Neuweltpapageien

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Neuweltpapageien
Sonnensittich (Aratinga solstitialis)

Sonnensittich (Aratinga solstitialis)

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Eigentliche Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Neuweltpapageien
Wissenschaftlicher Name
Arinae
G. R. Gray, 1840

Die Neuweltpapageien (Arinae) sind eine artenreiche Unterfamilie aus der Familie der Eigentlichen Papageien. Alle kurz- und langschwänzigen neotropischen Papageienarten sind den Neuweltpapageien zugeordnet. Insgesamt gibt es etwa 150 Arten. Die Neuweltpapageien unterscheiden sich von den Papageien der Alten Welt durch verschiedene morphologische Merkmale. Ihre nächsten Verwandten sind der afrikanische Graupapagei (Psittacus erithacus) und die Langflügelpapageien (Poicephalus), die zusammen die Unterfamilie Psittacinae innerhalb der Eigentlichen Papageien bilden.[1][2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lebensräume der Arten reichen vom nordwestlichen und östlichen Mexiko bis nach Feuerland, einschließlich vieler Inseln der Großen und Kleinen Antillen und den Bahamas. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die neotropischen Papageien mit dem Karolinasittich sogar bis in den Nordosten der USA verbreitet. In Kolumbien, Venezuela, Peru und Brasilien, besonders an den Hängen der östlichen Anden, ist der Artenreichtum besonders groß. Die Lebensräume der neotropischen Papageien sind vielgestaltig, reichen sie doch von den Tieflandregenwäldern hoch hinauf bis in die Hochlagen der Anden (über 6000 m) und auch hinein in die Trockenwälder und Dornbuschsavannen.[3]

Stammesgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wird vermutet, dass sich die Neuweltpapageien schon in der späten Kreidezeit von der Stammlinie der Papageien abspalteten.[4] Das älteste Fossil, das den Neuweltpapageien zugeschrieben wurde, stammt aus Nebraska, hat ein Alter von 20 Millionen Jahren und wurde als Conuropsis fraercula beschrieben. Es handelt sich lediglich um einen Oberarmknochen, der dem des ausgestorbenen Karolinasittich sehr ähnlich ist. Ein wesentlich jüngerer Fund, bestehend aus einem Schädelstück und einem linken Oberarmknochen wurde in der argentinischen Provinz Buenos Aires gefunden. Die Art wurde Cyanoliseus ensenadensis genannt und ist nahe mit dem rezenten Felsensittich verwandt. Ein fossiler Vertreter der Keilschwanzsittiche ist Aratinga roosevelti, der in Ecuador gefunden wurde. Die beiden letztgenannten fossilen Arten sind etwa eine Million Jahre alt und stammen damit aus dem mittleren Pleistozän.[5]

Die Gattungen und Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Arten gehören zu den Neuweltpapageien:[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leo Joseph, Alicia Toon, Erin E. Schirtzinger, Timothy F. Wright & Richard Schodde: A revised nomenclature and classification for family-group taxa of parrots (Psittaciformes). Zootaxa 3205: 26–40 (2012), ISSN 1175-5326
  2. David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World: A Guide to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions (2015), ISBN 978-8494189203. Seite 264–267.
  3. Lantermann, Seite 463
  4. Rowley, Ian (1997), Family Psittacidae, Seite 284, in Josep, del Hoyo; Andrew, Elliott; Jordi, Sargatal, Handbook of the Birds of the World. Volume 4, Sandgrouse to Cuckoos, Barcelona: Lynx Edicions, pp. 246–269, ISBN 978-84-87334-22-1
  5. Lantermann, Seite 61
  6. Gill, F & D Donsker (Eds). 2019. IOC World Bird List (v9.1). doi:10.14344/IOC.ML.9.0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neuweltpapageien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien