Lars Klingbeil

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Lars Klingbeil

Lars Klingbeil (* 23. Februar 1978 in Soltau) ist ein deutscher Politiker (SPD) aus Munster (Örtze) in Niedersachsen. Klingbeil ist seit 2001 Mitglied des Stadtrates von Munster und seit 2006 Mitglied im Kreistag des Heidekreises. Er war 2005 für knapp neun Monate und ist seit der Bundestagswahl 2009 erneut Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Außerdem war er von 2003 bis 2007 stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Munster und dem Zivildienst in der Bahnhofsmission in Hannover begann er 1999 ein Studium der Politischen Wissenschaft, der Soziologie und der Geschichte an der Universität Hannover, das er 2004 mit dem Magister abschloss. Von 2001 bis 2004 erhielt er ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Studium arbeitete Klingbeil von 2001 bis 2003 im Wahlkreisbüro von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem Bundestagsabgeordneten Heino Wiese. Seit 2002 ist er Mitglied im SPD-Bezirksvorstand Nord-Niedersachsen. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Jugendbildungsreferent im SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 24. Januar 2005 bis zum 18. Oktober 2005 rückte er für den im Zuge der Gehälter-Affäre zurückgetretenen SPD-Abgeordneten Jann-Peter Janssen in den Bundestag nach. Während dieser Zeit war er Mitglied im Europaausschuss, im Gesundheitsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Von 2005 bis zum Wiedereinzug in den Bundestag im Jahr 2009 war er Büroleiter des SPD-Landesvorsitzenden Garrelt Duin. Seit 2006 ist er Unterbezirksvorsitzender der SPD Soltau-Fallingbostel und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion in Soltau-Fallingbostel. Von 2004 bis 2007 war er zudem Mitglied der Internationalen Kommission des SPD-Parteivorstandes.

Zur Bundestagswahl 2009 kandidierte er im Wahlkreis Rotenburg I – Soltau-Fallingbostel für ein Direktmandat. Jedoch musste er sich mit 35,3 % der Erststimmen gegen Reinhard Grindel (CDU, 40,2 %) geschlagen geben. Über die Landesliste schaffte er dennoch den Einzug in den Bundestag. Lars Klingbeil gehörte dem Verteidigungsausschuss an und arbeitete zusätzlich als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien und dem Unterausschuss Neue Medien mit. Daneben wurde Klingbeil zum Berichterstatter für neue Medien der SPD-Bundestagsfraktion[1] und zum stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landesgruppe gewählt. Bei der Bundestagswahl 2013 zog er erneut über die Landesliste in den Bundestag ein. Er ist erneut Ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss.[2]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internet und neue Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem mit Martin Oetting und Mathias Richel verfassten Beitrag entwickelte Klingbeil im Juli 2011 anhand von sechs Aufgaben an die Sozialdemokratie sein Bild einer „echten sozialdemokratischen Netzpolitik“. Folgende Faktoren hielt er in diesem Zusammenhang für essentiell:[3]

  • Demokratische Erneuerung
  • Offenheit und Transparenz
  • Kopieren als Wesensmerkmal
  • Zugang für alle
  • Arbeitsplätze werden Zustände und hören auf, Orte zu sein
  • Kommunikation mit Menschen und für Menschen

Überwachung des Internets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anschläge in Norwegen vom Juli 2011 nahm Klingbeil zum Anlass, um stärkere Überwachung des Internets durch deutsche Sicherheitsbehörden zu fordern.[4] Er erklärte in diesem Zusammenhang im Deutschlandfunk, es gebe zu wenig Experten in den deutschen Sicherheitsbehörden, um beispielsweise Seiten mit rechtsextremen Inhalten zu beobachten. Da diese Server weltweit zu finden seien, müsse verstärkt auch auf eine internationale Zusammenarbeit der Ermittler gesetzt werden, weiterhin seien mehr Beamte in den Strafverfolgungsbehörden nötig. Insbesondere ein Vorgehen gegen Rechtsextreme sei nötig. Er unterstützt die Forderung der Polizeigewerkschaft Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), eine Art Alarmknopf zur Meldung auffälliger Seiten zu fördern.[5]

Netzneutralität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klingbeil fordert eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lars Klingbeil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vorwärts.de: Interview mit MdB Lars Klingbeil, 7. Dezember 2009
  2. Mitglieder des Verteidigungsausschusses bundestag.de, online, abgerufen am 18. September 2014
  3. Der Beitrag Was ist sozialdemokratische Netzpolitik? Versuch einer Antwort in 6 Aufgaben. findet sich unter Was ist sozialdemokratische Netzpolitik?, das-ist-sozialdemokratisch.de, 18. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2011, sowie Rotes Tuch Sozialdemokratische Netzpolitik Verfangen im Netz, theeuropean.de, 20. Juli 2011 (Memento vom 21. Juli 2011 im Internet Archive), abgerufen am 28. Juli 2011
  4. vgl. z. B. Innere Sicherheit: SPD-Internetexperte will rechtsextreme Webseiten stärker überwachen, focus.de, 28. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2011.
  5. Klingbeil: Mehr Einsatzkräfte in Kampf gegen Rechtsextremismus im Internet nötig, dradio.de, 28. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2011.
  6. vgl. z.B. Netzneutralität-Digitale Klassen befürchtet, mz-web.de, 12. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2011