Norbert Pies

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Norbert Josef Pies (* 13. Oktober 1956 auf dem Beurenhof, Gemeinde Treis-Karden) ist ein deutscher Biologe, Sachbuchautor, Regionalhistoriker und Genealoge.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule in Altstrimmig von 1963 bis 1966 und anschließend der Mittelpunktschule in Mittelstrimmig wechselte Pies auf das Gymnasium St. Bernhard in Schiefbahn, wo er 1976 das Abitur machte, bevor er seinen Zivildienst in einem Altenheim leistete. Von 1978 bis 1984 studierte er an der Universität Bonn Biologie und promovierte 1986 mit Schwerpunkt Zytologie bei Karl-Ernst Wohlfarth-Bottermann. Motiviert durch seinen Zivildienst begann er Ende 1978 mit den Vorbereitungen zur Gründung des MS-Kontaktkreises Bonn, aus dem später die heutige Multiple Sklerose Vereinigung Bonn/Rhein-Sieg e.V. hervorging und deren erster Vorsitzender er bis 1982 war. Für dieses Engagement wurde er 1982 zum Ehrenmitglied ernannt und von Veronica Carstens, der Gattin des damaligen Bundespräsidenten und damals Schirmherrin der DMSG, geehrt.[1] Nach seinem Studium arbeitete er in der Pharmaindustrie und leitete zuletzt 21 Jahre lang als Geschäftsführer ein Pharmaunternehmen. Freiberuflich publizierte er bisher (unter den Namen Norbert J. Pies und Josef Pies) 230 Beiträge und knapp 70 Bücher und Broschüren vorwiegend in den Bereichen Medizingeschichte, Medizinratgeber und Regionalgeschichte. Außerdem betätigt er sich als Verleger, Herausgeber und Redakteur.

Pies ist langjähriges Mitglied der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und mehrerer lokaler Geschichtsvereine. Von 2014 bis 2018 war er Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins Familienstiftung Pies-Archiv, Forschungszentrum Vorderhunsrück und hat darin im Bemühen um den Erhalt der Mundart eine Mundartaudiothek gegründet und 2016 das erste wissenschaftlich geprägte Hunsrücker Mundartsymposion mit Begleitausstellung organisiert.[2][3]

Sein besonderes Interesse gilt von Jugend an der Geschichte des Gebietes von Mittel- und Untermosel mit den angrenzenden Gebieten von Eifel und Hunsrück mit Schwerpunkt auf dem Altkreis Cochem und dem Territorium des ehemaligen Dreiherrischen auf dem Hunsrück. Ganz besonders widmet er sich der Erforschung des in der Nähe seines Geburtsortes gelegenen Klosters Maria Engelport, mit dem er von jung an eng verbunden ist.

Am 5. Februar 2022 verlieh die Ministerpräsidentin Malu Dreyer Pies die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz, die ihm am 22. Februar von der Staatssekretärin Heike Raab und dem Landrat Manfred Schnur im Rahmen einer Feierstunde im Kulturzentrum Kapuzinerkloster in Cochem überreicht wurde.

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz 2022

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arztbiografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • West & West syndrome – A historical sketch about the eponymous doctor, his work and his family, in: Brain & Development Nr. 25 (2003) S. 84–101, zusammen mit Clive Beardsmore.
  • Notabilia & Miscellanea oder Heimat- und familienkundliche Randnotizen. Heft IV (November 2021): Treiser Krankheit & Brownsche Affen - Kommentierte Edition der Streitschrift des Cochemer Arztes Carl Boost von 1807.

Medizinsachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesen Büchern wurden medizinische Zusammenhänge zu den behandelten Themen unter dem Namen Josef Pies erstmals für deutschsprachige Leser journalistisch aufbereitet. Sie wurden in bis zu 22 Auflagen gedruckt und in bis zu sechs Fremdsprachen übersetzt.

  • Immun mit kolloidalem Silber. Wirkung, Anwendung, Erfahrungen, 22. Auflage, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2018, ISBN 978-3-86731-117-5.
  • Kolloidales Silber. Das große Gesundheitsbuch für Mensch, Tier und Pflanze, 13. Auflage, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2019, ISBN 978-3-86731-128-1, zusammen mit Uwe Reinelt.
  • Vitamin K2. Vielseitiger Schutz vor chronischen Krankheiten, 7. Auflage, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2019, ISBN 978-3-86731-102-1.
  • Wasserstoffsuperoxid. Natürlich und Nebenwirkungsfrei – Gegen Viren und Bakterien – Für Gesundheit, Haushalt und Hygiene, 8. Auflage, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2021, ISBN 978-3-86731-116-8.
  • Alpha-Liponsäure das Multitalent. Gegen freie Radikale, Umweltgifte, Zellalterung, 6. Auflage, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2016, ISBN 978-3-86731-034-5.
  • Olivenblatt-Extrakt. Rückbesinnung auf ein jahrtausendealtes Heilmittel, 6. Auflage, VAK concept, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2015, ISBN 978-3-932098-76-5.
  • Die Açaí-Frucht. Das Vitalstoffpaket aus dem Tropenwald. Besonders reich an Antioxidantien, Ballaststoffen und gesunden Fettsäuren, 2. Auflage, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2010, ISBN 978-3-86731-018-5.
  • Sacha Inchi – Das Omega-3-Öl aus der Inka-Nuss, VAK vital, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2010, ISBN 978-3-86731-033-8.
  • LDN, Niedrig dosiertes Naltrexon, 2. Auflage, VAK Patientenratgeber, VAK Verlags GmbH Kirchzarten 2021, ISBN 978-3-86731-077-2.

Kolumnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kardiologische Quizserie zu berühmten Ärzten Das war doch der … in der Fachzeitschrift Kardiologische Klinik 3,3-3,6 (1992) und in top Medizin Österreich 2,4-2,6 (1992).
  • Neurologische Quizserie zu berühmten Ärzten Das war doch der … in der Fachzeitschrift Jatros Neurologie/ Psychiatrie 8,6-9,5 (1992-1993).

Regionalgeschichte (Kloster Maria Engelport)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Geschichte von Kloster Maria Engelport (Alte Reihe): 13 Bände, Köln, Frechen, Erftstadt 1989-2000.
  • Die Engelporter Marienverehrung – Hintergründe, Einsichten und Ansichten, Erftstadt 2013, ISBN 978-3-927049-55-0.
  • Engelporter Kopiare, Manuale und Narrationen, Zur Geschichte von Kloster Maria Engelport (Neue Reihe, Jubiläumsreihe) Band I, BoD Norderstedt/ Erftstadt 2017, ISBN 978-3-927049-61-1.
  • Alt-Engelporter Ansichten – Impressionen und Rekonstruktionen, Zur Geschichte von Kloster Maria Engelport (Neue Reihe, Jubiläumsreihe) Band III, BoD Norderstedt/ Erftstadt 2018, ISBN 978-3-927049-53-6.
  • Alt-Engelporter Lesebuch – 800 Jahre Klostergeschichte in 80 Kapiteln, Zur Geschichte von Kloster Maria Engelport (Neue Reihe, Jubiläumsreihe) Band IV, BoD-Norderstedt/ Erftstadt 2020, ISBN 978-3-927049-63-5.
  • 800 Jahre Kloster Maria Engelport – 71 ausgewählte Kapitel aus seiner Geschichte, BoD-Norderstedt/ Erftstadt 2020, ISBN 978-3-927049-64-2.
  • Alt-Engelporter Totenbuch – Edition mit Übersetzung, Kommentierung und Auswertung, Zur Geschichte von Kloster Maria Engelport (Neue Reihe, Jubiläumsreihe) Band V, BoD-Norderstedt/ Erftstadt 2021, ISBN 978-3-927049-65-9.
  • Notabilia & Miscellanea oder Heimat- und familienkundliche Randnotizen. Heft III (Oktober 2021): Neues aus Alt:Engelport.
  • Notabilia & Miscellanea oder Heimat- und familienkundliche Randnotizen. Heft VI (Juni 2022): Kölner Patrizier*innen und Kloster Engelport.

Regionalgeschichte (allgemein)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Höfe Beuren und Kreuzert in der Gemeinde Treis-Karden. Ergänzungen–Nachträge–Korrekturen, Frechen 1988, ISBN 978-3-927049-03-1.
  • Engelporter Besitz in Valwig. Ein Beitrag zur Geschichte des Moselortes. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Erftstadt 1998, ISBN 978-3-927049-23-9.
  • Aus der Geschichte des Petershäuserhofes, In: Pfarrgemeinde Petershausen (Hrsg.): St. Maria Magdalena. 100 Jahre Pfarrkirche Petershausen mit Chronik Petershäuserhof. Zilshausen 2005 S. 9–70.
  • Der Hexer von Petershausen, in: Jahrbuch 2006 für den Kreis Cochem-Zell, Monschau 2005 S. 210–214.
  • Eine kunsthistorische Kostbarkeit in Lahr (Hunsrück): Die älteste Orannastatue, in: Hunsrücker Heimatblätter Nr. 149 Jg. 52 (2012) S. 537–544.
  • Unsere Heimat auf alten Landkarten. Begleitheft zur Ausstellung im Museum der Familienstiftung Pies-Archiv, Forschungszentrum Vorderhunsrück e. V. Mit einem Beitrag zur Rechtsgeschichte des Beltheimer Gerichts, Erftstadt 2013.
  • Aus der Geschichte von Lahr (Hunsrück). Band I: Die Oranna-Kapelle, Wegekreuze und Bildstock, Erftstadt 2014, ISBN 978-3-927049-47-5.
  • Notabilia & Miscellanea oder Heimat- und familienkundliche Randnotizen. Heft I (Oktober 2020): Merk:würdigkeiten vom Strimmiger Berg.

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Geschichte von Lahr (Hunsrück), Buchreihe 2014–2016.
  • Josef Liebfried: Wander- & Gesellenfahrten eines Koblenzer Handwerksburschen als Band V (Mai 2022) der Reihe Notabilia & Miscellanea oder Heimat- und familienkundliche Randnotizen, Erftstadt–Lechenich 2022.

Redaktion (und Mitautor)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970–1971 Redaktionsmitglied und zeitweise verantwortlicher Redakteur der Schülerzeitung des Gymnasiums St. Bernhard in Schiefbahn.
  • 2004–2016 Gemeinsam mit Klaus Layendecker Redaktionsleiter der sieben Bände Von Häckedetz unn Stiftshere, Geschichte und Geschichten von Treis-Karden.
  • 2014–2018 Alleinredakteur von Die Pies-Chronik, einem zweimal jährlich erscheinenden Periodikum.
  • Seit 2017 Redaktionsmitglied des Redaktionsausschusses für das Kreisjahrbuch Cochem-Zell.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert J. Pies: Die Geburtsstunde und erste Schritte der Multiple Sklerose Vereinigung Bonn/ Rhein-Sieg e.V. und Wie alles anfing vor 30 Jahren mit unserer MS-Vereinigung, in: MS-Nachrichten (Multiple Sklerose Vereinigung Bonn/ Rhein-Sieg e.V.) August 2010 S. 3-5 und Oktober 2010 S. 3-5.
  2. Pies: Wenn ein Name zum Programm wird. Vereinssitz in Dommershausen zieht Wissenschaftler und Hobbyforscher an. Rheinzeitung vom 27. April 2016 S. 12.
  3. Unser Platt ist so lebendig wie einst im Mai. Hunsrücker Mundartsymposion am Sitz des Pies-Archivs in Dommershausen fand große Resonanz. Rheinzeitung vom 3. Mai 2016.