Niederkalifornien

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Niederkalifornien
Satellitenaufnahme von Niederkalifornien
Satellitenaufnahme von Niederkalifornien
Gewässer 1 Pazifischer Ozean
Gewässer 2 Golf von Kalifornien

Geographische Lage

28° 0′ 0″ N, 114° 0′ 0″ W28-114Koordinaten: 28° 0′ 0″ N, 114° 0′ 0″ W
Niederkalifornien (Mexiko)
Niederkalifornien
Länge 1200 km
Breite 220 km
Karte von 1766
Karte von 1766

Niederkalifornien (spanisch Baja California) ist eine schmale und langgezogene Halbinsel im Westen Mexikos von 1.200 Kilometer Länge und 80 bis 220 Kilometer Breite. Auf ihr liegen die mexikanischen Bundesstaaten Baja California (Niederkalifornien) und Baja California Sur (Süd-Niederkalifornien). Sie ist größer als die Apennin-Halbinsel Italiens und etwa doppelt so lang wie der US-Bundesstaat Florida. Der größte Teil der Fläche wird durch die Wüstenvegetation der Sonora bestimmt. Die Herkunft des Namens „Kalifornien“ ist unklar, wahrscheinlich ist er aus dem Ritterroman Las Sergas de Esplandián von Garci Rodríguez de Montalvo übernommen oder leitet sich von der Bezeichnung calida forna – „heißer Ofen“ – her. Die Region um die Halbinsel ist tektonisch aktiv, die Caldera Aguajito entstand bei einem Vulkanausbruch vor etwa 760.000 Jahren.

Im Norden wird die Halbinsel vom US-Bundesstaat Kalifornien bzw. den westlichen Ausläufern des mexikanischen Bundesstaates Sonora, im Westen vom Pazifik und im Osten vom Golf von Kalifornien begrenzt. Die beiden Küsten sind dabei sehr unterschiedlich. In den kalten, vom Norden und aus der Tiefe kommenden Strömungen der Pazifikküste beobachtet man Wale, die von und zu ihren südlicheren Fortpflanzungsstätten ziehen.

Der Golf ist dagegen eher mit dem Mittelmeer vergleichbar, da dort das Wasser wärmer ist. In den Norden des Golfs von Kalifornien mündet der Colorado River. Im nördlichen Golf herrschen durch den hohen Tidenhub bei Ebbe und Flut starke Strömungen im flachen Wasser. Weiter südlich ist der Golf dagegen zum Teil sehr ruhig. An einigen Stellen sieht man dort nachts interessante Phänomene der Biolumineszenz, und man kann Robben oder Delfine bei der Fischjagd beobachten. Speziell der Pazifikküste sind bedeutende Fischfanggründe vorgelagert.

Die Halbinsel verfügt über eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Zu nennen sind hier die Handwühlen, Seitenfleckenleguane, Fransenzehenleguane, Diamantklapperschlangen, Seitenwinderklapperschlangen, der Kitfuchs, der Hoskins-Sperlingskauz sowie der Cardón-Kaktus, Ocotillos, der Boojum und der Saguaro-Kaktus. Es brüten außerdem der Craveri- und der Lummenalk auf Inseln vor Niederkalifornien. Beide Alkenvögel gehören zu den gefährdeten Vogelarten.[1] Daneben gibt es auch Brutkolonien des Aleutenalks, der zu den etwas häufigeren Alkenvögeln zählt.

An der Pazifikküste ist der Himmel oft wolkenbedeckt. Direkt am Pazifik hält sich der Nebel auch im Sommer oft bis über die Tagesmitte hinaus.

Seit 1976 verbindet die einzige Hauptverkehrsstraße – die Transpeninsular – den Norden mit dem Süden. Sie reicht von der Grenze zu den USA bis zum südlichsten Punkt der Halbinsel in Cabo San Lucas, dem viertgrößten Badeort Mexikos nach Cancún, Puerto Vallarta und Acapulco.

Zur Geschichte der Region vor der Teilung in Ober- und Niederkalifornien siehe Kalifornien (historische Landschaft).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederkalifornien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Anthony J. Gaston und Ian L. Jones: The Auks. Oxford University Press, Oxford 1998, ISBN 0-19-854032-9, S. 211 und S. 205