Niedriges Fingerkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Niedriges Fingerkraut
Niedriges Fingerkraut   (Potentilla supina)

Niedriges Fingerkraut (Potentilla supina)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Fingerkräuter (Potentilla)
Art: Niedriges Fingerkraut
Wissenschaftlicher Name
Potentilla supina
L.

Das Niedrige Fingerkraut (Potentilla supina) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).[1] Sie ist in den gemäßigten und wärmeren Gebieten Eurasiens weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Niedrige Fingerkraut ist eine kahle bis weichhaarige, einjährige bis kurzlebig mehrjährige, krautige Pflanze. Sie besitzt meist mehrere, niederliegende bis aufsteigende, 10 bis 40 Zentimeter lange, verzweigte und reichblütige Stängel. Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert zwei bis sechs Paaren Fiederblättchen. Die seitlichen Fiederblättchen sind bei einer Länge von 1 bis 3 Zentimetern länglich bis verkehrt-eiförmig, grob gesägt-gekerbt bis fiederspaltig und das Endblättchen ist oft tief gespalten. Die Blattoberseite und -unterseite ist grün.

Die Blütezeit reich von Mai bis September. Die Tragblätter sind im Blütenstand weit hinauf laubblattartig gestaltet und überragen die jungen Blüten. Die Blüten sind blattgegenständig oder scheinbar achselständig und sitzen auf 5 bis 20 Millimeter langen, nach der Anthese nach unten gebogenen Blütenstielen. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 6 bis 10 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind 3 bis 4 Millimeter lang und dreieckig. Die fünf freien, gelben Kronblätter sind meist kürzer als die Kelchblätter.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Potentilla supina ist in den gemäßigten und wärmeren Gebieten Eurasiens weitverbreitet. Sie kommt von Frankreich im Westen durch Mitteleuropa, das südliche Osteuropa und das südliche Sibirien nach Osten bis nach China und Korea vor. Im Norden gibt es einzelne Vorkommen bis zum mittleren Skandinavien, im Süden in Nordafrika, Anatolien, Irak, Iran, Armenien und in den zentralasiatischen Gebirgen.

Potentilla supina kommt in der mitteleuropäischen Florenregion recht selten und nur vereinzelt und oft unbeständig vor. Ob das Niedrige Fingerkraut in Mitteleuropa ursprünglich beheimatet ist, ist nicht ganz sicher. Es tritt besonders außerhalb seines Hauptverbreitungsgebiets eher wie eine unbeständige Adventivpflanze auf. Ihre Standorte sind naturgemäß raschen Veränderungen unterworfen und ihre Vorkommen oft bedroht.[3]

Das Niedrige Fingerkraut kommt in Deutschland nur im Osten verbreitet vor. Im Rhein- und Maingebiet ist es häufiger zu finden. An der Unterelbe, der oberen Weser, am mittleren und unteren Necker, und an der Donau bei Regensburg tritt es selten auf.

In der Schweiz tritt es nur selten und adventiv auf.

In Österreich tritt das Niedrig-Fingerkraut zerstreut bis selten in allen Bundesländern auf. Nur in der pannonischen Florenprovinz ist es ursprünglich, im Gebiet der mitteleuropäischen Florenregion tritt es nur unbeständig verschleppt bis eingebürgert auf.[4]

Potentilla supina wächst vor allem auf schlammigen bis kiesigen Ufern von Gewässern, an Wegrändern, auf Straßenschotter, im Bereich von Hafen- und Bahnanlagen, auf Auffüllerde, Klärschlamm usw. Diese licht- und etwas wärmeliebende Art bevorzugt nährstoffreiche, frische bis feuchte Böden.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niedriges Fingerkraut. In: FloraWeb.de.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 540.
  3. Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2, 2. überarbeitete Auflage. Franckh-Kosmos-Verlag, 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  4. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 711.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niedriges Fingerkraut (Potentilla supina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien