Natriumbutyrat

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Strukturformel
Natriumbutyrat
Allgemeines
Name Natriumbutyrat
Andere Namen
  • Natriumbutanoat
  • Natrium butyricum
  • Buttersäure Natriumsalz
  • Butansäure Natriumsalz
Summenformel C4H7NaO2
Kurzbeschreibung

hygroskopisches weißes Pulver mit unangenehmem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 156-54-7
EG-Nummer 205-857-6
ECHA-InfoCard 100.005.326
PubChem 5222465
Wikidata Q305004
Eigenschaften
Molare Masse 110,09 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,96 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt
Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [5]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335​‐​341
P: 201​‐​280​‐​305+351+338​‐​308+313​‐​337+313 [5]
Toxikologische Daten

2940 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1][2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Natriumbutyrat ist ein weißes hygroskopisches Natriumsalz der Buttersäure. Es hat einen unangenehmen Geruch und ist stabil gegenüber Licht und Hitze.[1]

Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbutyrat kann durch Salzbildungsreaktion aus Natriumhydroxid und Buttersäure hergestellt werden.

Herstellung von Natriumbutyrat aus Natronlauge und Buttersäure

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumbutyrat findet als Zusatzstoff für Tierfuttermittel Verwendung.[6] Es wird in der Medizin als Nährstoff für Darmzellen eingesetzt, und es beschleunigt die Regeneration der Darmschleimhaut. Ferner beeinflusst es das Wachstum von Darmkrebszellen[7] und ist unter dem Namen Sobutir® im Handel.[8] Untersuchungen haben ergeben, dass Natriumbutyrat möglicherweise für die Behandlung von spinaler Muskelatrophie geeignet sein könnte.[9] Zur Prophylaxe der radiogenen Proktitis wurde es von der Europäischen Kommission unter der Nummer EU/3/05/284 in das Gemeinschaftsregister für Arzneimittel für seltene Leiden eingetragen.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Natriumbutyrat (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Mai 2010.
  2. a b Eintrag bei www.chemikalienlexikon.de, abgerufen am 19. Mai 2010.
  3. Datenblatt Natriumbutyrat bei AlfaAesar, abgerufen am 19. Mai 2010 (PDF) (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Natriumbutyrat bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 13. Juni 2011 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  5. a b Eintrag zu CAS-Nr. 156-54-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016. (JavaScript erforderlich)
  6. Olof Dietz, Bernhard Huskamp (Hrsg.): Handbuch Pferdepraxis. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 3-8304-1028-X, S. 443 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Aldo Roda, Patrizia Simoni, Maria Magliulo, Paolo Nanni, Mario Baraldini, Giulia Roda, Enrico Roda: A new oral formulation for the release of sodium butyrate in the ileo-cecal region and colon. In: World Journal of Gastroenterology. Band 13, Nr. 7, 21. Februar 2007, S. 1079–1084, doi:10.3748/wjg.v13.i7.1079, PMC 4146871 (freier Volltext).
  8. Gebrauchsanweisung Sobutir. (PDF; 210 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: juvalis.de. Archiviert vom Original am 12. April 2016; abgerufen am 12. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.juvalis.de
  9. J. G. Chang, H. M. Hsieh-Li, Y. J. Jong, N. M. Wang, C. H. Tsai, H. Li: Treatment of spinal muscular atrophy by sodium butyrate. In: Proc Natl Acad Sci U S A. 98(17), 14. Aug 2001, S. 9808–9813. PMID 11504946 PMC 55534 (freier Volltext).
  10. EMA: PUBLIC SUMMARY OF POSITIVE OPINION FOR ORPHAN DESIGNATION OF sodium butyrate (rectal use) for the prevention of radiation proctitis (PDF; 53 kB), 29. Juni 2005.