Nase vorn

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Seriendaten
Originaltitel Nase vorn
Produktionsland Deutschland
Jahr 1988-1990
Länge 135 Minuten
Genre Samstagabendshow
Idee Frank Elstner
Moderation Frank Elstner
Erstausstrahlung 10. Dezember 1988 auf ZDF

Nase vorn war eine deutsche Fernsehshow, die zwischen 1988 und 1990 im ZDF ausgestrahlt und von Frank Elstner entwickelt und moderiert wurde. Bis zur Absetzung der Samstagabendshow wegen schlechter Einschaltquoten wurden 13 Folgen produziert. Nase vorn galt als großer Misserfolg in der Fernsehkarriere von Frank Elstner, der mit der Entwicklung von Showformaten wie Die Montagsmaler und Wetten, dass..? bis dahin viel Erfolg hatte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom ZDF als "Show der Superlative" angekündigt[1], wurde die Sendung nach zwei Jahren und 13 Shows abgesetzt, da die Einschaltquoten stark nachließen. Sahen die erste Folge am 10. Dezember 1988 noch 21,72 Mio. Menschen, sank die Quote Ende 1990 auf nur noch 12,46 Millionen.[2] Als Grund wurden neben der anhaltenden Kritik an der Show die häufigen und verwirrenden Änderungen der Spielregeln genannt, durch die die Show eigentlich optimiert werden sollte.

Die für den 27. Januar 1990 geplante Sendung musste kurzfristig abgesagt werden, nachdem die verschickten Rubbelkarten sich als fehlerhaft herausgestellt hatten.[3]

Konzept und Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Teil der Sendung wurden nacheinander acht Kandidaten vorgestellt, die sich durch eine Idee oder Erfindung hervorgetan hatten oder die etwas Besonderes geleistet hatten. Wenn die Erfindung nicht im Studio gezeigt werden konnte, wurde ein kleiner Videoausschnitt gezeigt. Darauf folgte eine Gesprächsrunde mit den Gästen.

Am Ende entschied das Studiopublikum, welcher der Gäste die „Nase vorn“ hatte. Das Studiopublikum wurde mit Scheinwerfern ausgestattet, die zur Abstimmung für den Sieger verwendet wurden.[3] Dabei gab es oft Schwierigkeiten bei der Auswertung, wenn die Entscheidung knapp ausfiel. Der gewählte Kandidat konnte dann mit Hilfe von Fernsehzuschauern, die in der Sendung anriefen, einen großen Gewinn erzielen. Die Anrufer kamen durch Rubbellose mit der Telefonnummer in die Sendung. Das ZDF versandte hierfür im Vorfeld der ersten Sendung Rubbelkarten an 30 Millionen Haushalte.[3]

Am Ende der ersten Show gab es ein von Werner Hansch kommentiertes Kirmespferderennen, bei dem sich die acht Kandidaten bewähren konnten. Dieses Pferderennen wurde ab der zweiten Ausgabe durch ein reales Trabrennen mit Prominenten abgelöst, das auch von Werner Hansch kommentiert wurde.

Veranstaltungsorte der Show waren unter anderem die Berliner Deutschlandhalle, die Rhein-Ruhr-Halle in Duisburg, die Saarbrücker Saarlandhalle, die Freiheitshalle in Hof oder die Offenburger Oberrheinhalle. In der Schweiz wurde aus der St. Jakobshalle bei Basel, in Österreich aus der Linzer Sporthalle gesendet.

Maskottchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maskottchen der Sendung war eine Gruppe Nashörner, die in kleinen computeranimierten Einspielern den Spielstand darstellten und von denen eines am Ende der Show symbolisch mit seiner markanten Nase voran eine Ziellinie überquerte. Diese Nashörner waren zwischenzeitlich auch als Merchandisingartikel erhältlich.[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Show wurde nach der ersten Ausgabe massiv von Publikum und Kritikern kritisiert[5], was sich bei den weiteren Ausgaben der Show in stark zurückgehenden Einschaltquoten widerspiegelte.[2] Viele Zuschauer verstanden die komplizierten und im Lauf der 13 Sendungen mehrfach geänderten Spielregeln nicht.[3]

Der Spiegel sprach in seiner Rezension der ersten Ausgabe der Show vom "Flop des Jahres, ein neuer, furchtbarer Rückschlag für das notleidende deutsche Amüsierwesen". Die Show sei "ein fades Nasi Goreng aus Talk-, Spiel und schalem Singsang, geschwätzig, witz- und spannungsfrei" gewesen.[4]

Kritisiert wurde auch das Rubbelkartensystem, das der Deutschen Bundespost durch die kostenpflichtige Rücksendung von bis zu 2,9 Millionen Rubbelkarten erhebliche Zusatzeinnahmen bescherte. Der damalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling war zudem Gast der ersten Sendung.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Schult: Frank Elstners "Nase vorn". Wissenschaftler-Verlag Faulstich, Bardowick 1993, ISBN 3-89153-024-2 (Zugleich: Magisterarbeit, Univ., 1992).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gong, Ausgabe 49/88, zitiert aus Wunschliste.de, aufgerufen am 14. September 2017
  2. a b Das ZDF im 50-Jahre-Quotencheck, meedia.de, aufgerufen am 14. September 2017
  3. a b c d e Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier: Das Fernsehlexikon, zitiert aus wunschliste.de, aufgerufen am 14. September 2017
  4. a b "Der Medienrummel hat nichts gefruchtet" - Der Spiegel, Ausgabe 51/1988, Onlineausgabe aufgerufen am 14. September 2017
  5. Der Che des deutschen Fernsehens, Der Stern, aufgerufen am 14. September 2017