Nevado Ojos del Salado

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Ojos del Salado
Blick vom argentinischen auf den chilenischen Gipfel

Blick vom argentinischen auf den chilenischen Gipfel

Höhe 6893 m
Lage Atacamawüste, Argentinien/Chile
Gebirge Anden
Dominanz 630 km → Aconcagua
Schartenhöhe 3688 m ↓ Paso de las Cuevas
Koordinaten 27° 6′ 34″ S, 68° 32′ 24″ WKoordinaten: 27° 6′ 34″ S, 68° 32′ 24″ W
Nevado Ojos del Salado (Argentinien)
Nevado Ojos del Salado
Typ ruhender Schichtvulkan
Gestein Andesit, Dazit, Rhyolith
Letzte Eruption 700 ± 300 Jahre
Erstbesteigung 26. Februar 1937 Justyn Wojsznis und Jan Szczepanski
Normalweg Hochtour
Besonderheiten Höchster Vulkan der Erde; Zweithöchster Berg Amerikas
pd3
pd5

Der Ojos del Salado ist mit einer Höhe von 6893 m der höchste aktive Vulkan der Erde, der zweithöchste Gipfel Südamerikas, der höchste Gipfel in Chile und er zählt zu den Seven Second Summits.

Messungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zustieg zum Ojos del Salado

In einer Zone, in der die Gebirgskette der Anden eine Höhe von 6000 m erreicht, ragt der Ojos del Salado wie ein Pfeiler aus dem „Dach der Anden“.

Nach einigen Messungen im Jahr 1956 sollte der Ojos um 100 m höher als der Aconcagua (6962 m) und damit der höchste Berg Amerikas sein. Neuere GPS-basierte Messungen konnten dies jedoch nicht bestätigen. Laut einer Messung von 1994, der für den Monte Pissis eine Höhe von 6882 m ergeben hatte, sollte der Ojos del Salado sogar nun nicht mehr der höchste Vulkan der Erde und nur noch der dritthöchste Berg Amerikas sein. Auch diese Messung stellte sich jedoch in den Folgejahren als Fehler heraus. Während einer französisch-chilenischen Expedition wurde 2007 für den Ojos eine Höhe von 6893 m und für den Monte Pissis eine Höhe von 6792 m gemessen und offiziell von Seiten Chiles bestätigt.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Namen hat er von großflächigen Salzablagerungen, die als Lagunen oder „Augen“ in seinen Gletschern zu sehen sind. Er liegt am Rande der Atacama-Wüste in einer vulkanischen Gebirgskette, die von der chilenisch– argentinischen Grenze durchzogen wird. Der Ojos besteht aus vielen Erhebungen und mehreren Kratern. Die zwei höchsten Hochpunkte werden genau von der Grenze durchzogen und diese teilt den Berg in einen chilenischen und einen argentinischen Gipfel.

Der Ojos del Salado gilt als typisches Beispiel eines Schichtvulkanes. Immer wieder konnten Gasaktivitäten oder zeitweilige Ausstöße von schwefelhaltigem Wasserdampf dokumentiert werden, was darauf schließen lässt, dass der Vulkan sporadisch noch ein wenig aktiv ist. Zuletzt gab es 1993 Berichte über Gas- und Ascheemissionen, die jedoch unbestätigt blieben. Da seit 1300 Jahren keine explosiven Ausbrüche dokumentiert wurden gilt der Vulkan heute als ruhig. In seinem breiten und offenen Krater kann man Fumarolen entdecken, was postvulkanische Erscheinungen sind und auf einen abklingenden Vulkanismus hinweisen.

Begehbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Refúgio Tejos

Das Gelände um und am Ojos ist felsig, mit Gletscher- und Büßereis überzogen, jedoch aufgrund des geringen Schneefalls und der Trockenheit vergleichbar leicht zugänglich, was ihn sehr beliebt für erfahrene Bergsteiger aus aller Welt macht. Es ist möglich ihn sowohl von der chilenischen, als auch von der argentinischen Seite zu besteigen. Im Winter kann man ihn aufgrund der Wetterbedingungen nicht besteigen, obwohl er wenn nur am Gipfel mit Schnee bedeckt ist, denn sogar im Sommer, zwischen Oktober und März, gibt es nur Höchsttemperaturen von 17 °C und dafür aber Tiefsttemperaturen von bis zu −20 °C. Das Klima ist wechselhaft und auftretende Regen- oder Schneeschauer sind unvorhersehbar, zudem herrscht ein starker Wind von bis zu 100 km/h.

Auf dem Weg zum Gipfel gibt es auf der chilenischen Seite Basis- und Höhenlager, auf der argentinischen Seite nicht, weswegen Bergsteiger die chilenische Seite bevorzugen. Das erste Basislager, Laguna Verde, liegt auf 4300 Meter üNN, auf 4500 Meter üNN liegt das Refúgio Claudio Lucero, das erste Höhenlager, genannt Atacama, liegt auf 5300 Meter üNN. Auf 5620 m liegt das Refúgio Universidad de Atacama und das Höhenlager Refúgio Tejos liegt auf 5825 m. Bei entsprechenden Wetterverhältnissen ist das Basislager Laguna Verde gut mit Fahrzeugen zu erreichen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gipfel des Ojos wurden Spuren von Opferstätten gefunden. Man geht davon aus, dass Inkas den Gipfel für rituelle Opfer nutzten. Heute ist davon allerdings nichts mehr zu sehen. Am Fuße des Ojos del Salado steht eine Skulptur in Gedenken an die Tsunamiopfer 2010, gestiftet von Jochen Beyer.

Expeditionen zum Ojos del Salado[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Besteigung unternahmen die polnischen Bergsteiger Jan Szczepanski und Justin Wojszins am 26. Februar 1937 im Rahmen einer polnischen Expedition in den Anden, während der sie außerdem den ersten Aufstieg auf den Pissis und den Tres Cruces erreichten. Seit Anfang der 50er versuchten tucumanische Bergsteiger den Spuren der Polen zu folgen und somit den Gipfel zu erreichen. Schließlich war es der Österreicher Mathias Rebitsch der als Zweiter am 2. Februar 1956 den Gipfel erklomm. Das dritte Erreichen des Gipfels provozierte hingegen Streitigkeiten. Während der Österreicher Mathias Rebitsch sich während seines Abstiegs noch in den steilen Berghängen aufhielt, erreicht eine chilenische Militärkommission unter der Leitung von Gajardo von einem nördlich gelegenen Tal kommend am 5. Februar 1956 einen Gipfel. Gajardo erklärte ihren Aufstieg als den ersten, da er keine Zeichen der Polen oder des Österreichers auf dem Gipfel finden konnte. Diese befanden sich auf einem anderen Hochpunkt des Berges, den man zu dieser Zeit als seinen Gipfel erklärte. Außerdem maßen sie eine Höhe von 7084 m, was bezüglich der offiziell ersten Besteigung zusätzliches Durcheinander stiftete. Daraufhin versuchte der chilenische Anden Club die Behauptungen des Militärs zu relativieren, erklärte den Aufstieg der Polen ausdrücklich als den ersten und ordnete weitere Messungen der Hochpunkte des Ojos an. Daraufhin führte der American Alpine Club eine Expedition durch und maß mit entwickelter Technologie eine Höhe von 6893 m, die bis heute aktuell ist.

Weltrekorde am Ojos del Salado[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ojos del Salado ist, verglichen mit anderen 6.000ern, gut zu erklimmen. Der Gipfel ist meist nur im Winter von Schnee bedeckt, sodass die Besteigung mit Eispickeln meist nicht nötig ist. Er bietet sich somit schon fast optimal an, nicht nur bestiegen, sondern auch befahren zu werden. Daher war der Ojos del Salado schon mehrfach Schauplatz von Höhenweltrekorden: am 20. Februar 2005 stellte ein Extrem Events Team um Matthias Jeschke mit einem Toyota Landcruiser 90, V6 einen Höhenweltrekord von 6010 Meter über NN auf und ebnete durch Pionierarbeit und Erkundung der Umgebung um 6000 m den Weg für weitere Rekordversuche in Gipfelnähe.

Darauf folgten 4 weitere Höhenweltrekorde von einem Extrem Events und einem VW Team (Extrem Events 6010 m am 20. Februar 2005, VW Team 6.081 m am 17. Februar 2005, Extrem Events 6358 m am 2. März 2005, Extrem Events 6646 m am 13. März 2007), bis am 21. April 2007 das chilenische Duo aus Gonzalo Bravo und Eduardo Canales mit einem modifizierten Suzuki Samurai eine Höhe von 6688 Meter über NN anfuhren und den aktuellen Höhenweltrekord für Allrad betriebene Fahrzeuge festlegten.

André Hauschke aus Euskirchen pedalierte in einer Mehrtagesfahrt vom Pazifik ohne Schieben bis auf eine Höhe von 6085 m, Höhenweltrekord für Radfahren, erreicht am 1. April 2010. Der Rekord davor von 5840 m wurde viele Jahre von einem Italiener gehalten.[1]

Am 16. Oktober 2014 stellte Guido Kunze aus Mühlhausen/Thüringen einen neuen Höhenweltrekord mit dem Fahrrad auf. Er fuhr am Ojos des Salado mit seinem Fatbike von der Pazifikküste bis auf 6233 Meter.[2]

Am 5. Dezember 2014 stellte ein Extrem Events Team, geleitet von Matthias Jeschke, erstmals einen Weltrekord für Trucks auf. Das deutsche Expeditionsteam fuhr mit einem Mercedes Benz Zetros auf eine Höhe von 6675 m über NN und setzte damit den Höhenweltrekord für Trucks und dieselbetriebene Motoren. Zuletzt stellte der Chilene Gianfranco Bianchi mit einer Suzuki RMZ 450 und einer erreichten Höhe von 6472 m den aktuellen Höhenweltrekord für Motorräder auf.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ojos del Salado – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZDF Mittagsmagazin 1. Juli 2010 youtube-Video
  2. Magazin Bergsteiger 7. November 2014 [1]