Nikolaus Knoepffler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Nikolaus Knoepffler (* 17. Juli 1962 in Miltenberg) ist ein deutscher Philosoph und Theologe. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Ethik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena[1] sowie Präsident des Global Applied Ethics Institute[2].

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knoepffler absolvierte eine Ausbildung durch Jesuiten, erwarb die Lizenz für Theologie in Rom und wurde in Philosophie (Rom), Theologie (Bern) und Staatswissenschaften (Lüneburg) promoviert. Den Dr. phil. habil. in Philosophie erwarb er in München. 2002 war er Gastprofessor an der Georgetown University, Washington DC und 2006 am Uehiro Centre of Practical Ethics der University of Oxford. Von 1996 bis 2002 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und von 2000 bis 2002 auch stellvertretender Geschäftsführer. Seit 2002 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Ethik an der Universität Jena und Leiter des Bereichs Ethik in den Wissenschaften der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften (FSV) und des überfakultären Ethikzentrums sowie Präsident der Ethikkommission der FSV. Er ist Gründer und Präsident des vornehmlich wirtschaftsethisch ausgerichteten Global Applied Ethics Institute, u. a. in Kooperation mit Kollegen der Georgetown University, des Oxford Uehiro Centre for Practical Ethics und der Zeijang University, Mitglied der Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung der Bundesrepublik Deutschland[3] und Mitglied der bayerischen Bioethik-Kommission sowie Vizepräsident der deutschen Akademie für Organtransplantation. Von 2006 bis 2013 war er Sprecher (von Jenaer Seite) des DFG-Graduiertenkollegs zu Menschenwürde und Menschenrechten, danach mitverantwortlich für das trilaterale DFG-Projekt „Hearts of Flesh - not Stone“ zwischen Israel, Palästina und Deutschland, das sein Kollege in der Theologischen Ethik, Martin Leiner initiiert hatte und im Rahmen des JCRS, Jena Center for Reconsiliaton Studies leitet.

Knoepfflers Forschungsschwerpunkte sind die Bedeutung der Menschenwürde für ethische Konfliktfälle, medizinethische und wirtschaftsethische Fragestellungen.

Er ist seit 1996 verheiratet und hat zwei Töchter.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Forschung an menschlichen Embryonen. Was ist verantwortbar? Hirzel, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0960-9.
  • Menschenwürde in der Bioethik. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-21455-0.
  • Humanbiotechnologie als gesellschaftliche Herausforderung. Alber, Freiburg im Breisgau 2005, ISBN 3-495-48143-5.
  • (Hrsg.) Einführung in die angewandte Ethik. Alber, Freiburg im Breisgau 2006, ISBN 3-495-48142-7.
  • (Hrsg.) Der neue Mensch? Enhancement und Genetik. Alber, Freiburg im Breisgau 2009, ISBN 978-3-495-48307-7.
  • Angewandte Ethik. Ein systematischer Leitfaden. Böhlau, Köln 2009, ISBN 978-3-8252-3293-1 (= UTB 3293).
  • (Hrsg.) Facetten der Menschenwürde. Alber, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 978-3-495-48424-1.
  • Der Beginn der menschlichen Person und bioethische Konfliktfelder. Anfragen an das Lehramt. Herder, Freiburg im Breisgau 2012, ISBN 978-3-451-02251-7.
  • '"Grüne Gentechnik und Synthetische Biologie - keine Sonderfälle" (zusammen mit S. Odparlik, J. Achatz, M. O'Malley). Alber, Freiburg im Breisgau 2013, ISBN 978-3-495-48558-3.
  • '"Schlüsselbegriffe der Philosophie Immanuel Kants. Transzendentalität und Menschenwürde". Utz, München 2014, ISBN 978-3-8316-4329-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/3692/
  2. Global Applied Ethics Institute. Abgerufen am 20. März 2017 (amerikanisches Englisch).
  3. RKI - Mitglieder. In: www.rki.de. Abgerufen am 6. Juni 2016.