Nordstrand-Klasse

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Nordstrand-Klasse
Scharhörn (2015)
Schiffsdaten
Land Deutschland Deutschland
Schiffsart Hafenschlepper
Bauwerft Orenstein & Koppel, Lübeck (1. Los)
Husumer Schiffswerft (2. Los)
Bauzeitraum 1986 bis 1990
Stapellauf des Typschiffes 24. Oktober 1986
Gebaute Einheiten 6
Dienstzeit Seit 1987
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
30,37 m (Lüa)
28,00 m (Lpp)
Breite 9,10 m
Tiefgang max. 4,80 m
Verdrängung 405 ts
 
Besatzung 8 (zivil)
Maschinenanlage
Maschine 2 Deutz Dieselmotoren
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
1.640 kW (2.230 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
12 kn (22 km/h)
Propeller 2 Voith-Schneider-Antriebe
Ausstattung
Pfahlzug

23 tbp

Eisklasse

E

Die Nordstrand-Klasse ist eine Serie von sechs Hafenschleppern[1] der Klasse 725, die für die Deutsche Marine gebaut wurden.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ersatz für die „Kleinen Hafenschlepper“[1] der Lütje-Hörn-Klasse (Klasse 723) wurde die Nordstrand-Klasse in zwei Losen bei Orenstein & Koppel in Lübeck (Typ A) und bei der Husumer Schiffswerft (Typ B) in Auftrag gegeben. Der Rumpf ist aus Stahl und durch fünf Schotte in sechs Abteilungen unterteilt. Zwei Voith-Schneider-Propeller des Typs 24 G II/165 verleihen den Hafenschleppern eine gute Manövrierfähigkeit und einen Pfahlzug von 23 tbp.

Beide Typen sind mit einem Feuerlöschmonitor ausgerüstet. Die Schlepper des Typs A haben zusätzlich einen geschlossenen Windenfahrstand auf dem Hauptdeck, einen Faltkran und einen schwingend gelagerten Decksaufbau.

Die zunächst als Ersatz für die „Großen Hafenschlepper“[1] der Sylt-Klasse (Klasse 724) geplanten weiteren Neubauten wurden aufgrund neuer Stationierungsentscheidungen nicht realisiert. Seit der Außerdienststellung der Eisvogel-Klasse wird die Nordstrand-Klasse auch als Schlepper von Seezielschießscheiben eingesetzt.

Im Oktober 2015 sind die drei an der Ostsee stationierten Schlepper in Kiel zusammengeführt worden, weil sie dort besser ausgelastet sind.[2]

Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiffs­nummer[1] Name Ken­nung Ruf­zeichen Bauwerft Bau­nummer Indienststellung Marine­stützpunkt
725A/01 Nordstrand Y 817 DRLQ Orenstein & Koppel 776 20. Januar 1987 Kiel, zuvor Eckernförde
725A/02 Langeness Y 819 DRLS Orenstein & Koppel 778 25. Februar 1987 Kiel, zuvor Warnemünde
725A/03 Vogelsand Y 816 DRLP Orenstein & Koppel 777 14. April 1987 Wilhelmshaven
725B/04 Lütje Hörn Y 812 DRLL Husumer Schiffswerft 1513 31. Mai 1990 Kiel
725B/05 Scharhörn Y 815 DRLO Husumer Schiffswerft 1514 1. Oktober 1990 Wilhelmshaven
725B/06 Knechtsand Y 814 DRLN Husumer Schiffswerft 1515 16. November 1990 Wilhelmshaven

Benannt sind die Schlepper nach friesischen Inseln und Sandbänken. Die bei Orenstein & Koppel gebauten Schlepper waren die letzten Neubauten dieser traditionsreichen Werft.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Expo am Meer, einem Außenprojekt der Expo 2000, schleppten 250 Modelleisenbahnlokomotiven des Typs Deutsches Krokodil die Knechtsand über eine Distanz von sechs Metern durch das Hafenbecken der Wiesbadenbrücke. Das reichte für einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Koop/Siegfried Breyer: Die Schiffe, Fahrzeuge und Flugzeuge der deutschen Marine von 1956 bis heute. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1996, ISBN 3-7637-5950-6, S. 389–391.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nordstrand-Klasse – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Angaben gemäß Schiffsnummernverzeichnis
  2. Frank Behling; Marine bündelt Schlepper. In: Leinen los! 1–2/2016, S. 12
  3. 250 Modellbahn-Loks schleppten „Knechtsand“ ab. WELT online, 15. Juni 2000, abgerufen am 14. Oktober 2015.