Normales Gut

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Als normales Gut bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre und dort speziell in der Mikroökonomik eine Klasse von Gütern, die sich dadurch von anderen abgrenzen, dass sich nach einer Einkommensänderung des Konsumenten die Nachfrage nach ihnen in einer spezifischen Weise ändert. Ihr konkretes Abgrenzungsmerkmal ist in der Literatur umstritten.

Definition[Bearbeiten]

Diesem Artikel wird folgende – wohl gängigste – Definition eines normalen Gutes zugrunde gelegt:

Definition[1]: Man bezeichnet ein Gut als normal, wenn seine Nachfrage mit steigendem Einkommen (absolut) zunimmt. Man bezeichnet es als inferior, wenn die Nachfrage (absolut) abnimmt.

Abweichende Definitionen[Bearbeiten]

Ein Teil der Literatur nimmt in Abweichung von vorstehender Definition andere Unterscheidungen vor. Für eine Übersicht wird auf den genannten Hauptartikel verwiesen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Unter Hinzunahme der Definition der Einkommenselastizität[2] ist ein Gut genau dann (und nur dann) normal, wenn die Einkommenselastizität positiv ist.

Zu beachten ist, dass die Charakterisierung eines Gutes als normal oder inferior nicht mit einem Gut fest verknüpft ist, sondern immer von den äußeren Umständen (absolute Einkommenshöhe, Preise, Präferenzen) abhängig ist. Dasselbe Gut kann somit ohne Weiteres bei geringem Einkommen ein normales Gut darstellen, sich ab einem gewissen Einkommensniveau hingegen zu einem inferioren Gut wandeln.

Beispiel[Bearbeiten]

  • Bei einem Einkommen von 1000 Euro wird im Monat für 10 Euro einfaches Supermarkt-Brot konsumiert. Nachdem das Einkommen auf 2000 Euro gestiegen ist, leistet man sich öfter Brot vom gegenüberliegenden Bäcker und der Konsum an einfachem Brot sinkt auf 3 Euro. Einfaches Supermarkt-Brot ist in diesem Beispiel ein inferiores Gut.
  • Bei einem Einkommen von 1000 Euro werden im Monat für 30 Euro für Kinokarten aufgewandt. Nachdem das Einkommen auf 2000 Euro gestiegen ist, steigen die Aufwendungen für Kinokarten auf 45 Euro. Das Einkommen ist also gestiegen und die Ausgaben für Kinogänge haben ebenfalls zugenommen. Die Kinogänge sind in diesem Beispiel ein normales Gut.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Breyer: Mikroökonomik. Eine Einführung. 5. Aufl. Springer, Heidelberg u.a. 2011, ISBN 978-3-642-22150-7.
  • Geoffrey A. Jehle und Philip J. Reny: Advanced Microeconomic Theory. 3. Aufl. Financial Times/Prentice Hall, Harlow 2011, ISBN 978-0-273-73191-7.
  • N. Gregory Mankiw und Mark P. Taylor: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. 4. Aufl. Übersetzt von Adolf Wagner und Marco Herrmann. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2787-6.
  • Andreu Mas-Colell, Michael Whinston und Jerry Green: Microeconomic Theory. Oxford University Press, Oxford 1995, ISBN 0-195-07340-1.
  • Hal Varian: Microeconomic Analysis. W. W. Norton, New York und London 1992, ISBN 0-393-95735-7.
  • Hal Varian: Intermediate Microeconomics. A Modern Approach. 8. Aufl. W. W. Norton, New York und London 2010, ISBN 978-0-393-93424-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. hierfür insbesondere die weltweit gebräuchlichen Standardwerke Varian 2010, S. 143 ff.; Mas-Colell/Whinston/Green 1995, S. 25 sowie Mankiw 2008, S. 79 f.; ebenso auch, inter alia, Varian 1992, S. 117; Jehle/Reny 2011, S. 56; Breyer 2011, S. 143.
  2. Auch diese ist leider uneinheitlich. Gebräuchlicherweise ist sie durch \eta_{i}\equiv\frac{\partial x_{i}(\mathbf{p},y)}{\partial y}\frac{y}{x_{i}(\mathbf{p},y)} definiert, vgl. der Artikel Einkommenselastizität.