einer Kette von Halbinseln in das Meer hinein. Nanortalik ist die südlichste Stadt Grönlands. Der nächste Ort ist Tasiusaq, das 24 ostnordöstlich liegt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1797 wurde von Johan Christian Mørch (1768–1830) und seinem Schwager und späteren Schwiegervater David Lars Emanuel Kleist (1758–1826) auf der Insel Nanortalik die Siedlung Sissarissoq gegründet, die 1830 wegen besserer Hafenverhätnisse drei Kilometer nach Nordosten an die Stelle von Nanortalik versetzt wurde. Die Gebäude aus dieser Zeit sind heute Teil des Nanortalik-Museums. Nanortalik war früher ein beliebter Handelsplatz zwischen Kitaamiut und Tunumiit. Von 1915 bis 1925 wurde auf der nordnordöstlich gelegenen Insel Amitsoq Grafit abgebaut.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerei und Jagd bilden traditionell den größten Wirtschaftsfaktor von Nanortalik, die Bedeutung sinkt aber. Vermehrt arbeiten die Bewohner auch in Dienstleistungsberufen. Durch das Goldbergwerk Nalunaq kam der Bergbau als wirtschaftliches Stützbein hinzu, ebenso wie der Tourismus in Nanortalik an Bedeutung gewinnt, da der Ort beliebtes Ziel für Kreuzfahrt- und Abenteuertouristen geworden ist.[3]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hafenstrukturen von Nanortalik bestehen aus einem Kai für Fischerboote und größere Schiffe, einer Helling, einem Kai für Schoner und Freizeitboote, einem Pontonsteg für Jollen und einem Nothafen. Momentan läuft der Luftverkehr über den Heliport Nanortalik, aber es soll in den nächsten Jahren ein Flugplatz nördlich der Stadt errichtet werden.

Die Gebäude in Nanortalik sind an ein Abwassernetz angeschlossen, das alles Abwasser ins Meer leitet. Der Müll wird auf dem Müllplatz im Osten der Stadt deponiert und verbrannt. Ein Kraftwerk versorgt die Stadt mit Strom. Vom westlich verlaufenden Fluss Kuunnguaq wird Wasser in den See Tasersuaq geleitet, von wo aus es zum Wasserwerk gelangt, wo es zu Trinkwasser wird.[3]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nanortalik gibt es unter anderem eine Fischfabrik, eine Werkstatt, ein Krankenhaus, ein Hotel, eine Kirche, eine Sporthalle, ein Fußballplatz und eine Pilersuisoq- und eine Brugseni-Filiale. Das Museum, die Kirche und die Kapelle sind baudenkmalgeschützt und eine Vielzahl weiterer Geböude wird als schützens- oder erhaltenswert klassifiziert.[3]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henrik Lund (1875–1948), Dichter, Pastor, Katechet, Missionar, Maler und Landesrat
  • Josva Kleist (1879–1938), Katechet, Dichter und Landesrat
  • Jørgen Poulsen (1920–1973), Landesrat, Katechet, Lehrer und Schafzüchter
  • Carl Egede (1924–1959), Landesrat
  • Marius Abelsen (1929–1972), Landesrat und Lehrer
  • Simon Simonsen (* 1961), Politiker (Siumut), Lehrer und ehemaliger Fußballspieler, -trainer und Skilangläufer
  • Jens B. Frederiksen (* 1967), Politiker (Demokraatit), Polizist und Unternehmer
  • Frederik Elsner (* 1986), Badmintonspieler und Musiker

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl von Nanortalik bewegte sich lange zwischen 1400 und 1600 Einwohnern. Seit kurz nach der Jahrtausendwende geht die Einwohnerzahl aber zurück. Zwischen 2003 und 2018 verlor Nanortalik etwa ein Fünftel seiner Bevölkerung.[4]

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nanortalik (2008)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nanortalik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Nanortalik bei groenlandkreuzfahrt.de
  3. a b c Nanortalik bei kujalleq2017.odeum.com
  4. Einwohnerzahl Nanortalik 1977–2018 bei bank.stat.gl