Neuweier

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Neuweier
Wappen von Neuweier
Koordinaten: 48° 43′ 17″ N, 8° 11′ 1″ O
Höhe: 182 m ü. NN
Fläche: 6,06 km²
Einwohner: 2121 (30. Jun. 2011)
Bevölkerungsdichte: 350 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 76534
Vorwahl: 07223
Neuweier - Blickrichtung zum Rhein
Neuweier - Blickrichtung zum Rhein
Blick auf Neuweier

Der Baden-Badener Stadtteil Neuweier wurde 1297 erstmals urkundlich erwähnt und am 1. Juli 1972[1] eingemeindet. Das auf 182 m Höhe in der Vorbergzone des Schwarzwalds gelegene Dorf hat 2098 Einwohner und hat eine Fläche von 606 Hektar. Davon sind 334 ha Wald und 124 ha Rebfläche.

Neuweier gehört neben Varnhalt und Steinbach zu den Baden-Badener Reblandgemeinden. Älter als der namensgebende Kernort ist der ehemals räumlich getrennte Weiler Schneckenbach, der heute mit Neuweier zusammengewachsen ist. Die erste Erwähnung Schneckenbachs stammt aus dem Jahr 1253.

Die drei Weindörfer, welche alle am Ortenauer Weinpfad liegen, haben als einzige Orte in Deutschland außerhalb Frankens das Recht, ihren Wein in Bocksbeuteln abzufüllen. Dieses Recht erhielten sie vom Würzburger Bischof im 18. Jahrhundert.
Die von den drei Gemeinden bebaute Rebfläche gehört mit ihren 325 ha zu den größten geschlossenen Weinanbaugebieten Deutschlands, wobei Neuweier eine der größten Weinbaugemeinden der Ortenau ist.

Am Ortseingang liegt das im 12. Jahrhundert als Wasserburg erbaute untere Schloss Neuweier. Mehrmalige Zerstörungen in verschiedenen Kriegen und die darauffolgenden Wiederaufbauten haben dazu geführt, dass verschiedenste Stilelemente, u.a. der Gotik, der Renaissance und des Barocks das Gebäude prägen.

Das obere Schloss Neuweier, eine Tiefburg, wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Es stand in der Nähe der heutigen Pfarrkirche St. Michael.[2]

Das Wahrzeichen von Neuweier ist die Yburg, die nordöstlich des Ortes auf der 515 m hohen Schwarzwald-Erhebung Yberg liegt.

Neuweier war in den Jahren 1628 und 1629 von Hexenverfolgung betroffen. Vier Menschen gerieten in einen Hexenprozess, von denen mindestens zwei nicht überlebten. Die letzte Hinrichtung fand 1628 statt: Claus Blöd.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Schäfer, Karin Rogge, Heinz Bischof: Das Baden-Badener Rebland unter der Yburg. Baden-Baden, 1989, S. 149

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuweier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 493.
  2. Karl Reinfried: Das untere Schloß zu Neuweier, Amt Bühl. Nebst einem Regesten-Anhang über das ehemalige obere Schloß daselbst. In: Die Ortenau, Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden, Heft 3 (1912), S. 1–23, Digitalisat der UB Freiburg.
  3. Martin Burkart: Hexen und Hexenprozesse in Baden. Selbstverlag, Durmersheim 2009, S. 308–389.