Naturschutzgebiet Hardt (Bergisch Gladbach)

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Naturschutzgebiet Hardt

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

Die Erdenburg in Moitzfeld

Die Erdenburg in Moitzfeld

Lage Bergisch Gladbach, Rheinisch-Bergischer Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Fläche 163,85 ha
Kennung GL-066
WDPA-ID 555514038
Geographische Lage 50° 58′ N, 7° 11′ OKoordinaten: 50° 58′ 27″ N, 7° 10′ 31″ O
Naturschutzgebiet Hardt (Bergisch Gladbach) (Nordrhein-Westfalen)
Naturschutzgebiet Hardt (Bergisch Gladbach)
Einrichtungsdatum 2008
Rahmenplan Landschaftsplan Südkreis (Bergisch Gladbach, Overath, Rösrath)
Verwaltung Untere Landschaftsbehörde Rheinisch-Bergischer Kreis

Das Naturschutzgebiet Hardt liegt in der Mitte von Bergisch Gladbach. Es umfasst den Staatswald zwischen den Stadtteilen (im Uhrzeigersinn) Heidkamp, Sand, Herkenrath, Moitzfeld, Bensberg und Lückerath. Bereits in der Zeit 310 ± 80 v. Chr. siedelten hier Sugambrer, ein westgermanischer Stamm, auf der Erdenburg.[1] Im Milchborntal befindet sich der Kadettenweiher, ein ehemaliger Badesee für die Kadetten der Kadettenanstalt von Schloss Bensberg.[2] Einige hundert Meter westlich liegt das Naturschutzgebiet Grube Cox.[3]

Vegetation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vegetation des Naturschutzgebietes besteht vor allem aus flächigen Kiefern- und Laubmischwäldern sowie Fichtenforsten auf Böden mit unterschiedlicher Nährstoffsituation. Durch das Naturschutzgebiet verlaufen der Lerbach und der Milchbornbach, und es sind zahlreiche Quellbereiche vorhanden. Aufgrund der vielfältigen Standorteigenschaften konnten sich Röhrichte, Nass- und Feuchtwälder, sowie Pionierwald- und Schotterfluren entwickeln.

Das Gebiet wurde unter Schutz gestellt, um das bestehende, große Waldgebiet mit seinen Buchenaltbeständen, Eichen-Hainbuchenwäldern und den Bachtälern mit ihren Röhrichten und Erlenwäldern zu erhalten und die ausgedehnten Nadelholzforsten zu optimieren.[4]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits die Römer haben in der Hardt Bergbau betrieben, wie entsprechende Funde aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen haben. Immer wieder wurden erneute Versuche unternommen, um Erze zu gewinnen. Der Höhepunkt wurde dabei in der Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht. Das bedeutendste Bergwerk war die ehemalige Buntmetall-Erzgrube Grube Blücher, deren Gänge bis an die Grube Jungfrau reichten.[5] Des Weiteren sind zu erwähnen die Quecksilbergrube Idria und die Eisen-Erzgruben Grube Britannia und Grube Selma. Alle wurden bereits bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wieder eingestellt, weil die Vorräte zu Ende gingen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erdenburg – im Labor untersucht, Wissenschaftler entdeckten: Älter als 2000 Jahre, in: Rheinisch-Bergischer Kalender, 1970, S. 170
  2. Godehard Hoffmann; Das neue Schloss in Bensberg als preußisches Kadettenhaus, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 97. Band, Jahrgang 1995/96, Neustadt an der Aisch 1997, S. 149 ff.
  3. Das Naturschutzgebiet Grube Cox abgerufen am 20. Februar 2017
  4. Der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Abteilung Planung und Landschaftsschutz (Hrsg.): Landschaftsplan "Südkreis" Bergisch Gladbach, Overath, Rösrath. Textteil. Bergisch Gladbach, 2008, S. 76f. online
  5. Herbert Stahl (Redaktion), Gerhard Geurts und Herbert Ommer: Das Erbe des Erzes, Band 2, Die Gruben auf den Gangerzlagerstätten im Erzrevier Bensberg, Köln 2004, ISBN 3-00-014668-7
  6. Herbert Stahl (Redaktion), Gerhard Geurts, Hans-Dieter Hilden, Herbert Ommer: Das Erbe des Erzes. Band 3: Die Gruben in der Paffrather Kalkmulde. Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg, Bergisch Gladbach 2006, ISBN 3-932326-49-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]