NoSQL

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NoSQL (englisch für Not only SQL) bezeichnet Datenbanken, die einen nicht-relationalen Ansatz verfolgen und damit mit der langen Geschichte von relationalen Datenbanken brechen. Diese Datenspeicher benötigen keine festgelegten Tabellenschemata und versuchen, Joins zu vermeiden, sie skalieren dabei horizontal. Im akademischen Umfeld werden sie häufig als „strukturierte Datenspeicher“ (engl. structured storage) bezeichnet.[1][2][3]

Bekannte Implementierungen sind Google BigTable und Amazon Dynamo. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Open-Source-Implementierungen wie beispielsweise CouchDB, Apache Cassandra, MongoDB und OrientDB.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff NoSQL (im Sinne von no SQL) wurde erstmals für eine 1998 erschienene leichtgewichtige Open-Source-Datenbank verwendet, welche keine SQL-Zugriffsmöglichkeit bereitstellte. Carlo Strozzi, der Entwickler dieser Datenbank, unterscheidet allerdings die NoSQL-Datenbank von der NoSQL-Bewegung insofern, als ersteres eine Datenbank ist, welche auf die Verwendung der Sprache SQL verzichtet, während zweiteres ein Konzept ist, welches vom relationalen Modell Abstand nimmt.[4]

Der Begriff NoSQL (im Sinne von Not only SQL) wurde Anfang 2009 von Johan Oskarsson für ein Treffen über verteilte strukturierte Datenspeicher neu eingeführt.[5] Der Name war ein Versuch einer gemeinsamen Begriffsfindung für die wachsende Zahl an nicht relationalen, verteilten Datenspeichersystemen, welche meist auch auf ACID-Eigenschaften verzichteten.

Dieses Thema ist nicht ganz neu. Die Bestrebung, Daten ohne die Einschränkungen des relationalen Modells zu speichern, war bereits früher unter dem Titel Dokumentenorientierte Datenbank bekannt. Insofern sind alle Vertreter dieser Thematik auch als NoSQL-Systeme zu betrachten.

Obwohl die Popularität von NoSQL-Systemen kontinuierlich zunimmt, wird der Markt nach wie vor eindeutig von relationalen Systemen dominiert.[6]

Architektur[Bearbeiten]

Relationale Datenbanken leiden üblicherweise unter Leistungsproblemen bei datenintensiven Applikationen wie Indexierung von großen Dokumentmengen, Webseiten mit hohen Lastaufkommen, sowie Streaming-Media-Applikationen. Relationale Datenbanken sind nur dann effizient, wenn sie für häufige aber kleine Transaktionen oder für große Batch-Transaktionen mit seltenen Schreibzugriffen optimiert sind. Sie können aber schlecht mit gleichzeitig hohen Datenanforderungen und häufigen Datenänderungen umgehen.[7] NoSQL dagegen kann mit vielen Schreib-/Leseanfragen umgehen.[8] Beispiele dafür finden sich bei Digg,[9] Facebook und eBay.

NoSQL-Architekturen bieten meist nur schwache Garantien hinsichtlich Konsistenz wie beispielsweise eventual consistency oder auf einzelne Datensätze eingeschränkte Transaktionen. Einige Systeme unterstützen auch ACID, beispielsweise durch Hinzufügung spezieller Middleware wie CloudTPS.[10]

Viele NoSQL-Implementierungen unterstützen verteilte Datenbanken mit redundanter Datenhaltung auf vielen Servern, beispielsweise unter Nutzung einer verteilten Hashtable. Damit können die Systeme einfach skalieren und Ausfälle einzelner Server überstehen.[11]

NoSQL-Implementierungen können folgendermaßen gegliedert werden:

Merkmal Beispiele
Dokumentenorientierte Datenbanken Apache Jackrabbit, BaseX, CouchDB, eXist, Lotus Notes, MongoDB
Graphdatenbanken Generisch Neo4j, InfoGrid, HyperGraphDB, Core Data, DEX
RDF-Zentriert AllegroGraph, 4store, Virtuoso, andere
Verteilte ACID-Datenbanken MySQL Cluster
Key-Value-Datenbanken Festplattenspeicher Chordless, Google BigTable, GT.M, InterSystems Caché
Caches im RAM Membase, memcached, Redis
Eventually-consistente Speicher Amazon Dynamo, Project Voldemort, Riak
Sortierte Key-Value-Speicher Berkeley DB, Memcachedb
Multivalue-Datenbanken OpenQM, Rocket U2
Objektdatenbanken Db4o, ZODB
Spaltenorientierte Datenbanken Apache Cassandra, Google BigTable, Hbase, SimpleDB

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stefan Edlich, Achim Friedland, Jens Hampe, Benjamin Brauer, Markus Brückner: NoSQL: Einstieg in die Welt nichtrelationaler Web 2.0 Datenbanken. 2 Auflage. Hanser Verlag, München 2011, ISBN 9783446427532 (aktualisierte und erweiterte Auflage).
  •  Pramodkumar J. Sadalage, Martin Fowler: NoSQL Distilled: A Brief Guide to the Emerging World of Polyglot Persistence. Addison-Wesley, Amsterdam 8. August 2012, ISBN 9780321826626.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Avinash Lakshman, Prashant Malik: Cassandra – A Decentralized Structured Storage System. Cornell University, 2009, abgerufen am 24. Juni 2010 (PDF, 133 kB, englisch).
  2. Bigtable: A Distributed Storage System for Structured Data. Google, abgerufen am 22. April 2012 (PDF, 221 kB, englisch).
  3. HBase: structured storage of sparse data for Hadoop. Abgerufen am 22. April 2012 (PDF, englisch).
  4. NoSQL: A Relational Database Management System. Strozzi.it, 2. Oktober 2007, abgerufen am 24. Juni 2010 (englisch): „While the former is a well-defined software package, is a relational database to all effects and just does intentionally not use SQL as a query language, the newcomer is mostly a concept (and by no means a novel one either), which departs from the relational model altogether and it should therefore have been called more appropriately "NoREL", or something to that effect.“
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEric Evans: NOSQL 2009. 12. Mai 2009, abgerufen am 24. Juni 2010 (englisch): „Johan Oskarsson has organized a meetup for folks interested in distributed structured data storage and is calling it NOSQL.“
  6. RDBMS dominate the database market, but NoSQL systems are catching up. Abgerufen am 24. November 2013 (englisch).
  7.  Rakesh Agrawal et al.: The Claremont report on database research. In: ACM (Hrsg.): SIGMOD Record. 37, Nr. 3, September 2008, ISSN 0163-5808, S. 9-19, doi:10.1145/1462571.1462573.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEric Lai: No to SQL? Anti-database movement gains steam. 1. Juli 2009, abgerufen am 4. Dezember 2011 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIan Eure: Looking to the future with Cassandra | Digg About. About.digg.com, 9. September 2009, abgerufen am 24. Juni 2010 (englisch).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCloudTPS: Scalable Transactions for Web Applications in the Cloud. Globule.org, Februar 2010, abgerufen am 24. Juni 2010 (englisch): „CloudTPS is a scalable transaction manager to allow cloud database services to execute the ACID transactions of web applications, even in the presence of server failures and network partitions“
  11. Avinash Lakshman, Prashant Malik: Cassandra: Structured Storage System over a P2P Network. Last.fm.com, abgerufen am 24. Juni 2010 (PDF, 410 kB, englisch).