Nico Lumma

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Nico Lumma (* 19. Juni 1972 in Ratzeburg) ist ein deutscher Netzpolitiker (SPD), Business Angel, Unternehmer, Autor, Kolumnist auf Bild.de und Mitbegründer sowie Co-Vorsitzender des netzpolitischen Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nico Lumma ist der Sohn des 2006 verstorbenen Landtagsabgeordneten Udo Lumma. Während seiner Schulzeit war er 1989 und 1990 in den USA.[1] Lumma studierte von 1993 bis 1995 Politikwissenschaften und Geschichtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen. Von 1996 bis 1999 studierte er an der University of California, Berkeley.[1] Danach beendete er sein Studium 2000 in Göttingen. Zu Studienzeiten war er für die Juso-Hochschulgruppen aktiv.[2] Durch seinen Blog Lummaland[3] wurde er überregional bekannt und in der Folge 2007 von Fred Turnheim als einer „der bekanntesten deutschen Moblogger“ bezeichnet.[4] 2009 wurde Nico Lumma von Scholz & Friends als Direktor des Bereichs Social-Media-Strategien engagiert.[5] Heute ist er COO eines Startup Accelerators. Für Bild.de schreibt Nico Lumma regelmäßig eine Kolumne.[6] Darüber hinaus ist er in deutschen Medien zu Themen der Netzpolitik präsent. Das Hamburger Abendblatt bezeichnet Lumma als einen „der umtriebigsten deutschen Internet-Experten.“[7] Laut Wirtschaftswoche 19/2012 gehört er zu den 100 wichtigsten Internet-Köpfen in Deutschland. Lumma ist als Gastdozent an akademischen Einrichtungen wie der Universität für angewandte Kunst Wien tätig.[8]

Lumma ist verheiratet und hat vier Kinder.[9]

Politische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nico Lumma gehört der Medien- und Netzpolitischen Kommission des SPD-Parteivorstandes an.[9] 2011 gründete er D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt, um unter anderem gegen Pläne zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) vorzugehen. Die Idee zu D64 entwickelte Lumma zusammen mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil auf einer gemeinsamen USA-Reise. Neben Lumma und Klingbeil gehörten der Chef der Berliner Staatskanzlei, Björn Böhning (SPD), einige Netzaktivisten und Lobbyisten zu den ersten Mitgliedern.[10] Im Mission Statement von D64 heißt es:

Die Digitalisierung schreitet voran und verändert unsere Gesellschaft fundamental. Die Veränderungen wirken auf alle Lebensbereiche. Diese Dynamik erfordert auch politische Veränderungen – hinsichtlich inhaltlicher Positionierung, politischer Strukturen und der Nachvollziehbarkeit politischer Prozesse. D64 hat sich zum Ziel gesetzt, diese Entwicklung aktiv, konstruktiv und kreativ mitzugestalten. D64 versteht sich als progressiver Think Tank, der über das reine Nachdenken hinaus auch politische Veränderungen erreichen will. Als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung fungieren dabei die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die es vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu aktualisieren gilt.[11]

2015 machte Lumma mit D64 gegen die Wiedereinführung der VDS mobil und schaffte es, über 100 Gliederungen der SPD dazu zu bringen, Anträge auf dem Parteikonvent gegen die VDS einzubringen.[12]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Fünf Bücher: Nico Lumma 6. November 2014
  2. Olga Drossou, Uwe Afemann: Machtfragen der Informationsgesellschaft (= Forum Wissenschaft. Band 47). BdWi, 1999, S. 687
  3. Lummaland – Politik, Social Media, Leben, und anderes Gedöns
  4. Fred Turnheim: Breaking News im Web 2.0: wozu wir Journalisten brauchen. Molden, 2007, S. 168
  5. Internet World Business 3/09, 2. Februar 2009, S. 38
  6. Lummas Netzkolumne bei Bild.de.
  7. Jens Meyer-Wellmann Förderprogramm: Wie dpa die Medien retten möchte. In: Hamburger Abendblatt. 8 Juni 2015.
  8. Universität für angewandte Kunst Wien: Klasse für Ideen: Nico Lumma
  9. a b SPD: #DigitalLeben
  10. Sven Becker: D64: SPD-naher Netzverein lobbyierte für Investoren. In: Spiegel Online. 22. November 2012
  11. D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt: Mission Statement
  12. Vgl. zu diesen Aktivitäten das Interview mit Nico Lumma in der TAZ vom 16. April 2015: SPD-Netzaktivist über Vorratsdaten: ‚Ein reines Placebo-Thema’.