Nong Chok

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Nong Chok
หนองจอก
Daten
Provinz: Bangkok
Fläche: 236,261 km²
Einwohner: 159.962 (2013)
Bev.dichte: 508,2 E./km²
PLZ: 10530
Geocode: 1003
Karte
Karte von Bangkok, Thailand mit Nong Chok
Stadtbezirke von Bangkok

Nong Chok (Thai หนองจอก, ausgesprochen [nɔ̌ːŋ t͡ɕɔ̀ːk]) ist eine der 50 Khet (Bezirke) von Bangkok, der Hauptstadt von Thailand. Nong Chok liegt im äußersten Nordosten des Stadtgebiets.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nong Chok grenzt an die folgenden anderen Bezirke (im Uhrzeigersinn von Norden): Amphoe Lam Luk Ka der Provinz Pathum Thani, Amphoe Bang Nam Priao und Amphoe Mueang Chachoengsao der Provinz Chachoengsao und die folgenden Khet von Bangkok: Lat Krabang, Min Buri und Khlong Sam Wa.

Nong Chok ist der flächenmäßig größte Bezirk Bangkoks und zugleich der mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte. Die Siedlungsstruktur ist als suburban, teils sogar ländlich, zu beschreiben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk wurde 1897 in der Regierungszeit von König Chulalongkorn als Amphoe eingerichtet. Der Namensbestandteil Nong bedeutet Sumpf und Chok Wassersalat (Pistia stratiotes). Die Mehrheit der Bewohner sind Muslime, deren Vorfahren im späten 18. und 19. Jahrhundert aus dem ehemaligen malaiischen Sultanat Patani hierher migrieren mussten bzw. als Kriegsbeute verschleppt wurden.[1] Diese kultivierten die zuvor unbewohnte, sumpfige Gegend und legten hier Reisfelder an. Hierzu wurde ein Kanal, der Khlong Saen Saep, ausgehoben, der einerseits dem schnelleren Transport von Truppen Richtung Kambodscha, andererseits aber auch der Urbarmachung der einstigen Sumpfgebiete östlich von Bangkok dienen sollte.[2]

Im Jahre 1902 wurde Nong Chok ein Amphoe (Bezirk) der neu eingerichteten Provinz Min Buri. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten in den Jahren 1930–1931 wurde Minburi im Jahre 1931 aufgelöst; Nong Chok wurde zunächst der Provinz Chachoengsao zugeordnet, die Verwaltung jedoch im folgenden Jahr nach Bangkok verlegt, weil die Reisebedingungen zwischen Nong Chok und Chachoengsao zu schwierig waren.

Bis heute ist Nong Chok der einzige Bezirk Bangkoks, in dem Muslime und nicht Buddhisten die Bevölkerungsmehrheit stellen. Etwa 75 % der Einwohner bekennen sich zum Islam, nur 22 % zum Buddhismus. Im Bezirk Nong Chok haben das Amt des geistlichen Oberhaupts der thailändischen Muslime (Schaich al-Islām bzw. Chula Ratchamontri) sowie der Zentrale Islamrat Thailands (CICOT) mit der Abteilung für Halāl-Angelegenheiten ihren Sitz. Im Jahr 2011 kam es zu einem Konflikt, als die staatliche Wat-Nong-Chok-Schule, die sich auf dem Gelände eines buddhistischen Tempels befindet, muslimischen Schülerinnen das Tragen des Kopftuchs (Hidschāb) untersagte. Das thailändische Bildungsministerium sieht hingegen eine optionale Variante der Schuluniform mit Hidschāb vor.[3][4]

Seit Mitte der 1990er-Jahre ist die Bevölkerungszahl rapide gewachsen. Hatte Nong Chok 1995 gut 70.000 Einwohner, so waren es 2008 bereits mehr als doppelt so viele.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft war und ist der wichtigste Teil der Wirtschaft von Nong Chok. Reis, Gemüse, Früchte und Viehzucht sind die Hauptprodukte. Nong Chok ist ebenfalls bekannt für seine Kampfhähne und Vogelkäfige. Zahlreiche Bewässerungskanäle (Khlongs) wurden gegraben, die gleichzeitig der Verbesserung des Transportwesens dienten.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die private Mahanakorn University of Technology hat ihren Sitz in diesem Bezirk.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk ist in acht Khwaeng (Unterbezirke) eingeteilt:

Nr. Name Thai Einw.[5]
1. Krathum Rai กระทุ่มราย 35.606
2. Nong Chok หนองจอก 18.707
3. Khlong Sip คลองสิบ 08.532
4. Khlong Sip Song  คลองสิบสอง 10.102
5. Khok Faet โคกแฝด 32.568
6. Khu Fang Nuea คู้ฝั่งเหนือ 16.673
7. Lam Phak Chi ลำผักชี 28.821
8. Lam Toiting ลำต้อยติ่ง 08.953

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Chinyong Liow: Islam, Education, and Reform in Southern Thailand. Tradition & Transformation. Institute of Southeast Asian Studies, Singapur 2009, S. 163.
  2. Edward Van Roy: Siamese Melting Pot. Ethnic Minorities in the Making of Bangkok. ISEAS Press, Singapur 2017, S. 157.
  3. Sanitsuda Ekachai: Hijab ban at Wat school. In: Bangkok Post (online), 12. Mai 2011.
  4. Minister joins Muslim protest of school's hijab ban
  5. Einwohnerstatistik 2013 (Thai) Department of Provincial Administration. Abgerufen am 5. August 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 13° 51′ N, 100° 52′ O