Nikon Z 6

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Nikon Z 6
Nikon Z 6 7 sep 2018c.jpg
Typ: Spiegellose Systemkamera
Objektivanschluss: Nikon-Z-Bajonett
Bildsensor: CMOS
Sensorgröße: 35,9 mm × 23,9 mm
Auflösung: 24,5 Megapixel
Formatfaktor: 1 im FX-Format
Dateiformate: RAW/NEF (12 oder 14 Bit), TIFF, JPEG
Belichtungsindex: 64–51.200 (erweiterbar auf 204 800)
Sucher: 1,27-cm-OLED-Suchermonitor mit ca. 3,69 Millionen Bildpunkten
Bildfeld: 100 %
Vergrößerung: 0,8×
Bildschirm: TFT-LCD, neigbar
Größe: 8,1 cm (3,2″)
Betriebsarten: manuell (M), Zeitautomatik (A), Blendenautomatik (S), Programmautomatik (P)
Bildfrequenz: 12 B/s
AF-Messfelder: 273 Messfelder
AF-Messbereich: −2 bis +19 LW (−4 bis +19 LW mit »Autofokus mit wenig Licht«)
AF-Betriebsarten: Einzelfeldsteuerung, dynamische Messfeldsteuerung (9, 25, 72 oder 153 Messfelder), 3D-Tracking, Messfeldgruppensteuerung, automatische Messfeldsteuerung
Belichtungsmessung: TTL-Belichtungsmessung
Messbereich: −3 bis 17 LW (Matrixmessung oder mittenbetonte Messung)
Korrektur: ± 5 LW
Verschluss: elektronisch gesteuerter, vertikal ablaufender Schlitzverschluss
Verschlusszeiten: 1/8.000 s bis 30 s, Bulb-Langzeitbelichtung
Blitz: nur extern
Blitzsteuerung: i-TTL-Automatikblitz
Blitzanschluss: Blitzschuh, ISO 518
Synchronisation: 1/200 s
Belichtungskorrektur: −3 bis +1 LW
Speichermedien: XQD/CFexpress
Datenschnittstelle: USB 3.0, HDMI
Stromversorgung: Nikon-EN-EL15b- oder EN-EL15a/EN-EL15-Lithium-Ionen-Akku, Netzadapter EH-5c/EH-5b Akkufacheinsatz EP-5B (Zubehör)
Abmessungen: 100,5 mm × 134 mm × 67,5 mm
Gewicht: 585 g (nur Kameragehäuse), 675 g (mit Akku und Speicherkarte, aber ohne Gehäusedeckel)
Ergänzungen: Bildsensor-Reinigung

Die Nikon Z 6 ist ein spiegelloses Systemkameragehäuse des japanischen Herstellers Nikon mit neuem Z-Bajonett. Sie wurde gemeinsam mit der Nikon Z 7 am 23. August 2018 im Rahmen einer Pressekonferenz in Tokio vorgestellt.[1]

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Modelle Z 6 und Z 7 der spiegellosen Systemkameraserie Z haben einen Vollformatsensor. Beide Kameras verwenden dabei einen rückseitig belichteten Chip (Back Side Illumination, BSI-Technologie). Die Z6 besitzt einen Tiefpassfilter.[2]

Der Innendurchmesser des Nikon-Z-Bajonetts beträgt 55 Millimeter und war zur Zeit der Ankündigung das Vollformat-Bajonett mit dem größten Innendurchmesser. Durch die größere Öffnung kann mehr Licht durch die Objektive auf den Bildsensor gelenkt werden als beim bisherigen F-Mount (49 mm), so dass laut Nikon theoretisch Lichtstärken bis zu 0,95 (statt bisher 1,4) möglich sind.[1] 2020 ist ein lichtstarkes Objektiv 0,95/58 mm erhältlich; sein Gewicht beträgt zwei kg.[3]

Die Z 6 hat 273 Fokusmessfelder. Ein Fünf-Achsen-Bildstabilisator (VR) ist in das wetterfeste Kameragehäuse integriert.[4] Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist abgedichtet.[5] 2019 wurden Probleme bei dem Bildstabilisator bekannt, was aber nicht alle hergestellten Kameras betrifft. Nikon bot hier Abhilfemaßnahmen an.[6]

Objektivverwendung am Z-Bajonett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgleich mit den Kameramodellen Z 6 und Z 7 hat Nikon zunächst drei neue Objektive für den Z-Mount vorgestellt: ein 35 mm f/1,8, ein 50 mm f/1,8 und ein Zoom 24–70 mm f/4.

FTZ-Adapter Vorder- und Rückseite FTZ-Adapter Vorder- und Rückseite
FTZ-Adapter Vorder- und Rückseite

Der neue Z-Mount ist die erste Neuentwicklung eines Objektivanschlusses für 35 mm-Kameras von Nikon seit 1959. Um die Weiterverwendung des großen Spektrums an Objektiven vieler Hersteller mit dem F-Mount zu gewährleisten, hat Nikon den Z-Modellen einen Adapter von F- auf Z-Mount zur Seite gestellt, mit dem bis auf wenige Ausnahmen alle Nikon F-Objektive seit 1959 an die Kameras der Z-Serie angeschlossen werden können. Moderne AF-S, AF-P und AF-I-Nikkore können mit diesem Adapter uneingeschränkt an der Z 6 verwendet werden. Ältere AF-D-Nikkore ohne eigenen AF-Motor können bis auf den Autofocus alle sonstigen Funktionen nutzen wie z. B. Focus-Peaking im Sucher, VR, Belichtungssteuerung und alle Belichtungsmodi. Bei noch älteren AF- (ohne D-Chip), AI- oder AI-S-Nikkoren kann die Anzahl verwendbarer Belichtungsmodi eingeschränkt sein.[7]

Nikon Z 6II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa zwei Jahre nach der Einführung, am 14. Oktober 2020, stellte Nikon die in Details verbesserte Z 6II vor: Im Vergleich zur Z 6 können nun zehn statt neun Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Die Kamera verfügt über die Möglichkeit, CFexpress- oder XQD-Speicherkarten und/oder SD-Speicherkarten aufzunehmen. Es sind zwei EXPEED-6-Bildprozessoren integriert.

Neben einer höheren Rechenleistung verfügen die Kameras in diesem Zuge auch über einen mehr als doppelt so großen Pufferspeicher. Die Z 6II kann 124 Raw-Aufnahmen am Stück aufnehmen (Z 6: 35) und hält ihre Serienbildgeschwindigkeit mit neun Sekunden etwa dreimal so lang wie das Vorgängermodell.[8]

Neu verfügbar ist der Multifunktionshandgriff MB-N11, der zwei Akkus aufnimmt und einen Auslöser für Hochformataufnahmen bereitstellt.[8]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Z 6 wird im Nikon-Werk in Sendai, Japan, gefertigt. Nach den Planungen von Nikon sollen dort monatlich 20.000 (Stand 2018) Z 6 und Z 7 produziert werden.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fotopresseverband Technical Image Press Association (TIPA) zeichnete das Modell Z 6 als Beste Kamera mit Vollformatsensor für Experten mit dem TIPA World Award 2019 aus.[10]

Von der Expert Imaging and Sound Association erhielt die Z 6 die Auszeichnung Kamera des Jahres 2019–2020.[11] In der Fachzeitschrift Fotomagazin wurde die Auszeichnung mit den Worten kommentiert: „Dies ist die beste Allround-Kamera, die ambitionierte Fotografen im Moment kaufen können.“[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kyra Sänger, Christian Sänger: Nikon Z 6. 1. Auflage. Bildner-Verlag, Passau 2019, ISBN 978-3-8328-0323-0 (368 S.).
  • Heike Jasper: Nikon Z 6 – Das Handbuch zur Kamera. 1. Auflage. Rheinwerk, Bonn 2019, ISBN 978-3-8362-6938-4 (350 S.).
  • Kyra Sänger, Christian Sänger: Nikon Z 6II. 1. Auflage. Bildner-Verlag, Passau 2021, ISBN 978-3-8328-0448-0 (376 S.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nikon Z 6 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Nikon Z 6II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b diepresse.com vom 23. August 2018, Nikon stellt die Weichen auf Wechselobjektivkameras, abgerufen am 20. November 2020.
  2. Neues Nikon-System: Start mit den spiegellosen Vollformat-Kameras Z6 und Z7. In: fotointern.ch – Tagesaktuelle Fotonews. 23. August 2018, abgerufen am 11. Juli 2021 (deutsch).
  3. https://www.digitalphoto.de/test/nikkor-z-58mm-f095-s-noct-test-purer-exot-100418794.html, abgerufen am 19. November 2020.
  4. Z 6, nikon.de, abgerufen am 25. August 2018
  5. Nikon-Seite zur Z-Serie, abgerufen am 19. November 2020.
  6. test.de vom 25. Mai 2019, Probleme mit dem Bildstabilisator, abgerufen am 19. November 2020.
  7. Kompatibilität FTZ-Adapter, FTZ bei Kenrockwell
  8. a b heise.de vom 14. Oktober 2020, Schneller, besseres Video: Nikon mit Nachfolger für Vollformatkameras Z 6 / Z 7, abgerufen am 19. November 2020.
  9. Andreas Jordan: Hier werden die Z6 und Z7 von Nikon gefertigt: Ein Blick hinter die Kulissen der Fabrik in Sendai. In: Fotomagazin. 14. September 2018, abgerufen am 27. Oktober 2019.
  10. TIPA World Award 2019, TIPA vom 17. März 2019, abgerufen am 2. April 2019.
  11. EISA Photography Awards 2019–2020. Abgerufen am 19. April 2021.
  12. EISA Kamera des Jahres 2019–2020. In: Fotomagazin. Nr. 10, 2019, S. 73.