Altstrimmig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Altstrimmig
Altstrimmig
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Altstrimmig hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Zell (Mosel)
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 8,9 km2
Einwohner: 336 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56858
Vorwahl: 06545
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Webpräsenz: www.altstrimmig.de
Ortsbürgermeister: Hans-Werner Peifer
Lage der Ortsgemeinde Altstrimmig im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch)Eppenberg (Eifel)Laubach (Eifel)LeienkaulMüllenbach (bei Mayen)HaurothUrmersbachMasburgDüngenheimKaiserseschLandkernIllerichEulgemHambuchGamlenZettingenKaifenheimBrachtendorfUlmen (Eifel)AlflenAuderathFilz (Eifel)WollmerathSchmittBüchel (Eifel)Wagenhausen (Eifel)GillenbeurenGevenichWeiler (bei Ulmen)LutzerathBad BertrichUrschmittKlidingBeuren (Eifel)MoselkernMüden (Mosel)Treis-KardenLützLiegRoesMöntenichForst (Eifel)DünfusBrohlBinningen (Eifel)WirfusBriedenKailPommern (Mosel)BriedelAltlayPeterswald-LöffelscheidHaserichSosbergForst (Hunsrück)AltstrimmigReidenhausenMittelstrimmigBlankenrathPanzweilerWalhausenSchauren (bei Blankenrath)TelligHesweilerLiesenichMoritzheimGrenderichZell (Mosel)NeefBullaySankt AldegundAlf (Mosel)PünderichGreimersburgKlottenFaidDohrBremmBruttig-FankelSenheimNehren (Mosel)Ediger-EllerMesenichValwigErnst (Mosel)Beilstein (Mosel)Ellenz-PoltersdorfBriedernCochemLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis Mayen-KoblenzRhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Kirche in der Ortsmitte von Altstrimmig

Altstrimmig ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) an. Altstrimmig ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstrimmig liegt zusammen mit dem Nachbarort Mittelstrimmig auf einem Höhenrücken im nördlichen Hunsrück, dem Strimmiger Berg. Zu Altstrimmig gehören auch die Wohnplätze Birkwiese und Pulgersmühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung erfährt der Ort Altstrimmig im Jahr 1357. Vom 31. Mai 1358 existiert eine Belehnungsurkunde des Erzbischofs Boemund II. für Gerhard von Ehrenberg.[4] Der Strimmiger Berg, auch das Strimmiger Gericht, zählte bis 1780 zum „Dreihherrischen Gebiet“. Wie im Beltheimer Gericht teilten sich Kurtrier, Sponheim und Braunshorn (später Winneburg und Metternich) die Landesherrschaft. Ab 1794 stand Altstrimmig unter französischer Herrschaft. Von 1798 bis 1814 gehörte Altstrimmig zur Mairie Beilstein im Kanton Zell, der zum Arrondissement Koblenz im Rhein-Mosel-Département gehörte. 1815 wurde die Region und damit auch der Ort Altstrimmig aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Gemeinde Altstrimmig 1816 der Bürgermeisterei Senheim (von 1927 bis 1968 Amt Senheim) im neu entstandenen Kreis Zell im Regierungsbezirk Koblenz an.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in ganz Deutschland stieg auch in Altstrimmig die Sehnsucht nach Amerika auszuwandern, da in der Region des heutigen Rheinland-Pfalz und Hessens politische Unzufriedenheit und Mangel an Erwerbsarbeit herrschten.

Am 26. Mai 1852 verließen 85 Personen (36 Personen bis 14 Jahre, 49 Personen über 14 Jahren) Altstrimmig in Richtung New York, wo sie am 13. Juni 1852 an Land gingen. In den folgenden Jahren zog es sie vorwiegend in den Staat Wisconsin, wo sie u. a. in den teilweise von ihnen gegründeten Orten Green Bay, Washington County, Sheboygan, Milwaukee, Germantown, Farmington, Cedarburg und Appleton ihre neue Heimat fanden.

Weitere Auswanderer – 36 Personen – verließen den Ort zwischen den Jahren von 1829 bis 1890 nach Süd- und Nordamerika. In Südamerika waren es die Gegenden um Porto Alegre, Santa Cruz do Sul und San Jose. Bis heute bestehende Gemeinden bilden Novo Hamburgo (dt. Neu Hamburg), São Leopoldo und Rio Grande. 31 Zeitungen und über 150 Vereine wurden von den Kolonisten gegründet.

Die Gesamtreisekosten aller Auswanderer in Höhe von 22.015 Talern, 221 Silbergroschen und 46 Pfennig wurden von den Gemeinden Mittelstrimmig, Altstrimmig, Liesenich, Grenderich und Senheim gemeinsam getragen, hiervon entfielen auf die Gemeinde Altstrimmig 3.156 Taler.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1946 ist Altstrimmig Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Das Amt Senheim wurde 1968, so wie alle Ämter in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier in Verbandsgemeinden umgewandelt. Durch das 8. Verwaltungsvereinfachungsgesetz vom 18. Juli 1970 mit Wirkung vom 7. November 1970 wurde die vorübergehend bestehende Verbandsgemeinde Senheim aufgelöst und Altstrimmig in die Verbandsgemeinde Zell (Mosel) umgegliedert.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Altstrimmig, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 339
1835 431
1871 373
1905 356
1939 342
Jahr Einwohner
1950 328
1961 392
1970 399
1987 375
2005 341

Ein bekannter Einwohner Altstrimmigs ist Werner Mauss.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Altstrimmig besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannte Alte Mühle wurde vom ortsansässigen Heimat- und Verkehrsverein renoviert und funktionstüchtig wieder hergestellt.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Altstrimmig

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstrimmig besitzt ein Gemeindehaus, einen Festplatz, einen Kinderspielplatz und eine Grillhütte mit Sanitäranlagen.

Panoramabild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstrimmig (Ansicht von Westen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altstrimmig – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017 - Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2018 liegt vor.], S. 23 (PDF; 1,9 MB).
  4. Codex Diplomaticus Rheno Mosellanus Band 3.2. Nr. 448
  5. Dirk Laabs: Das Phantom. Deutschlands geheimster Agent. 24. September 2016, abgerufen am 30. September 2016.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen