ORCID

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ORCID (Open Researcher and Contributor ID) ist ein nicht-proprietärer, überwiegend numerischer Code, der der eindeutigen Identifizierung wissenschaftlicher Autoren dienen soll.

Anwendung und Motivation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ORCID soll die elektronische Zuordnung von Publikationen zu ihren Autoren erleichtern. Dies ist aufgrund der Autorennamen nicht sicher möglich, da verschiedene Autoren gleiche Namen haben können, Namen sich ändern können (z. B. bei Heirat), und wegen Schreibvarianten (z. B. einmal die ausgeschriebenen Vornamen, ein anderes Mal aber nur die Initialen).[1]

ORCID verfolgt das Ziel, seine Identifizierungsnummer zum De-facto-Standard für die Autorenidentifikation wissenschaftlicher Publikationen zu entwickeln. Die Etablierung wird von der Non-Profit-Organisation Open Researcher Contributor Identification Initiative organisiert. Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehören zahlreiche wissenschaftliche Verlagsgruppen (z. B. Elsevier, Nature Publishing Group, Springer) und Forschungsorganisationen (z. B. EMBO, CERN). Die Planungen für ORCID wurden 2010 auf Umfragen gestützt.[2]

ORCID ging am 16. Oktober 2012 offiziell an den Start.[3] Am Jahresende 2012 hatte ORCID 42.918 Registrierte,[4] bei Jahresende 2013 waren es 460.000 Registrierte[5] und Anfang Dezember 2016 hatte ORCID mehr als 2.780.000 Autorenidentifikationen ausgestellt.[6] Zum 1. Januar 2016 haben mehrere Verlage für wissenschaftliche Publikationen (z. B. Royal Society, PLOS) eine obligatorische Identifikation per ORCID für die einreichenden Autoren wissenschaftlicher Manuskripte eingeführt.[7]

Struktur des Codes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ORCID von Nick Jennings

Die Internationale Organisation für Normung hat Spezifikationen für den International Standard Name Identifier (ISNI) erarbeitet und als internationale Norm ISO 27729 festgelegt. Hinsichtlich der Struktur des Identifikators erfüllt auch ORCID diese Norm, die ORCID-Identifikatoren bestehen also aus 16 Zeichen, die in Vierer-Gruppen geschrieben werden. Die ersten fünfzehn Zeichen sind Dezimalziffern, das letzte eine Prüfziffer, die auch „X“ sein kann.[8]

Typische ORCID-Identifikatoren sind ISNIs von 0000-0001-5000-0007 bis 0000-0003-5000-0001.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ten things you need to know about ORCID right now. In: Impactstory blog. 10. April 2014. Abgerufen am 19. März 2015.
  2. Eindeutige Autoren-Identifikation - (PAI-Persistent Author Identification) - Versuch einer Annäherung Helge Steenweg, ABI Technik Heft 4/2010
  3. „ORCID launches registry“. Abgerufen am 18. November 2012.
  4. ORCID Continues to Grow. In: orcid.org ORCID. 28. Dezember 2012. Abgerufen am 19. März 2015.
  5. ORCID: 2013 Year in Review. In: orcid.org ORCID. 3. Januar 2014. Abgerufen am 19. März 2015.
  6. ORCID Statistics. In: orcid.org ORCID. 2. Dezember 2016. Abgerufen am 2. Dezember 2016.
  7. ORCID becomes obligatory for corresponding authors. In: orcid.org ORCID. 1. Januar 2016. Abgerufen am 8. Januar 2016.
  8. a b Structure of the ORCID Identifier. In: orcid.org. ORCID, abgerufen am 8. Oktober 2017 (englisch).