Naturgarten (Verein)

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Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung
(Naturgarten e. V.)
Zweck Verbreitung der Naturgarten-Idee
Vorsitz: Ulrike Aufderheide, Susan Findorff, Christa Heners, Silke Gathmann, Karin Stottmeister, Präsident Dr. Reinhard Witt, Leiterin der Geschäftsstelle Kerstin Lüchow, Leiterin der Akademie Dorothee Dernbach
Gründungsdatum: 9. März 1990
Mitgliederzahl: 2.500 (2019)
Sitz: Heilbronn
Website: www.naturgarten.org
Beispiel für einen relativ kleinen Naturgarten mit heimischen Wildpflanzen an einem Hang (u. a. mit Naturteich, Sitzplatz, Wildblumenbeete, Weidenjurte, Terrassen und hohen Natursteinmauern aus Gneis).

Der Verein ist ein bundesweit tätiger Verein zur Unterstützung und Förderung der Naturgarten-Bewegung. Der Verein hat seinen Sitz in Heilbronn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Vorbild des schweizerischen Verbandes Natur Garten (VNG) erfolgte 1990 in München die Gründung des deutschen Naturgarten e. V. Zu den Gründern gehören von der Naturgarten-Idee überzeugte Gärtner, Biologen, Gartengestalter und Landschaftsarchitekten.

2019 hat der gemeinnützige Verein 2.500 Mitglieder aus Deutschland und dem europäischen Ausland. Das Mitgliederspektrum umfasst sowohl Fachleute auf dem Gebiet des Gartenbaus und der Landschaftsgestaltung als auch private Naturgartenliebhaber, Vereine, Schulen und andere Organisationen. Seine Arbeit wird von ehrenamtlichen Helfern und Regionalgruppen des Vereins unterstützt.

Der Verein wird von fünf Vorständen geleitet. Die Koordination und Verwaltung von Mitgliedern, Informationen und Internetauftritt erfolgt durch die Bundesgeschäftsstelle in Heilbronn.

Seit 1991 veranstaltet der Verein alljährlich für 3–4 Tage die Naturgartentage mit Referenten aus dem In- und Ausland.[1][2] Weitere Veranstaltungen des Vereins sind Führungen, Fortbildungen und Exkursionen.

Der Verein hält Kontakte zu verwandten europäischen Organisationen, wie dem schweizerischen VNG oder der niederländischen Vereinigung Stichting Oase, und arbeitet teils mit ihnen zusammen. Der Verein ist Mitglied im Deutschen Naturschutzring.

Ziele des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein arbeitet an einem dichten Netzwerk für Gärten, öffentliches Grün, Landschaft und Menschen mit heimischen Pflanzen als Lebensgrundlage heimischer Tiere.

Die wichtigsten Ziele sind, die naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung voranzubringen, die heimische Flora und Fauna und deren Lebensräume zu fördern und zu bewahren, ökologische Arbeitsweisen in der Garten- und Landschaftsgestaltung und bei der Saatgut- und Pflanzenproduktion einzuhalten, Informationen auszutauschen und Anregungen für eigene Projekte zu geben sowie der Erfahrungsaustausch Gleichgesinnter.

Öffentliche Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein bildet ein Netzwerk für naturnahe Aktivitäten und hat dabei bundespolitische Bedeutung erreicht.[3][4][5] Er versteht sich als Ansprechpartner in fachlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Belangen des Naturgartens.

2019 gestaltet der Naturgarten e.V. eine Schaufläche auf der Bundesgartenschau 2019 in HeilbronnVorlage:Zukunft/In 5 Jahren.

Fachlich bildet er das naturnahe Pendant zum Bundesverband Garten- und Landschaftsbau und setzt mit den Richtlinien seiner Fachbetriebe für Naturnahes Grün Standards für den naturnahen Garten- und Landschaftsbau. Der Verein fördert neue Ansätze für die Garten- und Landschaftsarchitektur; so gibt es beispielsweise mit dem biologischen Anbauverband Bioland eine Kooperation für die Verbreitung von biologisch gezogenen, heimischen Wildstauden auf dem Gartenmarkt. Darüber hinaus engagiert sich der Verein seit 1993 bundesweit für die Schaffung von Natur-Erlebnis-Räumen, wie naturnahen Spielräumen für Kinder und Jugendliche. Er betreibt über die „Naturgarten-Akademie“ Fort- und Ausbildungen, Seminare und Tagungen (Naturgarten-Tage 2019 mit 250 Teilnehmern in der DJH-Heidelberg, NG„intensiv“ mit über 100 Teilnehmern in Grünberg/Hessen).

Bundesweit haben sich über 25 Regionalgruppen gebildet, die örtliche Aktionen, Landesgartenschauen etc. begleiten.

Wissenschaftlich engagiert sich der Verein bei der Entwicklung neuer Bautechnik- und Einsaatverfahren, wie beispielsweise für unkrautfreie Ansaaten und Pflanzungen, für Blumenwiesen, Blumen-Schotter-Rasen und Begrünung von Gabionen (Drahtschotterkörben).

Er arbeitet dabei mit anderen Institutionen zusammen und führte von 1997 bis 2000 zusammen mit der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Dresden-Pillnitz einen Blumenwiesentest durch. Im Jahre 2007 kooperierte er mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) bei einer Studie über die naturnahe Begrünung von Industrie- und Gewerbegebieten gemäß dem Vorbild der schweizerischen Stiftung Natur und Wirtschaft.[6] Dabei setzt der Verein sich dafür ein, dass mit Hilfe einheimischer Arten Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten geschaffen werden, die über lange Zeiträume Bestand haben.

Auf kulturellem Gebiet engagiert sich der Verein bei geeigneten Projekten. Er war von 1996 bis 1998 an dem Projekt „Die gefährdeten Wiesen Europas“ der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (KAH) in Bonn beteiligt. Unter Regie der Künstler Helen Mayer Harrison und Newton Harrison wurden auf den Dachgärten der KAH verschiedene Wiesentypen angelegt.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Projekte und Aktivitäten im Bereich der Umweltbildung wurde der Verein 1999 mit dem „Preis für Wege der Umwelterziehung“ der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Feßler: Naturnahe Pflanzungen. Ulmer Verl., Stuttgart 1988, ISBN 3-8001-5056-5.
  • Andreas Winkler: Das Naturgarten-Handbuch für Praktiker. Neuaufl., AT-Verl., Aarau u. a. 1989, ISBN 3-85502-360-3.
  • Manfred Pappler, Reinhard Witt: Natur-Erlebnis-Räume. Neue Wege für Schulhöfe, Kindergärten und Spielplätze. Kallmeyer Verl., Seelze-Velber 2001, ISBN 3-7800-5268-7.
  • Reinhard Witt: Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten. Kräuter, Stauden und Sträucher. Für Jahrzehnte erfolgreich gärtnern. Praktisch, naturnah. Erweitertes Unkräuter-Lexikon. NaturGarten, Ottenhofen 2008, ISBN 978-3-00-023586-3.
  • Naturgarten e. V.: Naturgartentage 2007. 17. Jahrestagung des Naturgarten e. V. Eigenverl., Heilbronn 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Als Beispiel: Tagungsbericht NaturGarten-Tage 2001. (PDF; 169 kB) vom 2. bis 4. Februar 2001 in Grünberg, 51 Seiten. (Nicht mehr online verfügbar.) Naturgarten e. V., Heilbronn 2001., archiviert vom Original am 27. Oktober 2007;.
  2. Naturgarten-Tage 2005. 15. Jahrestagung des Naturgarten e. V. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Mai 2019; ehemals im Original; (Bericht von Reinhard Witt in Neue Landschaft, Ausgabe März 2005, S. 43–45 (berichtet wird unter anderem über den Verein Naturgarten e. V. sowie über Blumenwiesen, Evolution und Gartenbild, Natur und Gartengestaltung etc.)).@1@2Vorlage:Toter Link/www.neuelandschaft.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  3. Alles Natur – Erlebnis pur. Bericht im Stern. In: Stern. Ausgabe 17/1999, S. 156–164 (berichtet wird darin über den Verein Naturgarten e. V. sowie über Naturgärten, Wildpflanzen, Natur-Erlebnis-Räume, Natur-Erlebnis-Schulhöfe etc.).
  4. Alexandra Rigos: Sinnvoll gärtnern. Wild oder gestaltet – die Kunst, den richtigen Weg zu finden. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Greenpeace Magazin. Mai 2006; ehemals im Original; (unter anderem über Naturgarten e. V., Naturgärten, Wildpflanzen etc.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.greenpeace-magazin.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  5. Käte Bora: Gärten, die sich selbst erneuern. Wildpflanzen ohne Turboblüten sind beständig. (PDF; 9,1 MB) In: Magazin „Innovate!“ Ausgabe 3/06. Süddeutsche Zeitung (Beilage), S. 40–44; (berichtet wird unter anderem über den Verein Naturgarten e. V. sowie über Wildpflanzen, Nachhaltigkeit von Ansaaten und Pflanzungen etc.).
  6. Stiftung Natur und Wirtschaft. Schweizer Stiftung zur naturnahen Begrünung von Industrie- und Gewerbeflächen.
  7. Future Garden. Teil 1: Die gefährdeten Wiesen Europas. (Nicht mehr online verfügbar.) Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (KAH) Bonn, archiviert vom Original am 14. Oktober 2007;.