Nevado Huascarán

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nevado Huascarán
Nevado Huascarán (Blick aus Westen)

Nevado Huascarán (Blick aus Westen)

Höhe 6768 m
Lage Peru
Gebirge Cordillera Blanca, Anden
Koordinaten 9° 7′ 0″ S, 77° 36′ 0″ WKoordinaten: 9° 7′ 0″ S, 77° 36′ 0″ W
Nevado Huascarán (Peru)
Nevado Huascarán
Erstbesteigung 20. Juli 1932 durch eine deutsch-österreichische Expedition mit H. Bernhard, E. Hein, H. Hoerlin, und E. Schneider, P. Borchers
Normalweg Hochtour von der Nord-Westseite über die Garganta

Der Nevado Huascarán (Quechua: Waskaran) liegt in der Cordillera Blanca in den Anden und ist mit einer Höhe von 6768 m der höchste Berg Perus und der fünfthöchste Berg Südamerikas.[1] Der Nevado Huascarán liegt im Nationalpark Huascarán. Der Berg besteht aus zwei Gipfeln, dem Huascarán Sur (6768 m) und dem Huascarán Norte (6655 m).[1]

Der Huascarán ist im Osten mit dem Chopicalqui (6354 m) topographisch verbunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Huascarán Norte wurde 1908 durch die Zermatter Bergführer Gabriel Zumtaugwald und Rudolf Taugwalder und die US-Amerikanerin Annie Smith Peck erstmals bestiegen.[2] Peck hatte für den Huascarán Norte eine Höhe von 24.000 Fuß (7315 m) errechnet (660 m zu viel).[3] Sie hielt sich, bis der Irrtum aufgeklärt wurde, für die Halterin des Höhenrekords der Frauen.[4]

1932 gelang einer von Philipp Borchers geleiteten deutsch-österreichischen Expedition die Erstbesteigung des Huascarán Sur. Neben Borchers erreichten Erwin Schneider, Wilhelm Bernard, Hermann Hoerlin und Erwin Hein den Gipfel.[5]

Vom Nordgipfel des Huascarán brachen am 10. Januar 1962 gewaltige Fels- und Eismassen ab. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 km/h wälzten sie sich zu Tal. Mehrere Orte wurden von der Gerölllawine überrollt. Schätzungen über die Zahl der Opfer bewegten sich zwischen 2.000 (mindestens) und 4.000 Menschen.[6][7]

Am 31. Mai 1970 ereignete sich nach einem Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Magnituden-Skala an der Nordwestflanke ein gigantischer Bergsturz, der die Stadt Yungay (9° 9′ 1″ S, 77° 44′ 12″ W) vernichtete und das Leben von ca. 70.000 Einwohnern (davon 20.000 in der Stadt) kostete.[8] Bei diesem Bergsturz wurde auch das Basislager einer 15-köpfigen tschechoslowakischen Bergsteigermannschaft unter meterhohen Geröllmassen begraben.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht von Süden. Links Huandoy, Mitte links Huascarán Norte, Mitte rechts Huascarán Sur

Gemäß einer Messung von 2013 ist die Erdbeschleunigung auf dem Gipfel des Nevado Huascarán mit nur 9,7639 m/s2 weltweit am geringsten.[9][10][11]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 hat eine Gruppe von acht Amateur-Bergsteigern (the „Social Climbers“) auf dem Gipfel des Berges ein kultiviertes Picknick veranstaltet, das als „the world’s highest dinner party“ in die Ausgabe 1990 des Guinnes-Buchs der Rekorde aufgenommen wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Huascarán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oskar E. Busch: Peru Trekkingführer. Rother, München 2001, ISBN 978-3-7633-2705-8, S. 102 (Google Books).
  2. Die Alpen. Zeitschrift des Schweizer Alpen-Clubs, Jg. 10 (1934), S. 224.
  3. Elizabeth Fagg Olds: Women of the four winds. Biographies of four of America's first women explorers: Annie S. Peek, Delia J. Akeley, Marguerite Harrison and Louise A. Boyd. Houghton Mifflin, Boston 1985, ISBN 0-395-39584-4, S. 58.
  4. Roger Frison-Roche, Sylvain Jouty: A History of Mountain Climbing. Flammarion, Paris 1996, ISBN 2-08-013622-4, S. 177.
  5. Nicholas Mailänder: Spitzenbergsport. In: Berg Heil! Alpenverein und Bergsteigen 1918 bis 1945, Köln 2011, S. 149.
  6. YUNGAY – SISMO ALUD DEL 31.05.1970. Abgerufen am 8. November 2017 (spanisch).
  7. 1962: Thousands killed in Peru landslide. In: BBC. 11. Januar 1962, abgerufen am 9. Januar 2012 (englisch).
  8. Wissen.de: Nevado Huascaran 1970; abgerufen am 29. Dezember 2009.
  9. Erdbeschleunigung schwankt stärker als gedacht. In: Forschung Aktuell. Deutschlandfunk, 20. August 2013, abgerufen am 25. Mai 2015.
  10. Curtin University: Gravity variations over Earth much bigger than previously thought. In: Science News. ScienceDaily, 4. September 2013, abgerufen am 25. Mai 2015 (englisch).
  11. Christian Hirt, Sten Claessens, Thomas Fecher, Michael Kuhn, Roland Pail, Moritz Rexer: New ultrahigh-resolution picture of Earth’s gravity field. Geophysical Research Letters, 2013; doi:10.1002/grl.50838