Nikolai Dschemsowitsch Kolli

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Nikolai Dschemsowitsch (Jakowlewitsch) Kolli (russisch Николай Джемсович (Яковлевич) Колли; * 5. Augustjul./ 17. August 1894greg. in Moskau; † 3. Dezember 1966 ebenda) war ein russischer Architekt und Hochschullehrer.[1][2][3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolli studierte 1912–1922 Architektur zunächst an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur und dann an den Höheren Künstlerisch-Technischen Werkstätten (WChuTeMas). Noch als Student arbeitete er 1913–1915 bei A. W. Schtschussew am Projekt für den Kasaner Bahnhof mit. Bekannt wurde er durch seinen Vorschlag für das Denkmal zum Sieg der Roten Armee über General Krasnow in Form eines roten Keils, der einen weißen Steinblock spaltet. Dieses Bild nahm El Lissitzky in seinem Plakat Schlagt die Weißen mit dem Roten Keil auf.

ZentroSojus-Gebäude in Moskau

1923 arbeitete Kolli unter der Leitung von I. W. Scholtowski als einer seiner zwölf Jünger am Projekt der Moskauer Allrussischen Landwirtschaftsausstellung (Vorgängerin der Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft). Ab 1924 lehrte er an der Technischen Bauman-Universität Moskau (bis 1941). Er war Mitglied der OSA-Gruppe und Delegierter im Congrès International d’Architecture Moderne.

1927–1932 gehörte Kolli zu der Architektengruppe unter der Leitung von W. A. Wesnin, die die DneproGes-Talsperre und die neue Stadt SozGorod[5] in Saporoschje projektierte. Er erarbeitete Entwürfe für die Große Steinerne Brücke und die Nowoarbatski-Brücke in Moskau. Zusammen mit Le Corbusier projektierte er 1928–1932 in Paris und Moskau das ZentroSojus-Gebäude des Genossenschaftsverbandes in Moskau.[6] Ab 1931 lehrte er auch am Moskauer Architekturinstitut (bis 1941).

Kirowskaja-Metrostation in Moskau

Ab 1933 leitete Kolli die Architekturprojektwerkstatt Nr. 9, die das Moskauer Zentrale Stalin-Stadion, die Moskauer Metro-Stationen Smolenskaja, Park Kultury (1935), Kirowskaja (1935, jetzt Tschistyje Prudy)[7] und Pawelezkaja (1950) projektierte. 1935–1951 leitete er die Moskauer Abteilung der Architektenunion.

Während und nach dem Deutsch-Sowjetischen Krieg erarbeitete Kolli Pläne für den Wiederaufbau von Kalinin (ab 1944), Minsk (1945)[8] und Riga (1946). Zusammen mit I. D. Meltschakow schuf Kolli das Kalinin-Grabmal.

Kolli wurde auf dem Moskauer Wwedenskoje-Friedhof begraben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel Kolli Nikolai Dschemsowitsch in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D037448~2a%3DKolli%20Nikolai%20Dschemsowitsch~2b%3DKolli%20Nikolai%20Dschemsowitsch
  2. Große Russische Enzyklopädie: Kolli Nikolai Dschemsowitsch (russisch, Moskau 2009).
  3. Kolli, Nikolai Dzhemsovich (Iakovlevich) (abgerufen am 14. November 2016).
  4. Е. А. Тарасова: Николай Джемсович (Яковлевич) Колли (1894–1966) in: Мастера советской архитектуры об архитектуре. Искусство, Moskau 1975, S. 349–363.
  5. Советская архитектура. 18. Auflage. Искусство, 1969.
  6. Le Corbusier’s Tsentrosoiuz building in Moscow (1928-1936) over the years (abgerufen am 14. November 2016).
  7. Многострадальная станция (abgerufen am 14. November 2016).
  8. Проспект для рабочих (Memento des Originals vom 15. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.lgz.ru (abgerufen am 14. November 2016).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nikolai Dschemsowitsch Kolli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien